Melodie & Rhythmus

»Ich habe das Richtige getan«

16.03.2021 14:13
Mohammad Bakri in »Jenseits der Mauern« von Uri Barbash, 1984 Foto: Imago Images / Everett Collection

Mohammad Bakri in »Jenseits der Mauern« von Uri Barbash, 1984
Foto: Imago Images / Everett Collection

Der palästinensische Schauspieler und Regisseur Mohammad Bakri zum Verbot seines Films »Dschenin, Dschenin«

Interview: Dror Dayan

Mohammad Bakri drehte 2002 im Flüchtlingslager Dschenin im besetzten Westjordanland seinen Dokumentarfilm »Dschenin, Dschenin« (englischer Originaltitel: »Jenin, Jenin«). Darin werden Massaker und andere Kriegsverbrechen angeklagt, die das israelische Militär gegen Bewohner verübt haben soll. Seitdem ist Bakri dem Vorwurf der Verbreitung antiisraelischer Propaganda ausgesetzt. Im Januar 2021 schließlich wurde sein Film in Israel verboten. M&R sprach mit Mohammad Bakri über die Zensurmaßnahme und die Folgen.

Herr Bakri, ein israelisches Gericht hat jegliche Vorführung von »Dschenin, Dschenin« untersagt und sämtliche Kopien beschlagnahmt. Wie fühlt sich das Verbot für Sie an?

Sehr schlecht. Das Urteil ist – auch rein juristisch gesehen – unsachlich und unpräzise. Schon allein, dass alle Filmkopien aus dem Verkehr gezogen wurden: Wer verwendet heute schon noch physische Kopien? Selbst DVDs gibt es kaum mehr. Das ist nur ein kleines Detail, aber es zeigt, wie undemokratisch und kleinkariert dieses Urteil ist und wie rigoros gegen die Meinungsfreiheit vorgegangen wird. Jetzt werden sich andere Künstler sehr gut überlegen, ob sie den nationalen israelischen Konsens herausfordern, der leider immer weiter nach rechts rückt.

Bis 2002 waren Sie ein sehr renommierter Schauspieler in der israelischen Theater- und Kinowelt. Mit »Dschenin, Dschenin« sollte sich alles ändern. Inwiefern hat der Aufruhr um den Film damals Ihre Karriere beeinflusst?

Bis heute bekomme ich eigentlich in Israel kaum mehr Arbeit. Die Medien hier führen eine Rufmordkampagne gegen mich. Filmproduzenten und Theater trauen sich nicht mehr, mich zu engagieren.

Das komplette Interview erscheint in der Melodie & Rhythmus 2/2021, erhältlich ab dem 19. März 2021 am Kiosk, im Bahnhofsbuchhandel oder im Abonnement. Die Ausgabe können Sie auch im M&R-Shop bestellen.

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