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Die Geschichte gegen den Strich bürsten

29.03.2017 14:40
Foto:  wikimedia.org / public domain

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Anmerkungen zur Gegenkultur

Moshe Zuckermann

Im deutschen Sprachgebrauch ist der Begriff der Kultur, ähnlich wie der der Geschichte, schillernd. »Geschichte« – erst im 19. Jahrhundert zum Singularbegriff geronnen; im 18. Jahrhundert sprach man noch von »Geschichten« – bezeichnet sowohl die narrative Bestandsaufnahme von Vergangenem als auch das gesamte räumliche und zeitliche Dasein, in welchem sich die Menschheit bewegt, und zwar sowohl in der Vergangenheit und der Gegenwart als auch in der Zukunft. Der Kulturbegriff weist sogar eine konkrete ideologische Dimension auf. »Kultur« wurde von Deutschen im 18. und noch bis tief hinein ins 19. Jahrhundert als Gegensatz zu Zivilisation verstanden, namentlich als Inkarnation des Wesens der deutschen »Kulturnation«, welche der schalen »civilisation« der Franzosen diametral entgegenstehe. Demgegenüber galt sowohl Marx als auch Nietzsche und Freud diese Gegenüberstellung für unzulässig, nicht zuletzt, weil sie Kultur als die Gesamtheit der menschlichen Praxis, mithin als Zivilisation begriffen. Kultur meint im Deutschen also durchaus Hochkultur, aber auch Folklore und Populärkultur wie denn alles, was kollektiver menschlicher Praxis zuzuzählen ist.

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Deutsche Abgründe


Ein kleiner Schritt für Frankfurts Bürgermeister, ein großer Sprung für deutsche Normalisierer: Uwe Becker (CDU) demonstriert neues-altes Selbstbewusstsein und erklärt jüdische und andere Israelkritiker kurzerhand für »nicht willkommen« in seiner Stadt. Zu den unerwünschten Personen gehört der israelische Historiker und Sohn von Holocaust-Überlebenden Moshe Zuckermann, der in Frankfurt aufgewachsen ist. M&R bat ihn um eine Replik.

»Entscheidend ist, welche Haltung wir einnehmen«


Gespräch mit Susann Witt-Stahl. Über Gegenkultur, Ideologiekritik und notwendige neue Impulse für den Kulturjournalismus
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