Melodie & Rhythmus

Der Horizont im Blick des Anderen

10.12.2019 14:15
Foto: gemeinfrei

Foto: gemeinfrei

Jean-Christophe Bailly erinnert an die Unteilbarkeit der natürlichen Tier- und Menschenwelt – eine unabdingbare Grunderkenntnis für eine fortschrittliche ökologische Wende

Interview: Matthias Rude

Der französische Philosoph, Schriftsteller und Kunsttheoretiker Jean-Christophe -Bailly widmet sich in seinem 2007 erschienenen Buch »Le Versant animal« (Die tierische Seite) dem fatalen Zusammenhang zwischen der Entfremdung des Menschen von den Tieren und der Zerstörung unserer natürlichen Lebenswelt. Jetzt liegt die deutsche Übersetzung unter dem Titel »Der Blick der Tiere« vor. M&R sprach mit Bailly über zentrale Thesen seines Essays.

In Ihrem Essay benennen Sie die Erderwärmung, den Massentourismus, die Zerstörung der natürlichen Lebensräume, die Jagd und Wilderei als große Probleme der Gegenwart. Haben diese Verwerfungen eine gemeinsame Wurzel?

Zunächst einmal möchte ich betonen, dass sich die Lage wesentlich verschlechtert hat, seit ich das Buch vor mehr als zwölf Jahren geschrieben habe. Aber auch das Bewusstsein für diese Probleme hat sich verändert: Es ist viel wacher und weiter in der Gesellschaft verbreitet als damals. Ja, es gibt eine gemeinsame Wurzel für alle genannten Aspekte: Es ist die Logik des »Immer-mehr«, die die Grundlage für alle derzeit praktizierten Formen von Politik bildet, die entweder blind und taub oder scheinheilig sind.

Sie führen »die Risse im Ökosystem, die die gesamte Existenz der Wildtiere gefährden«, letztlich auf die Viehzucht zurück. Deren industrieller Wandel habe »ein Verhältnis der Unterschiedslosigkeit eingeführt, in dem das Tier wie nie zuvor verleugnet wird«. Was genau meinen Sie damit?

Mit dem Aufkommen der Viehzucht vor mehr als 10.000 Jahren – und damit auch der Landwirtschaft – hat sich die Art und Weise, die Erde zu bewohnen und sich zu ihr zu verhalten, erheblich gewandelt. …

Das komplette Interview erscheint in der Melodie & Rhythmus 1/2020, erhältlich ab dem 13. Dezember 2019 am Kiosk, im Bahnhofsbuchhandel oder im Abonnement. Die Ausgabe können Sie auch im M&R-Shop bestellen.

Ähnliche Artikel:

Anzeigen

Ältere M&R-Newsletter

M&R-Newsletter 3/2026

Blutgemeinschaft

M&R-Newsletter 2/2026

Eine Klasse für sich

M&R-Newsletter 1/2026

Der Fährmann

M&R-Newsletter 4/2025

Zerstörung der Menschlichkeit

M&R-Newsletter 3/2025

In der Spaßblase

M&R-Newsletter 2/2025

Rettung der Vergangenheit

M&R-Newsletter 1/2025

Eiserne Staatsräson

Berechtigte Mahnungen

M&R-Newsletter 4/2024

Triumph der Reaktion

M&R-Newsletter 3/2024

Repressives Dogma

M&R-Newsletter 2/2024

»Eine neue Flamme«

M&R-Newsletter 1/2024

Verordneter Philosemitismus

M&R-Newsletter 4/2023

Wiederschlechtmachung

M&R-Newsletter 3/2023

Ideologische Supermacht
»Komm auf die dunkle Seite!«

M&R-Newsletter 2/2023

Kriegsstifter und Friedenshetzer
Lachend in den dritten Weltkrieg?

M&R-Newsletter 1/2023

Sag mir wo die Blumen sind
Nie wieder Frieden

Aus dem M&R-Archiv

Auf Ostfrontlinie gebracht
Nationalistische Parolen, Geschichtsklitterung, Hassexzesse, sogar Begeisterung für den totalen Krieg – einer wachsenden Zahl von Künstlern und Intellektuellen ist offenbar jedes Mittel recht, um sich der neuen Volksgemeinschaft gegen Russland anzudienen. weiterlesen

Melden Sie sich für unseren Newsletter an

logo-373x100

Facebookhttps://www.facebook.com/melodieundrhythmus20Twitter20rss
flashback