Melodie & Rhythmus

Big-Data-Imperialismus

14.12.2021 14:23
Datenkrake Facebookwirbt in Abuja, NigeriaFoto: Afolabi Sotunde / Reuters</small

Datenkrake Facebook
wirbt in Abuja, Nigeria
Foto: Afolabi Sotunde / Reuters

Michael Kwet über westliche Tech-Konzerne, die afrikanische Märkte, Medien- und Kulturlandschaften ausplündern

Interview: John Lütten

Im Zeitalter des digitalisierten Kapitalismus verheißen die Ware Big Data und die Macht über Algorithmen, Codes und Software fette Profite. Michael Kwet, Soziologe und Autor von »Digital Colonialism: US Empire and the New Imperialism in the Global South«, hat die Beutezüge von Big-Tech-Monopolisten wie Google, Amazon, Apple und Microsoft in der Digitalinfrastruktur afrikanischer Länder untersucht. M&R sprach mit ihm über die Strategien und Ideologeme des digitalen Kolonialismus und die dramatischen Folgen in Medien und Kultur.

Herr Kwet, gemeinhin gelten Tech-Giganten wie Facebook, Netflix und Spotify als Träger von Fortschritt und Innovation: Big Data vernetzt die Welt und erleichtert uns das Leben, die genannten Plattformen propagieren außerdem Vielfalt, Toleranz und Weltoffenheit. Was haben Sie zu beanstanden?

Nun ja, diese Sicht entspricht ziemlich genau der Propaganda, die diese Konzerne über sich selbst verbreiten. Dieses Narrativ stützt ihre Macht, weil es ihnen eine missionarische Rolle zuschreibt. Dabei wird ausgeblendet, dass wir es mit Großunternehmen zu tun haben, die Geld für ihre Chefs und Shareholder erwirtschaften sollen. Wenn sie sich ausbreiten und dem globalen Süden ihre Technologie anbieten – ich würde eher sagen: aufnötigen –, dann geschieht das in dem Rahmen globaler Ungleichheitsund Machtverhältnisse, in denen westliche Konzerne darum ringen, Märkte unterlegener Länder zu erobern. …

Der komplette Interview erscheint in der Melodie & Rhythmus 1/2022, erhältlich ab dem 17. Dezember 2021 am Kiosk, im Bahnhofsbuchhandel oder im Abonnement. Die Ausgabe können Sie auch im M&R-Shop bestellen.

Ähnliche Artikel:

Anzeigen

Ältere M&R-Newsletter

M&R-Newsletter 3/2026

Blutgemeinschaft

M&R-Newsletter 2/2026

Eine Klasse für sich

M&R-Newsletter 1/2026

Der Fährmann

M&R-Newsletter 4/2025

Zerstörung der Menschlichkeit

M&R-Newsletter 3/2025

In der Spaßblase

M&R-Newsletter 2/2025

Rettung der Vergangenheit

M&R-Newsletter 1/2025

Eiserne Staatsräson

Berechtigte Mahnungen

M&R-Newsletter 4/2024

Triumph der Reaktion

M&R-Newsletter 3/2024

Repressives Dogma

M&R-Newsletter 2/2024

»Eine neue Flamme«

M&R-Newsletter 1/2024

Verordneter Philosemitismus

M&R-Newsletter 4/2023

Wiederschlechtmachung

M&R-Newsletter 3/2023

Ideologische Supermacht
»Komm auf die dunkle Seite!«

M&R-Newsletter 2/2023

Kriegsstifter und Friedenshetzer
Lachend in den dritten Weltkrieg?

M&R-Newsletter 1/2023

Sag mir wo die Blumen sind
Nie wieder Frieden

Aus dem M&R-Archiv

Auf Ostfrontlinie gebracht
Nationalistische Parolen, Geschichtsklitterung, Hassexzesse, sogar Begeisterung für den totalen Krieg – einer wachsenden Zahl von Künstlern und Intellektuellen ist offenbar jedes Mittel recht, um sich der neuen Volksgemeinschaft gegen Russland anzudienen. weiterlesen

Melden Sie sich für unseren Newsletter an

logo-373x100

Facebookhttps://www.facebook.com/melodieundrhythmus20Twitter20rss
flashback