Melodie & Rhythmus

Lyrik einer untergegangenen Welt

14.09.2021 14:30
Foto: Imago Images / Ligor

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»Oyfn veg shteyt a boym«
Itzik Manger / Philip Laskowski

Zur Erinnerung an Esther Bejarano
(15.12.1924–10.7.2021)

Im Oktober 2016 haben Esther Bejarano, Rolf Becker und ich in Hamburg gemeinsam die von M&R organisierte Veranstaltung »Losgelöst von allen Wurzeln … Eine Wanderung zwischen den jüdischen Welten« bestritten. Im Anschluss saßen wir in einem Restaurant und sprachen unter anderem über Esthers Lieblingslieder. Sie erwähnte sofort das schon als klassisch geltende jiddische Lied »Oyfn veg shteyt a boym« (Dicht am Weg steht ein Baum). Sie sang es dann auch auf Jiddisch, ich stimmte ein – in diesem Moment waren wir alles andere als losgelöst von allen Wurzeln.

Das dem Lied zugrunde liegende gleichnamige Gedicht »Oyfn veg shteyt a boym« hat der bedeutende jiddische Lyriker Itzik Manger im Jahr 1938 in Warschau geschrieben. Es bezieht sich auf ein jüdisches Folkloremotiv, welches das diasporische Schicksal des Juden, der weinenden Auges nach Eretz Israel zieht, und die große kollektive Freude, deren er auf dem Weg ins gelobte Land teilhaftig sein wird, zum Thema hat. …

Moshe Zuckermann lehrte an der Universität Tel Aviv unter anderem Kritische Theorie. Er hat diverse kunsttheoretische Bücher und Aufsätze veröffentlicht, darunter »Kunst und Publikum. Das Kunstwerk im Zeitalter seiner gesellschaftlichen Hintergehbarkeit«. In den 1970er-Jahren war er als Komponist und Arrangeur tätig.

Die DVD »›Losgelöst von allen Wurzeln …‹ Eine Wanderung zwischen den jüdischen Welten« mit Esther Bejarano, Moshe Zuckermann und Rolf Becker ist im jW-Shop erhältlich:
[↗] jungewelt-shop.de/losgeloest

Der komplette Beitrag erscheint in der Melodie & Rhythmus 4/2021, erhältlich ab dem 17. September 2021 am Kiosk, im Bahnhofsbuchhandel oder im Abonnement. Die Ausgabe können Sie auch im M&R-Shop bestellen.

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