Melodie & Rhythmus

M&R Live: Frauenpower im Maschinenhaus

29.12.2011 10:36

Eine Woche vor dem Frauentag präsentieren wir drei exzellente Musikerinnen – mit männlicher Begleitung

m&r Live geht in die zweite Runde. Beim Konzert am 1. Dezember 2011 füllten Ira Atari, Erik & Me und Max Prosa das Maschinenhaus der Kulturbrauerei Berlin mit singenden, tanzenden und bestens gelaunten Menschen. Weil‘s so schön war, legen wir nach und präsentieren für m&r Live wieder ein fabelhaftes Line-Up:

Toni Kater, Gretel, YA-HA!
Wann? 1. März 2012, 20 Uhr
Wo? Maschinenhaus der Kulturbrauerei Berlin
Wie teuer? 12 Euro im Vorverkauf, 15 Euro an der Abendkasse

Tickets für m&r Live gibt es im Vorverkauf an allen bekannten Vorverkaufsstellen oder unter www.eventim.de
Rechtzeitiges Kaufen garantiert den Eintritt, denn: Wer nicht kommt, muss draußen bleiben.

Melodisch & Klug
Toni Kater ist eine der melodiebegabtesten Sängerinnen Deutschlands
Text: Markus von Schwerin, Foto: Marie Christine Müller

Toni Kater»Wo bist du, lass alles los und komm zu mir«, frohlockte es vor sieben Jahren im Radio, und eine hart angeschlagene Akustikgitarrensaite gab den Takt an. Die Sängerin dieses Paradestücks kluger Popmusik nannte sich Toni Kater, wurde von 2raumwohnung entdeckt und überzeugte auch auf Albumlänge: »Gegen die Zeit« (2004) und »Futter« (2005) präsentierten eine facettenreiche Liedautorin, deren Spektrum von Klavierballaden über sphärischen Vocal-Pop bis zu Glamrock reichte. Und danach Funkstille? Jein: Toni Kater beendete ihr Musik- und Literaturstudium, verfasste ein Fabelbuch und komponierte mit dem »Fuchslied« den harmonischsten Song in der jüngeren Werbegeschichte.

Entscheidend ist, dass Toni Kater in der Zwischenzeit in ihrer Berliner Wohnung weitere elf Lieder einspielte, die sie in noch stärkerem Maße als Interpretin vom Format einer Keren Ann auszeichnen. Wie sie in »Venedig« mit klarer Stimme zu minimalem Gitarrenpicking und bedrohlichen Drones den Widerstreit der Empfindungen beschreibt, in »Krass« und »1 Land« mittels poetischer Kontraste Spannung aufbaut oder das Titelstück in ein majestätisches Shoegazer-Gewand kleidet, zeugt von Mut zum Drama, wie er hierzulande Seltenheitswert hat.

Es gibt einige Beispiele für besonders persönliche Werke zeitgenössischer Musikerinnen, die des Wartens wert gewesen sind. So etwa Martha Wainwrights Debüt, »Ebba« von JaKönigJa und zuletzt Feists »Metals«. Toni Katers »Sie fiel vom Himmel« gehört in diese Reihe.

Toni Kater Sie fiel vom Himmel
Solaris Empire/Broken Silence, VÖ: 20.01.2012
www.toni-kater.de

Energisch & Wild
Gretel könnte der R‘n‘B-Shootingstar 2012 werden
Text: Georg Rackow, Foto: NicNac

GretelGretel besitzt eine große Stimme und wahnsinnig viel Energie. Die gebürtige Berlinerin singt R‘n‘B auf Elektro-Rock; sie selbst nennt es »Konkret-Musik«. Im Frühjahr wird sie ihr Debütalbum »The Big Bad Wolf And The 11 Lost Songs« veröffentlichen. Die musikalische Grundlage dafür stammt vom Produzentenduo The Krauts, das zuletzt auch Marteria und Peter Fox an die Chartspitze begleitete. Gute Voraussetzungen also für die Frau mit der souligen Rockstimme.

Begonnen hat Gretel als Co-Songwriterin für Peter Fox, Miss Platnum und Seeed. Es gibt in Deutschland nicht viele Möglichkeiten, sich als junge Künstlerin einen besseren Feinschliff zu holen, als in diesem freien und kreativen, aber immer auch zielstrebigen und wirtschaftlich erfolgreichen Umfeld. Was alle genannten Künstler gemeinsam haben, ist ein einzigartiger Stil und eine starke künstlerische Persönlichkeit. Wenn man sieht, wie die explosive Gretel live mit Band und zwei Drummern ihren elektronisch aufgeladenen R‘n‘B über die Bühne heizt, weiß man, dass Seeed & Co. eine gute Schule für sie waren.

Verwunderlich ist nur, dass sich noch kein Label bei Gretel beworben hat. Die Platte ist fertig, das Päckchen geschnürt. Zwar veröffentlicht Gretel ihr Album zur Not allein; trotzdem sind die Scouts der Plattenfirmen herzlich eingeladen, Gretel im Maschinenhaus zu bestaunen. Die Karten gibt’s im Vorverkauf.

www.myspace.com/grtl

Clever & Modern
YA-HA!-Songs sind feiner Stoff für Dancefloor-Hopper
Text: Erik Brandt-Höge, Foto: Christian Stangassinger

Ya-Ha!Privat sind sie schon lange ein Paar, jetzt machen Flo Schuster und Janna Wonders auch noch zusammen Musik. Der Bumentopf-Rapper und die Filmemacherin nennen sich YA-HA!, und nachdem sie 2010 eine EP veröffentlichten (»Überdosis Du«), erscheint jetzt das erste Album: »Immer & Überall«.

Die Deutsch-Amerikanerin Wonders, Kind des Langhans-Harems und aufgewachsen in einem kalifornischen Hippie-Dorf, hat sich mit ihren Doku-Arbeiten »Kinder der Schlafviertel« über Moskauer Vorstadt-Punks und »Bling, Bling« über Gangster-Rap in Los Angeles in der Filmszene bereits einen Namen gemacht. Gemeinsam mit Freund Flo Schuster aus der Hip-Hop-Gruppe Blumentopf sowie Dirk Dirksen (Gitarre) und Flo Laber (Bass) hat sie nun auch ihre musikalischen Qualitäten unter Beweis gestellt.

Zwar erfinden YA-HA! auf ihrem Langspieldebüt »Immer & Überall« nichts neu, ihr Synthie-Pop, die Dance-Beats und der halb gesprochene Gesang entsprechen schlichtweg den derzeitigen Regeln radiorelevanter Popmusik. Doch damit schaffen sie es, sich nicht bloß mit Tanznummern und Ausgeh-Storys für den Club zu empfehlen. Sie sind auch mal kritisch, blicken sich um und finden wirklich erzählenswerte Geschichten. Zum Beispiel vom Mädchen mit der Fake-Coco-Chanel-Tasche, das die ganze Nacht für ein Foto posiert, das aber keiner von ihr macht (»F.C.C.«). Oder vom »Robotermädchen«, das nie weint und Gefühle mit Sensoren sucht. Das ist unterhaltsam und clever getextet und zusammen mit der zeittypischen Musik absolut hörenswert.

YA-HA! Immer & Überall
YA-HA! Musik/Soulfood, VÖ: 03.02.2012
www.yahamusik.com

Tickets für m&r Live gibt es im Vorverkauf an allen bekannten Vorverkaufsstellen oder unter www.eventim.de
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