Melodie & Rhythmus

Nur die Kunst kann die utopischen Ideen noch retten

15.06.2021 14:32
Foto: Thomas Karsten

Foto: Thomas Karsten

Konstantin Wecker will auch und gerade in finsteren Zeiten mit der Kraft der Poesie die Möglichkeit des Unmöglichen entfalten

Interview: Susann Witt-Stahl

Der Liedermacher legt nach sechs Jahren ein neues Album mit einem 14-teiligen Liederzyklus und drei weiteren Stücken vor. Darunter eine Aktualisierung von »Willy« und andere Songs, in denen er auf der Alternativlosigkeit einer radikalen Wende weg von unserer inhumanen neoliberalen Gesellschaftsordnung, hin zu einer auf Solidarität errichteten herrschaftslosen Lebenswelt beharrt. M&R sprach mit Konstantin Wecker über die Macht der Musen, über Alter und Aufbruch und die Gefahren für die Kunst in der Pandemiekrise.

Auf »Utopia« findet sich erstmals auf einem Studioalbum eingesprochene Lyrik. Poesie spielt für Sie offenbar eine wachsende Rolle?

In meinen Gedichten drückt sich aus, was mein Verstand noch gar nicht ganz wahrhaben will. In schweren Zeiten, etwa als ich Drogenprobleme hatte, bin ich mir mit meinen eigenen Gedichten auf die Schliche gekommen. Auf dem neuen Album beschäftige ich mich sehr mit dem Alter. In meinem Lied »Bin ich endlich angekommen?« heißt es: »Sich stets weiter selbst begegnen ist des Alters Pflicht.« Das ist eigentlich eine innere Notwendigkeit, wenn man wie ich 74 ist. Aber im Alltag versucht man, es außen vor zu lassen und ewig jung zu bleiben [lacht].

Aus Ihren Gedichten spricht der alte weise Mann, aber in vielen Ihrer Melodien und Klavierläufen tollen Sie herum wie ein Welpe auf der Wiese …

Das ist der Zauber der Musik. Ich erinnere mich an meine Auftritte mit dem großen Saxofonisten Charlie Mariano Anfang der 90er. …

[≡] Konstantin Wecker
Utopia
Sturm & Klang

Das komplette Interview erscheint in der Melodie & Rhythmus 3/2021, erhältlich ab dem 18. Juni 2021 am Kiosk, im Bahnhofsbuchhandel oder im Abonnement. Die Ausgabe können Sie auch im M&R-Shop bestellen.

Ähnliche Artikel:

Anzeigen

Ältere M&R-Newsletter

M&R-Newsletter 3/2026

Blutgemeinschaft

M&R-Newsletter 2/2026

Eine Klasse für sich

M&R-Newsletter 1/2026

Der Fährmann

M&R-Newsletter 4/2025

Zerstörung der Menschlichkeit

M&R-Newsletter 3/2025

In der Spaßblase

M&R-Newsletter 2/2025

Rettung der Vergangenheit

M&R-Newsletter 1/2025

Eiserne Staatsräson

Berechtigte Mahnungen

M&R-Newsletter 4/2024

Triumph der Reaktion

M&R-Newsletter 3/2024

Repressives Dogma

M&R-Newsletter 2/2024

»Eine neue Flamme«

M&R-Newsletter 1/2024

Verordneter Philosemitismus

M&R-Newsletter 4/2023

Wiederschlechtmachung

M&R-Newsletter 3/2023

Ideologische Supermacht
»Komm auf die dunkle Seite!«

M&R-Newsletter 2/2023

Kriegsstifter und Friedenshetzer
Lachend in den dritten Weltkrieg?

M&R-Newsletter 1/2023

Sag mir wo die Blumen sind
Nie wieder Frieden

Aus dem M&R-Archiv

Auf Ostfrontlinie gebracht
Nationalistische Parolen, Geschichtsklitterung, Hassexzesse, sogar Begeisterung für den totalen Krieg – einer wachsenden Zahl von Künstlern und Intellektuellen ist offenbar jedes Mittel recht, um sich der neuen Volksgemeinschaft gegen Russland anzudienen. weiterlesen

Melden Sie sich für unseren Newsletter an

logo-373x100

Facebookhttps://www.facebook.com/melodieundrhythmus20Twitter20rss
flashback