Melodie & Rhythmus

Waldesruh und blutgetränkter Boden

10.12.2019 14:19

dunkelheit
Foto (Montage): Public Domain / commons.wikimedia.org / wiki /File:A_column_of_German_forces_in_Paris.jpg / Erichvoned / creativecommons.org / licenses / by-sa/4.0/deed.de (CC BY-SA 4.0)

Die romantische Naturverherrlichung und ihre dunkle Kehrseite

Moshe Zuckermann

Die gesamte Zivilisation hindurch hat die zwiespältige Beziehung des Menschen zur Natur ihren Niederschlag in unzähligen kulturellen Werken gefunden. Sie manifestierte sich in Religion, Philosophie und Kunst, in Mythen, Märchen, Riten und Visionen. Man denke nur an die Vorstellung von Harmonie zwischen Mensch, Tier und Natur im Paradies und komplementär die von ihrer Zerstörung nach der Vertreibung, als der Mensch, Gottes Wort entsprechend, sich gezwungen sieht, sich die Erde untertan zu machen und, um zu überleben, »im Schweiße seines Angesichts« Brot zu essen. Natur stellt sich in dieser Narration als Sehnsuchtsideal dar, zugleich aber auch als Quelle potenzieller Bedrohung. Nicht von ungefähr wird der Naturzustand bei Thomas Hobbes als ein Dasein voller Gefahren, Ängste, Konflikte und Gewalt beschrieben, bei Rousseau hingegen als ein primärer Einklang, der einzig durch die Praxis des Menschen zerstört worden sei. Den Wirkzusammenhang dieser Zivilisationsdynamik bringen Horkheimer und Adorno bereits in den Anfangssätzen ihrer epochalen »Dialektik der Aufklärung« auf den Punkt: »Seit je hat Aufklärung im umfassendsten Sinn fortschreitenden Denkens das Ziel verfolgt, von den Menschen die Furcht zu nehmen und sie als Herren einzusetzen. Aber die vollends aufgeklärte Erde strahlt im Zeichen triumphalen Unheils.«

Der komplette Beitrag erscheint in der Melodie & Rhythmus 1/2020, erhältlich ab dem 13. Dezember 2019 am Kiosk, im Bahnhofsbuchhandel oder im Abonnement. Die Ausgabe können Sie auch im M&R-Shop bestellen.

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