Melodie & Rhythmus

Was lange währt …

25.02.2012 19:14

Morning Parade

Morning Parade veröffentlichen am 05. März ihr lange angekündigtes Debütalbum
Text: Dagmar Leischow, Foto: Colin Lane

Ein schwüler Tag im Juni 2011, die Hitze in Köln ist unerträglich. Da sind Steve Sparrow und Chad Thomas natürlich froh, dass ihnen ihre Plattenfirma einen angenehm kühlen Raum zur Verfügung gestellt hat. Hier spielen die beiden Engländer einigen Journalisten ein paar Songs des Morning Parade Debütalbums vor. Sparrows Stimme schwebt in Klangräumen, die sich in alle möglichen Richtungen bewegen. Offenkundig prägen Britpop und Rock den Sound. Parallel dazu verarbeitet das Quintett aus Harlow Einflüsse aus Elektronik, Dance oder Techno. Davon hat sich das Publikum von Rock im Park und Rock am Ring 2011 gern verzaubern lassen.

Sehnsüchtig haben die frisch gewonnenen Fans seither auf eine CD gewartet. Doch die Veröffentlichung des Debüts »Morning Parade« wurde immer wieder verschoben. Warum? »Wir wollten nicht bloß einen Hit und viel Füllmaterial«, stellt Sänger Steve Sparrow klar. »Uns war es wichtig, eine durchgehend gute Platte aufzunehmen.« Erst ihr Produzent David Kosten brachte sie auf den richtigen Weg. »Er hat uns klargemacht, dass wir unsere Lieder nicht überladen dürfen«, sagt Gitarrist Chad Thomas. »Als Band solltest du nie deine Linie verlieren.«

Trotzdem trauen sich die Jungs aus der Grafschaft Essex an diverse musikalische Spielarten heran. Man kann Radiohead als Referenzgröße bemühen, Daft Punk oder Maximo Park. »Unsere Inspirationen wechseln andauernd«, behauptet Sparrow. Freunden pflegt er dagegen die Treue zu halten. Mit seinem Bassisten Phil Titus spielte er schon als Elfjähriger, Chad Thomas war sein College-Kumpel, Keyboarder Ben Giddings und Schlagzeuger Andy Hayes lernte er später kennen. 2007 gründete die Fünf dann Morning Parade. »Anfangs haben wir nur samstags gejammt«, erinnert sich Sparrow. »Dabei kamen oft 20-minütige Stücke heraus. Ehrlich gesagt, waren sie nicht so toll.«

Inzwischen beherrschen die Musiker ihr Handwerk selbstverständlich besser. Mit seinen Texten scheint Sparrow seiner Generation aus der Seele zu sprechen. Die Nummer »Us And Ourselves« kickt zum Beispiel die Erkenntnis in die Welt, dass wir letztlich doch immer auf uns allein gestellt sind – egal, wie viele Menschen wir um uns haben. Woher rühren so melancholische Gedanken? Die Antwort liegt für Sparrow auf der Hand: »Für meine Altersgenossen gibt es wenig Sicherheit. Oft wissen sie mit Mitte 20 immer noch nicht, was sie aus ihrem Leben machen sollen. Das ist ziemlich demoralisierend. Darum wäre es doch verlogen, fröhliche Songs zu schreiben.«

www.morningparade.com
www.facebook.com/morningparade

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