Melodie & Rhythmus

Phantasmen einer bigotten Gesellschaft

30.03.2022 10:27
Foto: Grandfilm

Foto: Grandfilm

Der israelische Filmemacher Nadav Lapid nähert sich der kranken Seele seines Landes mit radikalem Subjektivismus

Interview: Bastian Tebarth

Seit Nadav Lapid mit seinem Drama »Synonyme« bei der Berlinale 2019 den Goldenen Bären gewonnen hat, gilt er einem internationalen Publikum als einer der wichtigsten israelischen Filmemacher seiner Generation. Mit seinem neuen Werk »Aheds Knie«, das 2021 bei den Filmfestspielen von Cannes mit dem Preis der Jury ausgezeichnet wurde, hat der 1975 in Tel Aviv geborene Regisseur nun eine radikal subjektive Kritik an der Rechtsentwicklung in seinem Land formuliert, die auch die Hybris und Ignoranz des (links-)liberalen Israels nicht ausspart. M&R sprach mit Lapid über politische Inhalte und ästhetische Aspekte seines Films, über zionistische Ideologeme sowie über die Möglichkeiten und Grenzen seines filmkünstlerischen Schaffens in einer von pathologischem Irrationalismus gezeichneten Gesellschaft.

Nach Ihrem Erfolg mit »Synonyme« haben Sie in einem Interview gesagt: »Ich will immer radikalere Filme machen, bis mich irgendwann ein Regierungsauto abholt, zum Flughafen bringt und man mir befiehlt, nie wieder zurückzukehren.« Sind Sie mittlerweile diesem Ziel nähergekommen?

Nun, als ich Israel verlassen habe, um nach Paris zu ziehen, hat mich ein Taxi zum Flughafen gebracht. Man genießt in Israel als Jude – ganz anders als ein Palästinenser – bis zu einem gewissen Grad künstlerische Freiheit. Aber nur, solange man bereit ist, bestimmte Tatsachen zu ignorieren. …

[≡] Aheds Knie
Regie: Nadav Lapid
Grandfilm

Das komplette Interview erscheint in der Melodie & Rhythmus 2/2022, erhältlich ab dem 1. April 2022 am Kiosk, im Bahnhofsbuchhandel oder im Abonnement. Die Ausgabe können Sie auch im M&R-Shop bestellen.

Ähnliche Artikel:

Anzeigen



In eigener Sache

Wenn die Kraft fehlt
Weshalb der Verlag 8. Mai das Kulturmagazin Melodie & Rhythmus einstellt

Leider müssen wir heute eine schmerzliche Niederlage eingestehen: Das Magazin für Gegenkultur Melodie & Rhythmus (M&R) kann nicht weiter erscheinen. Das hat verschiedene Gründe, sie sind aber vor allem in unserer Schwäche und in der der Linken insgesamt zu sehen. weiterlesen

*****************

»Man hat sich im ›Grand Hotel Abgrund‹ eingerichtet«
Zum Niedergang des linken Kulturjournalismus – und was jetzt zu tun ist. Ein Gespräch mit Susann Witt-Stahl

Ausgerechnet vor einem heißen Herbst mit Antikriegs- und Sozialprotesten wird M&R auf Eis gelegt – ist das nicht ein besonders schlechter Zeitpunkt?
Ja, natürlich. … weiterlesen

TOP 10: OKTOBER 2022

Liederbestenliste

Aktuelle Ausgabe bestellen*

1. per Mail: abo@melodieundrhythmus.com
2. per Telefon: 030/ 53 63 55 37
3. per Telefax: 030/ 53 63 55 51
4. per Post: Verlag 8. Mai GmbH, Torstr. 6, 10119 Berlin
5. im M&R-Shop

*Preis 6,90 Euro inkl. 5% MwSt. zzgl. Versand 1,80 Euro

Ältere Ausgaben im M&R-Shop nachbestellen.
M&R Shop
logo-373x100

Facebookhttps://www.facebook.com/melodieundrhythmus20Twitter20rss

Jetzt abonnieren

Jetzt abonnieren
flashback