Melodie & Rhythmus

Streaming-Dienste: Lizenzkauf oder Ripping?

25.10.2016 15:41

streaming

Neue Studie über das Verhalten von Musiknutzern im Internet

Die International Federation of the Phonographic Industry (IFPI) hat das Verhalten von Internetusern auf den 13 führenden Musikmärkten untersucht. Der Studie nach hören 71 Prozent der Konsumenten legal (d.h. lizensierte) Musik im Netz; die meisten davon auf YouTube. Eine Mehrheit der Befragten erklärte sich sogar bereit, dafür zu bezahlen. Diese Tendenz ist auch mit einem Wandel im Nutzerverhalten verbunden: Smartphones überholen Computer als das führende Medium für Musikkonsum, vor allem mit bezahlten Streaming-Diensten. Dennoch bezeichnet die IFPI Urheberrechtsverletzungen im Netz weiterhin als Problem. Mehr als ein Drittel der Nutzer (35 Prozent) hört und lädt Musik illegal herunter – wobei vor allem das sogenannte »Stream-Ripping«, d.h. der illegale Download von legalen Streaming-Angeboten, im Trend liegt.

Florian Drücke vom Bundesverband Musikindustrie weist im Kontext der Studie erneut auf den sogenannten »Value Gap« hin, ein Begriff, der die Kluft zwischen den Einnahmen der Musikdienste und dem Gewinn für die Künstler verdeutlichen soll. Er fordert klare rechtliche Rahmenbedingungen für die Lizenzpflicht. »Mehr Haftung heißt nicht mehr Einnahmen«, setzt David Pachali vom Onlinemagazin iRights.info dem entgegen. »Schärfere Auflagen und verpflichtende Inhalte-Filter, wie sie die EU-Kommission jetzt erwägt, würden YouTubes Position wahrscheinlich eher noch stärken.« Das Problem liege vor allem bei den Verträgen der Künstler. »Wenn die Musikindustrie und YouTube/Google sich hier beharken, heißt das noch nicht, dass Künstler am Ende etwas davon haben.«

red

Music Consumer Insight Report 2016: Download [pdf]

Der Beitrag erscheint in der Melodie und Rhythmus 6/2016, erhältlich ab dem 28. Oktober 2016 am Kiosk, im Bahnhofsbuchhandel oder im Abonnement. Die Ausgabe können Sie auch im M&R-Shop bestellen.

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