Text: Jürgen Winkler, Fotos: Christian Ditsch
Die dritte Ausgabe von »Melodie&Rhythmus Live“ gehörte zu jenen Abenden, von denen man noch seinen Enkeln mit glänzenden Augen erzählen wird: »Ich bin dabei gewesen!« Drei äußerst spielfreudige Bands und ein Publikum, das sich regelrecht in einen Rausch tanzte und sang. Gäbe es nicht klagefreudigen Nachbarn, die den Veranstalter zwingen, im Maschinenhaus Punkt 23 Uhr die Mikrofone auszuschalten, hätte das Konzert wie eine rauschende Party bis zum frühen Morgen dauern können.
Mit Dan Freeman und The Serious begann der Abend elegant und verspielt. Der romantische Träumer aus Tasmanien, der seit Jahren in Berlin lebt, wird von seinem Publikum vor allem für seine ausufernden Klangphantasien geliebt. Die Musik des Pianisten und Sängers Dan Freeman schwingt leicht zum melodischen Jazz, was ihr eine ganz besondere Note verleiht.
Danach folgte ein radikaler Stimmungswechsel. Bei Tapete & Crying Wölf brannte sofort die Luft. Die beiden Rapper tigerten schweißdampfend über die Bühne und brüllten ihre Wortkaskaden ins Publikum, das Wortungetüme wie »Dienstleistungserschleichung« und »Brustmuskeldance« dankbar zurückkreischte. Tapete & Crying Wölf sind nicht nur Sprachkünstler, die sich stimmlich wunderbar ergänzen, sie sind geborene Rampensäue, die auf die großen Bühnen Deutschlands gehören.
Kaum zu glauben, doch Tanga Elektra heizten die Stimmung noch mehr an. Die Brüder Daye und Eli kombinieren Soul, Funk und Electro zu einem explosiven Sound. Daye loopt seine gezupfte Geige, spielt darüber die Melodie und singt; sein Bruder Eli sitzt am Schlagzeug. Diese ungewöhnliche Kombination funktioniert live ausgezeichnet, die beiden Brüder gewannen die FritzNacht der Talente 2011 und brachten das Maschinenhaus zum Kochen. Ebenfalls kaum zu glauben: Tanga Elektra haben bis heute keinen Plattenvertrag.
Am 13. September beenden wir die Sommerpause mit dem nächsten Paukenschlag. Dann werden drei Bands aus der für ihre ausgedehnte Feierlaune bekannten Balkan-Pop-Szene auf der Bühne stehen. Mehr dazu in der nächsten Ausgabeab, 29. Juni am Kiosk.
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Fotos von Katja Koschmieder und Jens Schulze








