Melodie & Rhythmus

Die Kinder Kubas zur Welt sprechen lassen

15.12.2020 14:40
Foto: Stadtkino Filmverleih

Foto: Stadtkino Filmverleih

Hubert Sauper mit einer Liebeserklärung an ein vom US-Imperialismus drangsaliertes Land und seine Menschen

Interview: Dror Dayan

Mit seinem neuen Dokumentarfilmessay »Epicentro« malt Hubert Sauper ein poetisches Mosaik vom heutigen Kuba und setzt sich mit der Macht des bewegten Bildes auseinander. M&R sprach mit dem oscarnominierten österreichischen Regisseur über die kommunikativen Momente seiner künstlerischen Annäherung an die Filmobjekte, seine Kritik am exotistischen Blick auf den globalen Süden und die Propaganda des US-amerikanischen Imperiums, das in einer Badewanne geboren wurde.

Sie haben die Explosion und das Sinken des US-amerikanischen Panzerkreuzers USS Maine 1898 im Hafen von Havanna – der Anlass für die USA, sich Kuba einzuverleiben – als dramaturgischen Ausgangspunkt für Ihren neuen Film gewählt. Warum dieses historische Ereignis?

Ich mache seit 20 Jahren Filme zum Thema Interventionismus. Das perverse Narrativ der Europäer über Afrika und Zentralamerika, dem zufolge immer neue Grenzen erobert werden müssen, und das Konzept des »göttlichen Schicksals«, wonach der weiße Mann die Wilden auf der Welt zivilisieren soll – das ist eine Pathologie, die von den USA als Verlängerung Europas weiterbetrieben wird. Sie führte dazu, dass Millionen von Indigenen ermordet wurden und es überall auf der Welt US-amerikanische Militärbasen gibt. So wird Nationalismus zusammen mit religiösem Wahn und Phantasmagorien in einen Topf geworfen und umgerührt. Und so haben wir diese globale Soße, in der wir jetzt sitzen, während unser Planet brennt. Und 1898 hatte das Problem Kuba erreicht.

In »Epicentro« geht es auch um die Fabrikation von Aufnahmen vom Untergang der Maine für die US-Propaganda – heute nennt man das »Fake News«. Wie lief das 1898?

Fake News existieren so lange, wie es Nachrichten gibt. Damals mussten die Imperialisten das erste Mal die öffentliche Meinung für sich gewinnen. Dabei wurden sie aber mit ihrem eigenen Widerspruch konfrontiert: Sie halten sich für demokratisch, wollen aber die Welt erobern. …

[≡] Epicentro
Regie: Hubert Sauper
Stadtkino Filmverleih

Das komplette Interview erscheint in der Melodie & Rhythmus 1/2021, erhältlich ab dem 18. Dezember 2020 am Kiosk, im Bahnhofsbuchhandel oder im Abonnement. Die Ausgabe können Sie auch im M&R-Shop bestellen.

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