Melodie & Rhythmus

Rerecording statt Recyclen

09.01.2012 21:42

Die Sterne spielen ihre Anfänge neu ein

Die SterneSie könnten es sich einfacher machen und sich mit »Greatest Hits« feiern lassen. Schließlich leuchten die Sterne seit 20 Jahren und weisen den Weg, wie sich Tanzen mit Denken lustvoll verbinden lässt. Wie gut diese Symbiose nach wie vor funktioniert, zeigte ein rappelvolles Gastspiel im Dezember 2011 in Berlin. Es bewies, dass die Hamburger vor allem eines sind: eine hervorragende Liveband.

Wer allerdings von den Nachgeborenen den »Universal Tellerwäscher« zu Hause hören wollte, musste feststellen, dass all die frühen Alben der Sterne nicht mehr lieferbar sind. Deshalb wurden fünf der Stücke, die sich als Lebensbegleiter herausgestellt haben, neu eingespielt. Die Unterschiede zu den Erstaufnahmen sind mitunter minimal, einige Tempi sind verändert, die Arrangements teilweise anders gewichtet. »Für uns sind diese Stücke nicht alt, sondern gegenwärtig«, sagt Sänger Frank Spilker. »Das eigentliche Original, wenn es so was gibt, ist sowieso die Liveperformance.«

Zu diesem Selbstverständnis passt, dass das Minialbum auch zwei Coverversionen von Wegbegleitern aus der Hamburger Schule bietet. »Ich weigere mich, aufzugeben« von Superpunk und »Ich halte es nicht aus« von Die Regierung, passen wie selbstverständlich in das Narrativ der Sterne-Lieder. Apropos Schule: Ein weiterer Grund für die CD »Für Anfänger« war ebenso pragmatisch wie kalauerverführend. »Was hat dich bloß so ruiniert« ist der heimliche Titelsong des Kinofilms »Jonas – Stell Dir vor, es ist Schule und du musst wieder hin« mit Christian Ulmen in der Hauptrolle. Der Schulverweigerer resozialisiert sich in einer Schülerband.

Lene Zade

Die Sterne Für Anfänger
Materie Records/Rough Trade, VÖ 20.01.2012
www.diesterne.de

Anzeige

Anzeigen

TOP 10: Dezember 2024

Liederbestenliste

Ältere M&R-Newsletter

M&R-Newsletter 2/2026

Eine Klasse für sich

M&R-Newsletter 1/2026

Der Fährmann

M&R-Newsletter 4/2025

Zerstörung der Menschlichkeit

M&R-Newsletter 3/2025

In der Spaßblase

M&R-Newsletter 2/2025

Rettung der Vergangenheit

M&R-Newsletter 1/2025

Eiserne Staatsräson

Berechtigte Mahnungen

M&R-Newsletter 4/2024

Triumph der Reaktion

M&R-Newsletter 3/2024

Repressives Dogma

M&R-Newsletter 2/2024

»Eine neue Flamme«

M&R-Newsletter 1/2024

Verordneter Philosemitismus

M&R-Newsletter 4/2023

Wiederschlechtmachung

M&R-Newsletter 3/2023

Ideologische Supermacht
»Komm auf die dunkle Seite!«

M&R-Newsletter 2/2023

Kriegsstifter und Friedenshetzer
Lachend in den dritten Weltkrieg?

M&R-Newsletter 1/2023

Sag mir wo die Blumen sind
Nie wieder Frieden

Aus dem M&R-Archiv

Auf Ostfrontlinie gebracht
Nationalistische Parolen, Geschichtsklitterung, Hassexzesse, sogar Begeisterung für den totalen Krieg – einer wachsenden Zahl von Künstlern und Intellektuellen ist offenbar jedes Mittel recht, um sich der neuen Volksgemeinschaft gegen Russland anzudienen. weiterlesen

Melden Sie sich für unseren Newsletter an

Rudolstadtfestival 2023: Viva Cuba

Fotos von Katja Koschmieder und Jens Schulze weiterlesen

In eigener Sache

Wenn die Kraft fehlt
Weshalb der Verlag 8. Mai das Kulturmagazin Melodie & Rhythmus einstellt

Leider müssen wir heute eine schmerzliche Niederlage eingestehen: Das Magazin für Gegenkultur Melodie & Rhythmus (M&R) kann nicht weiter erscheinen. Das hat verschiedene Gründe, sie sind aber vor allem in unserer Schwäche und in der der Linken insgesamt zu sehen. weiterlesen

*****************

»Man hat sich im ›Grand Hotel Abgrund‹ eingerichtet«
Zum Niedergang des linken Kulturjournalismus – und was jetzt zu tun ist. Ein Gespräch mit Susann Witt-Stahl

Ausgerechnet vor einem heißen Herbst mit Antikriegs- und Sozialprotesten wird M&R auf Eis gelegt – ist das nicht ein besonders schlechter Zeitpunkt?
Ja, natürlich. … weiterlesen

logo-373x100

Facebookhttps://www.facebook.com/melodieundrhythmus20Twitter20rss

junge Welt abonnieren

flashback