Melodie & Rhythmus

Das Entern der Zukunft

22.02.2016 14:52
Palazzeschis Mann aus Rauch entschlüpft dem Schornstein in Pascal Dusapins Oper »Perelà« Foto: Andreas Etter

Palazzeschis Mann aus Rauch entschlüpft dem Schornstein in Pascal Dusapins Oper »Perelà«
Foto: Andreas Etter

Der italienische Futurismus und was von ihm bleibt

Fabian Schwinger

Der Gesang der Zukunft endete mit dem Zweiten Weltkrieg. Als die Musikinstrumente des Futurismus – Luigi Russolos »Intonarumori« – bei Bombenangriffen auf Paris verbrannten und der führende Kopf der Bewegung, der Dichter Filippo Tommaso Marinetti, Ende 1944 am Comer See verstarb, erlitten auch die musikalischen Fantasien der Futuristen zwei so symbolische wie endgültige Rückschläge. Das Futur trug die in Mailand initiierte Bewegung seit dem 1909 von Marinetti verfassten Gründungsmanifest im Namen und sickerte von dort in die Untermanifeste der verschiedenen Kunstgattungen ein. In bilderstürmerischem Furor forderte Marinetti die Loslösung von jeglicher Tradition – »Wir wollen von der Vergangenheit nichts wissen, wir jungen und starken Futuristen!« – sowie die leidenschaftliche Ästhetisierung des modernen Großstadtalltags: »Besingen werden wir die nächtliche, vibrierende Glut der Arsenale und Werften, die von grellen elektrischen Monden erleuchtet werden; die gefräßigen Bahnhöfe, die rauchende Schlangen verzehren; die Fabriken, die mit ihren sich hochwindenden Rauchfäden an den Wolken hängen.« Mit seiner Verherrlichung von Geschwindigkeit, Kampf und Krieg, die den Futuristen später den Ruf als »Avantgarde des Faschismus« (Enrico Fubini) eintrug, leistete Marinetti einem energetischen, aggressiven Kunstbegriff Vorschub, dessen Durchsetzung die Gegenwart immerfort dynamisieren, ja geradezu am Kochen halten sollte.

Den kompletten Artikel lesen Sie in der Melodie und Rhythmus 2/2016, erhältlich ab dem 26. Februar 2016 am Kiosk, im Bahnhofsbuchhandel oder im Abonnement. Die Ausgabe können Sie auch im M&R-Shop bestellen.

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