Melodie & Rhythmus

»Rammbock gegen die Linke«

11.06.2019 13:51
Foto: Christian-Ditsch.de

Foto: Christian-Ditsch.de

Claus Ludwig nimmt die politisch motivierte Verdrehung des Antisemitismusbegriffes unter die Lupe

Interview: John Lütten

Ist Judenhass heute vor allem ein Problem der Linken und der Muslime, wie einige Rechte und die Mainstream-Medien behaupten? Und wie ist es zu erklären, dass immer mehr Juden, die die israelische Besatzungspolitik kritisieren, als Antisemiten diffamiert werden? Diesen und weiteren Fragen geht Claus Ludwig, Publizist und aktiv in der Partei Die Linke in Köln, in seinem Buch »Antisemitisch?! Gegen antideutsche Mythen und die Umdeutung des Begriffes« nach. M&R sprach mit ihm über die Neudefinition des Antisemitismus, die politischen Beweggründe und die Folgen.

Inwiefern wird der Antisemitismusbegriff heute umgedeutet – und von wem?

Er bezeichnet kaum mehr originären Judenhass, sondern jegliche Kritik am israelischen Staat und an dessen Politik. Für die Umdeutung sind vor allem westliche Regierungen verantwortlich, die politische und geostrategische Interessen am Erhalt ihres transatlantischen Bündnisses haben. Damit machen sich aber auch einige Kräfte gemein, denen das selbst nicht unmittelbar nützt: Leute etwa, die aufrichtig etwas gegen Antisemitismus tun wollen, aber nicht erkennen, dass man den real existierenden Antisemitismus nicht mit der kritiklosen Unterstützung Israels bekämpfen kann. »Antideutsche« wiederum machen auf dieser Grundlage aggressive Politik gegen Linke.

Sie kritisieren die Antisemitismus-Definition der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA), eines Zusammenschlusses eben jener westlichen und prowestlichen Regierungen. Was genau beanstanden Sie?

…

Claus Ludwig
Antisemitisch?! Gegen antideutsche Mythen und die Umdeutung des Begriffes
Manifest Verlag

Das komplette Interview erscheint in der Melodie & Rhythmus 3/2019, erhältlich ab dem 14. Juni 2019 am Kiosk, im Bahnhofsbuchhandel oder im Abonnement. Die Ausgabe können Sie auch im M&R-Shop bestellen.

Ähnliche Artikel:

Anzeigen

Ältere M&R-Newsletter

M&R-Newsletter 3/2026

Blutgemeinschaft

M&R-Newsletter 2/2026

Eine Klasse für sich

M&R-Newsletter 1/2026

Der Fährmann

M&R-Newsletter 4/2025

Zerstörung der Menschlichkeit

M&R-Newsletter 3/2025

In der Spaßblase

M&R-Newsletter 2/2025

Rettung der Vergangenheit

M&R-Newsletter 1/2025

Eiserne Staatsräson

Berechtigte Mahnungen

M&R-Newsletter 4/2024

Triumph der Reaktion

M&R-Newsletter 3/2024

Repressives Dogma

M&R-Newsletter 2/2024

»Eine neue Flamme«

M&R-Newsletter 1/2024

Verordneter Philosemitismus

M&R-Newsletter 4/2023

Wiederschlechtmachung

M&R-Newsletter 3/2023

Ideologische Supermacht
»Komm auf die dunkle Seite!«

M&R-Newsletter 2/2023

Kriegsstifter und Friedenshetzer
Lachend in den dritten Weltkrieg?

M&R-Newsletter 1/2023

Sag mir wo die Blumen sind
Nie wieder Frieden

Aus dem M&R-Archiv

Auf Ostfrontlinie gebracht
Nationalistische Parolen, Geschichtsklitterung, Hassexzesse, sogar Begeisterung für den totalen Krieg – einer wachsenden Zahl von Künstlern und Intellektuellen ist offenbar jedes Mittel recht, um sich der neuen Volksgemeinschaft gegen Russland anzudienen. weiterlesen

Melden Sie sich für unseren Newsletter an

logo-373x100

Facebookhttps://www.facebook.com/melodieundrhythmus20Twitter20rss
flashback