Melodie & Rhythmus

E-Gitarren unterm Muezzin

28.10.2014 14:46

Dagestan

Begegnungen mit der Underground-Szene Dagestans
Fotos & Text: Alexandre Sladkevich

Anatolij ist ein Russe, den man von Weitem sieht: Ein 1,95 Meter großer Mann mit weißer Haut und hellem Bart, der eine graue Camouflage-Hose, Schuhe mit bunten Schnürsenkeln und den Aufnäher »Zombie Response Team« auf seiner Kappe trägt. Der 32-jährige IT-Ingenieur spielt mit der Band Notschnoje Nebo (Nachthimmel) Cover und eigene Stücke. In seiner Heimatstadt Machatschkala, der Hauptstadt der russischen Republik Dagestan, gelten Musiker wie Anatolij als Exoten. Doch obwohl der Islam das öffentliche Leben dominiert, existiert hier eine ebenso umtriebige wie interessante Underground- Szene.

Dagestan liegt am Kaspischen Meer. Dort findet sich die südlichste und zugleich älteste Stadt Russlands: Derbent wirkt mit seinem riesigen Markt, der Straßenmusik und den dazu tanzenden Passanten, sehr »orientalisch«. Das Land ist berüchtigt für Terroranschläge und Selbstmordattentäter. Etwa 30 Völker und Subethnien, jeweils mit eigenen Sprachen und Dialekten, leben in Dagestan zusammen. Russisch dient als Lingua franca, obwohl die Russen eine Minderheit bilden. Über 90 Prozent der Bevölkerung gehören dem islamischen Glauben an.

Von den staubigen Straßen Machatschkalas aus sieht man Gebirge mit winzigen Häusern und das Meer. Man erblickt die große schneeweiße Freitagsmoschee. Auf manchen der Plätze gab es Bombenexplosionen. Beispielsweise wurde ein Laden zerstört, in dem Alkohol verkauft wurde. Doch viele Bewohner haben keine Angst: Sie behaupten, der Terrorismus werde von den Medien übertrieben dargestellt. Es patroullieren Polizisten, die mit Kalaschnikows bewaffnet sind. Die Frauen sind mit Kopfbedeckung unterwegs, aber nur selten verschleiert. Auch Bartträger sind eher die Ausnahme. An den Häusern hängen Werbebanner mit religiösen Zitaten und Artefakte der Sowjetzeit.

Den kompletten Artikel lesen Sie in der M&R 6/2014, erhältlich ab dem 31. Oktober 2014 am Kiosk, im Bahnhofsbuchhandel oder im Abonnement. Die Ausgabe können Sie auch im M&R-Shop bestellen.

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