Melodie & Rhythmus

MAGAZIN: Halt den Mund und zahl!

26.06.2012 12:42

Saturneröffnung
Trotz Abgaben wird die Privatkopie kriminalisiert

In den Diskussionen über den Urheberschutz wird gern ausgeblendet, dass jeder Bürger beim Kauf eines Gerätes, das für Vervielfältigungen geeignet ist, eine Pauschalabgabe zahlt. Mit dieser Abgabe sollen die Urheber für die Anfertigung privater Kopien entschädigt werden:

• PCs oder Laptops mit eingebautem Brenner: 13,65 Euro
• Festplatten: 9,00 bis 34,00 Euro
• CD-Brenner: 8,70 Euro
• DVD-Brenner: 10,68 Euro
• Laserdrucker: 12,50 Euro
• Lasermultifunktionsgeräte und Kopierer: 25,00 bis 87,50 Euro
• Tintendrucker: 5,00 Euro
• Tintenmultifunktionsgeräte: 15,00 Euro
• Scanner: 12,50 Euro
• Thermo- und Tintenfax: 5,00 Euro
• Laserfax: 10,00 Euro
• MP3-Player: 2,56 Euro
• Tonbandgeräte: 1,28 Euro
• Bildaufzeichnungsgeräte: 9,21 Euro
• Mobiltelefone: 12,00 bis 36,00 Euro
• Tonträger: 0,0614 Euro/Stunde Laufzeit
• Bildträger: 0,0870 Euro/Stunde Laufzeit
• Speicherkarten und USB-Sticks: 0,10 Euro

Um die Rechtmäßigkeit einiger Abgaben – z. B. für PCs und Drucker – wird zurzeit vor dem Europäischen Gerichtshof prozessiert. Das hinderte die GEMA nicht daran, zum 01. Juli 2012 die nächsten Erhöhungen bekannt zu geben:

• Speicherkarten: 0,91 bis 1,95 Euro
• USB-Sticks: 0,91 bis 1,56 Euro

Das ist eine Steigerung um bis zu 1.850 Prozent. Dieser Geldsegen bedeutet aber nicht, dass der Abgabenzahler auf Teufel komm raus kopieren darf, weil die Ansprüche der Urheber mit der Pauschalzahlung abgegolten seien. Das Bundesministerium für Justiz stellt klar: »Es gibt kein ›Recht auf Privatkopie‹ zulasten des Rechtsinhabers. Eine Privatkopie schafft keinen Zugang zu neuen Informationen, sondern verdoppelt lediglich die bereits bekannten.«

Text: Jürgen Winkler, Foto: Axel Schmidt (ddp)

Der Beitrag erscheint in der Melodie&Rhythmus 4/2012, erhältlich ab dem 29. Juni 2012 am Kiosk, im Bahnhofsbuchhandel oder im Abonnement. Die Ausgabe können Sie auch hier bestellen.

Ähnliche Artikel:

Anzeigen

Ältere M&R-Newsletter

M&R-Newsletter 3/2026

Blutgemeinschaft

M&R-Newsletter 2/2026

Eine Klasse für sich

M&R-Newsletter 1/2026

Der Fährmann

M&R-Newsletter 4/2025

Zerstörung der Menschlichkeit

M&R-Newsletter 3/2025

In der Spaßblase

M&R-Newsletter 2/2025

Rettung der Vergangenheit

M&R-Newsletter 1/2025

Eiserne Staatsräson

Berechtigte Mahnungen

M&R-Newsletter 4/2024

Triumph der Reaktion

M&R-Newsletter 3/2024

Repressives Dogma

M&R-Newsletter 2/2024

»Eine neue Flamme«

M&R-Newsletter 1/2024

Verordneter Philosemitismus

M&R-Newsletter 4/2023

Wiederschlechtmachung

M&R-Newsletter 3/2023

Ideologische Supermacht
»Komm auf die dunkle Seite!«

M&R-Newsletter 2/2023

Kriegsstifter und Friedenshetzer
Lachend in den dritten Weltkrieg?

M&R-Newsletter 1/2023

Sag mir wo die Blumen sind
Nie wieder Frieden

Aus dem M&R-Archiv

Auf Ostfrontlinie gebracht
Nationalistische Parolen, Geschichtsklitterung, Hassexzesse, sogar Begeisterung für den totalen Krieg – einer wachsenden Zahl von Künstlern und Intellektuellen ist offenbar jedes Mittel recht, um sich der neuen Volksgemeinschaft gegen Russland anzudienen. weiterlesen

Melden Sie sich für unseren Newsletter an

logo-373x100

Facebookhttps://www.facebook.com/melodieundrhythmus20Twitter20rss
flashback