Melodie & Rhythmus

»Es ist purer Wodka«

26.06.2012 09:33

Chris ReaDer Blues als Lebenselixier von Chris Rea
Text: CKLKH Fischer, Foto: Mike Hill

Vor zehn Jahren erschien »Stony Road«, ein Album, das für Chris Rea eine Wiedergeburt war. Noch kurz zuvor hatte er mit seinem Tod gerechnet. Die Bauchspeicheldrüse verlor er im Kampf gegen Krebs, ebenso ein Drittel seines Magens. Sein Körper hätte jeden Tag die Arbeit einstellen können, und die Operationen und Schmerzen waren immer präsent. Monatelang bestimmte das Warten auf die Schwester und die Nadel mit Morphium sein Leben.

»Ich war sechzehn Wochen im Krankenhaus und danach ein halbes Jahr noch sehr schwach«, erinnert er sich. »Dann hatte ich in dieser Zeit auch noch ein Meeting mit der Plattenfirma. Ich war nicht nur gestresst, weil ich so schwach war – ich hatte sechsundfünfzig Pfund verloren –, ich nahm diesen Stress auch das erste Mal wahr. Ich konnte kaum glauben, worüber sie redeten, weil ich den ganzen Mist vergessen hatte. Ich begriff, dass wir alle ›Corpora Musicians‹ geworden sind. Ich konnte es plötzlich nicht mehr anders sehen. Fast so, als wäre ich auf LSD.« Er war endgültig fertig mit dem System, das ihn seit der ersten Aufnahme immer freundlich, aber bestimmt dazu gedrängt hatte, doch noch eine Kleinigkeit kommerzieller zu sein.

»Dann kannst du jetzt«, sagte seine Frau, »einfach die Musik aufnehmen, die du möchtest.« Daraufhin entstand der reine Blues von »Stony Road«. Sein Manager mochte es nicht. Die Plattenfirma hat es gehasst. »Doch das Eigenartige war – mein Publikum sah es nicht als etwas anderes an.« Diese Bestätigung veränderte Chris Rea. »Ich wurde wieder einundzwanzig Jahre alt. Und als ich einundzwanzig gewesen bin, war ich eigentlich sogar nur dreizehn, denn ich habe so spät angefangen, dass ich mit Anfang zwanzig wie ein junger Teenager spielte.«

Den kompletten Artikel lesen Sie in der Melodie&Rhythmus 4/2012, erhältlich ab dem 29. Juni 2012 am Kiosk, im Bahnhofsbuchhandel oder im Abonnement. Die Ausgabe können Sie auch hier bestellen.

www.chrisrea.com

Anzeigen

TOP 10: Dezember 2024

Liederbestenliste

Ältere M&R-Newsletter

M&R-Newsletter 2/2026

Eine Klasse für sich

M&R-Newsletter 1/2026

Der Fährmann

M&R-Newsletter 4/2025

Zerstörung der Menschlichkeit

M&R-Newsletter 3/2025

In der Spaßblase

M&R-Newsletter 2/2025

Rettung der Vergangenheit

M&R-Newsletter 1/2025

Eiserne Staatsräson

Berechtigte Mahnungen

M&R-Newsletter 4/2024

Triumph der Reaktion

M&R-Newsletter 3/2024

Repressives Dogma

M&R-Newsletter 2/2024

»Eine neue Flamme«

M&R-Newsletter 1/2024

Verordneter Philosemitismus

M&R-Newsletter 4/2023

Wiederschlechtmachung

M&R-Newsletter 3/2023

Ideologische Supermacht
»Komm auf die dunkle Seite!«

M&R-Newsletter 2/2023

Kriegsstifter und Friedenshetzer
Lachend in den dritten Weltkrieg?

M&R-Newsletter 1/2023

Sag mir wo die Blumen sind
Nie wieder Frieden

Aus dem M&R-Archiv

Auf Ostfrontlinie gebracht
Nationalistische Parolen, Geschichtsklitterung, Hassexzesse, sogar Begeisterung für den totalen Krieg – einer wachsenden Zahl von Künstlern und Intellektuellen ist offenbar jedes Mittel recht, um sich der neuen Volksgemeinschaft gegen Russland anzudienen. weiterlesen

Melden Sie sich für unseren Newsletter an

Rudolstadtfestival 2023: Viva Cuba

Fotos von Katja Koschmieder und Jens Schulze weiterlesen

In eigener Sache

Wenn die Kraft fehlt
Weshalb der Verlag 8. Mai das Kulturmagazin Melodie & Rhythmus einstellt

Leider müssen wir heute eine schmerzliche Niederlage eingestehen: Das Magazin für Gegenkultur Melodie & Rhythmus (M&R) kann nicht weiter erscheinen. Das hat verschiedene Gründe, sie sind aber vor allem in unserer Schwäche und in der der Linken insgesamt zu sehen. weiterlesen

*****************

»Man hat sich im ›Grand Hotel Abgrund‹ eingerichtet«
Zum Niedergang des linken Kulturjournalismus – und was jetzt zu tun ist. Ein Gespräch mit Susann Witt-Stahl

Ausgerechnet vor einem heißen Herbst mit Antikriegs- und Sozialprotesten wird M&R auf Eis gelegt – ist das nicht ein besonders schlechter Zeitpunkt?
Ja, natürlich. … weiterlesen

logo-373x100

Facebookhttps://www.facebook.com/melodieundrhythmus20Twitter20rss

junge Welt abonnieren

flashback