Melodie & Rhythmus

Dezibel für den Dibbuk

30.08.2016 14:03
Anatholy Bonder von Gevolt Foto: Ludmila Bazarov

Anatholy Bonder von Gevolt
Foto: Ludmila Bazarov

titel

Heavy Metal zwischen jüdischen Einflüssen und antisemitischen Ausfällen

Christoph Kutzer

Jude und Metalhead. Das mag für manchen exotisch klingen. Faktisch wimmelt es in der Szene von jüdischen Musikern. Marty Friedman (Ex-Megadeth), Ross the Boss (Manowar), Scott Ian (Anthrax) und Mike Portnoy (ehemals Dream Theater) seien hier stellvertretend genannt. Der britische Soziologe Keith Kahn-Harris beleuchtet im Gespräch mit M&R die Hintergründe einer nicht immer einfachen Liaison.

»Ich möchte nicht behaupten, dass Heavy Metal und Judentum per se sonderlich gut zusammenpassen«, überlegt der Buchautor und Betreiber des Blogs Metaljew. »Im Gegenteil. Metal steht für all das, was dem Klischeebild vom schmächtigen, intellektuellen Juden widerspricht. Metal hat viel mit Testosteron zu tun. Vielleicht ist es kein Zufall, dass eine Band wie Kiss, die das ganze Gehabe bis zur Parodie übersteigert hat, von den beiden Juden Gene Simmons und Paul Stanley gegründet wurde.« Während sich von Josh Silver, dem Keyboarder der verblichenen Type O Negative, bis zu Evan Seinfeld, einst Basser von Biohazard, etliche Juden unter der Metal-Prominenz finden, ist der Einfluss ihrer kaum wahrnehmbar. So adaptionsfreudig sich die Mattenschüttler-Gemeinschaft folkloristischen Elementen gegenüber auch zeigt: Die finnische Polka-Variante Humppa hat dort mehr Spuren hinterlassen als Klezmer. »In dieser Hinsicht gibt es noch Luft nach oben«, stimmt Kahn-Harris zu. »Man muss schon bewusst suchen, um auf Bands wie die israelische Formation Gevolt zu stoßen, die tatsächlich jiddische Lieder und brachiale Klänge zwischen Industrial und Metal vereint. Dann wären da noch die Schweden von Dibbukim. Das Quartett praktiziert jiddischen Folkmetal.«

Den kompletten Artikel lesen Sie in der Melodie und Rhythmus 5/2016, erhältlich ab dem 2. September 2016 am Kiosk, im Bahnhofsbuchhandel oder im Abonnement. Die Ausgabe können Sie auch im M&R-Shop bestellen.

Ähnliche Artikel:

Anzeigen

Ältere M&R-Newsletter

M&R-Newsletter 3/2026

Blutgemeinschaft

M&R-Newsletter 2/2026

Eine Klasse für sich

M&R-Newsletter 1/2026

Der Fährmann

M&R-Newsletter 4/2025

Zerstörung der Menschlichkeit

M&R-Newsletter 3/2025

In der Spaßblase

M&R-Newsletter 2/2025

Rettung der Vergangenheit

M&R-Newsletter 1/2025

Eiserne Staatsräson

Berechtigte Mahnungen

M&R-Newsletter 4/2024

Triumph der Reaktion

M&R-Newsletter 3/2024

Repressives Dogma

M&R-Newsletter 2/2024

»Eine neue Flamme«

M&R-Newsletter 1/2024

Verordneter Philosemitismus

M&R-Newsletter 4/2023

Wiederschlechtmachung

M&R-Newsletter 3/2023

Ideologische Supermacht
»Komm auf die dunkle Seite!«

M&R-Newsletter 2/2023

Kriegsstifter und Friedenshetzer
Lachend in den dritten Weltkrieg?

M&R-Newsletter 1/2023

Sag mir wo die Blumen sind
Nie wieder Frieden

Aus dem M&R-Archiv

Auf Ostfrontlinie gebracht
Nationalistische Parolen, Geschichtsklitterung, Hassexzesse, sogar Begeisterung für den totalen Krieg – einer wachsenden Zahl von Künstlern und Intellektuellen ist offenbar jedes Mittel recht, um sich der neuen Volksgemeinschaft gegen Russland anzudienen. weiterlesen

Melden Sie sich für unseren Newsletter an

logo-373x100

Facebookhttps://www.facebook.com/melodieundrhythmus20Twitter20rss
flashback