Melodie & Rhythmus

Prinzip Solidarität

26.04.2016 15:26

mediafon

titel

Die Gewerkschaft ver.di bietet Kulturschaffenden und Künstlern weit mehr als nur Rechtsschutz

Gerhard Manthey

»Kultur ist, wie der Mensch lebt und arbeitet.« So stand es im Grundsatzprogramm des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) aus dem Jahr 1977, so stand es auch in den Grundsatzbeschlüssen der IG Druck und Papier, der Gewerkschaft Kunst im DGB und der Rundfunk-Fernseh-Film-Union ( RFFU) zur Gründung der gemeinsamen IG Medien – Druck und Papier, Publizistik und Kunst im April 1989. »Gewerkschaft ist der arbeitende Mensch plus Solidarität für ein Leben in Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit« – das war und ist ihr Auftrag. Gewerkschaft ist eben nicht der Vorsitzende oder die Hauptamtliche, sondern die Summe aller Mitglieder in ihrer Zusammenarbeit für deren ureigene Interessen. Gelehrt wird das an keiner Grundschule, in keinem Gymnasium und erst recht in keinem Bachelor-Studiengang.

GastbeitragHuch, klingt das jetzt etwa alles zu pathetisch? Nein, es beschreibt schlicht die Grundlage, an der gewerkschaftliche Arbeit zu messen ist – sei es einzeln und frei oder im Kollektiv in einem Unternehmen. Gewerkschaftsarbeit ist nämlich in keinem Fall eine Rechtsschutzversicherung. Zwar kann sie zum Prozess führen, auch kann sie einen Menschen in seiner prekären Lage auffangen – aber Gewerkschaftsarbeit beginnt und entwickelt sich schon weit vor dem juristischen Raum. Der Obolus dafür ist in der Regel ein Prozent des Tariflohns oder 0,75 Prozent des Gewinns vor Steuern – und die Bereitschaft, in der Gemeinschaft mitzuarbeiten.

Dieses anspruchsvolle Postulat gilt auch seit dem Jahr 2001 unverändert, als die IG Medien – Druck und Papier, Publizistik und Kunst sich mit vier weiteren Gewerkschaften zur Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di zusammengeschlossen und dort den Fachbereich Medien, Kunst und Industrie gebildet hat. Auch wenn ver.di das Wort »Dienstleistung« im Namen trägt, wäre es verkürzt, darunter einen Verein zu verstehen, der Dienstleistungen anbietet: Gewerkschaft gibt es nicht ohne Solidarität.

Den kompletten Artikel lesen Sie in der Melodie und Rhythmus 3/2016, erhältlich ab dem 29. April 2016 am Kiosk, im Bahnhofsbuchhandel oder im Abonnement. Die Ausgabe können Sie auch im M&R-Shop bestellen.

Ähnliche Artikel:

Anzeigen

Ältere M&R-Newsletter

M&R-Newsletter 3/2026

Blutgemeinschaft

M&R-Newsletter 2/2026

Eine Klasse für sich

M&R-Newsletter 1/2026

Der Fährmann

M&R-Newsletter 4/2025

Zerstörung der Menschlichkeit

M&R-Newsletter 3/2025

In der Spaßblase

M&R-Newsletter 2/2025

Rettung der Vergangenheit

M&R-Newsletter 1/2025

Eiserne Staatsräson

Berechtigte Mahnungen

M&R-Newsletter 4/2024

Triumph der Reaktion

M&R-Newsletter 3/2024

Repressives Dogma

M&R-Newsletter 2/2024

»Eine neue Flamme«

M&R-Newsletter 1/2024

Verordneter Philosemitismus

M&R-Newsletter 4/2023

Wiederschlechtmachung

M&R-Newsletter 3/2023

Ideologische Supermacht
»Komm auf die dunkle Seite!«

M&R-Newsletter 2/2023

Kriegsstifter und Friedenshetzer
Lachend in den dritten Weltkrieg?

M&R-Newsletter 1/2023

Sag mir wo die Blumen sind
Nie wieder Frieden

Aus dem M&R-Archiv

Auf Ostfrontlinie gebracht
Nationalistische Parolen, Geschichtsklitterung, Hassexzesse, sogar Begeisterung für den totalen Krieg – einer wachsenden Zahl von Künstlern und Intellektuellen ist offenbar jedes Mittel recht, um sich der neuen Volksgemeinschaft gegen Russland anzudienen. weiterlesen

Melden Sie sich für unseren Newsletter an

logo-373x100

Facebookhttps://www.facebook.com/melodieundrhythmus20Twitter20rss
flashback