Melodie & Rhythmus

Vom Zwang des Marktes

28.06.2016 14:27
Foto: Dietmar Koschmieder

Foto: Dietmar Koschmieder

Wie Musik auf Kuba zur Ware wurde. Eine Begegnung mit dem Produzenten, Violinisten und Orchesterleiter Joaquín Betancourt

Olga Ostogain

Violinist, Komponist, Orchesterleiter, Professor an Kubas Instituto Superior de Arte (ISA): Joaquín Betancourt, geboren 1951, ist einer der »wichtigsten Musiker Kubas und zugleich einer der einfühlsamsten Produzenten von hohem Ansehen«, heißt es in der kubanischen Internet-Enzyklopädie EcuRed. »Betancourt« – der Name deutet auf haitianische Wurzeln seiner Vorfahren hin. In der ersten Kolonie der Geschichte, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts durch den Aufstand der Unterdrückten ihre – vermeintliche – Unabhängigkeit von Frankreich erkämpfte, hatten die Sklaven den Namen ihrer Herrschaft annehmen müssen. Der Maestro erzählt davon, dass er aus einer Arbeiterfamilie stammt und in einem Viertel der ostkubanischen Stadt Camagüey aufwuchs, in dem die Rumba »ein essenzielles musikalisches Ausdrucksmittel« gewesen sei. Sein Opa, der keine besondere Ausbildung genossen hatte, verfügte über eine »sehr hohe musikalische Sensibilität. Er hat in mir ein gutes Gehör für die Musik erweckt«, so Betancourt. Auch brachte ihn sein Großvater schließlich dazu, sich der Klassik zu öffnen. »Auf Radio Musical Nacional, das immer noch existiert, liefen Opern. Später hatte ich die Möglichkeit, in Camagüey das nationale Sinfonieorchester zu hören. Ich war begeistert von den Violinen und vom Dirigieren. Ausgehend davon definierte ich, was ich selbst wollte.«

Die Sprache des Jazz

cd-betancourtEr studierte, gründete Opus 13, eine Timba- Band mit Bläsern, einer starken Rhythmus- Sektion, Piano, Sängerinnen, die traditionelle Musik und Jazzelemente zu einem Stil gestalteten, von dem in den USA gesagt werden würde, es sei »Salsa«. Er habe »die Freiheit gehabt, die eigenen Eindrücke und Fragen in Praxis zu verwandeln. All meine Unruhen. Das war eine Mischung aus Jazz mit der kubanischen Musik und der klassischen Konzertmusik.« Der Jazz sei in vielen Stilrichtungen präsent. Angefangen beim Tanz bis hin zu den Liedermachern. Ende der 1970er-Jahre, als es einen Boom der Cantautores gegeben habe, ließen die sich von Jazzmusikern begleiten. Sie brauchten diese, um ihre Sprache zu sprechen. Und in der volkstümlichen Tanzmusik, vor allem in der der 80er-Jahre, dominierten Jazzharmonien.

Den kompletten Artikel lesen Sie in der Melodie und Rhythmus 4/2016, erhältlich ab dem 1. Juli 2016 am Kiosk, im Bahnhofsbuchhandel oder im Abonnement. Die Ausgabe können Sie auch im M&R-Shop bestellen.

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