Melodie & Rhythmus

Unter der Hakenkreuzfahne, auf der höchsten Ruine

25.10.2016 15:13
Foto (Montage): Bundesarchiv

Foto (Montage): Bundesarchiv

Zwischen Todesverkündung und Hysterischer Fröhlichkeit – Nazi-Kitsch und Seine Grenzen

Feature: Susann Witt-Stahl

Es ist der 24. Dezember 1942, 19.25 Uhr. Der Rundfunk überträgt eine Direktschaltung zu den Fronten der Deutschen Wehrmacht.

Studiosprecher Werner Plücker ruft: »Achtung, an alle. Noch einmal sollen sich nun unter dem Eindruck dieser Stunden, die wir zusammen erlebten, alle Kameraden an den entferntesten Übertragungsstellen melden und Zeugnis ablegen durch ihren Ruf von dem umfassenden Erlebnis dieser, unserer Ringsendung. […] Achtung, ich rufe noch einmal Stalingrad.« Außenstation antwortet: »Hier ist Stalingrad. Hier ist die Front an der Wolga.« Plücker: »Achtung, noch einmal die Lappland-Front.« Antwort: »Hier ist die Baracke im finnischen Winterwald.« […] Eine weitere Außenstation: »Hier ist noch einmal der Schwarzmeerhafen auf der Halbinsel Krim. Wir bitten euch Kameraden, jetzt in das schöne alte deutsche Weihnachtslied ›Stille Nacht‹ mit einzustimmen. Stille Nacht, heilige Nacht!« [Singende Männerstimmen mit Klavierbegleitung im Hintergrund]
-aus Transkript der Weihnachtsringsendung 1942, Großdeutscher Rundfunk

Je ernüchternder der Kriegsverlauf, desto beharrlicher wurde eine virtuelle Welteroberungsgemeinschaft beschworen, mit der der Zivilbevölkerung suggeriert wurde, eine tragende Säule neben der Deutschen Wehrmacht und den SS-Krieger-Eliten zu sein.

Den kompletten Artikel lesen Sie in der Melodie und Rhythmus 6/2016, erhältlich ab dem 28. Oktober 2016 am Kiosk, im Bahnhofsbuchhandel oder im Abonnement. Die Ausgabe können Sie auch im M&R-Shop bestellen.

Anzeigen



In eigener Sache

Wenn die Kraft fehlt
Weshalb der Verlag 8. Mai das Kulturmagazin Melodie & Rhythmus einstellt

Leider müssen wir heute eine schmerzliche Niederlage eingestehen: Das Magazin für Gegenkultur Melodie & Rhythmus (M&R) kann nicht weiter erscheinen. Das hat verschiedene Gründe, sie sind aber vor allem in unserer Schwäche und in der der Linken insgesamt zu sehen. weiterlesen

*****************

»Man hat sich im ›Grand Hotel Abgrund‹ eingerichtet«
Zum Niedergang des linken Kulturjournalismus – und was jetzt zu tun ist. Ein Gespräch mit Susann Witt-Stahl

Ausgerechnet vor einem heißen Herbst mit Antikriegs- und Sozialprotesten wird M&R auf Eis gelegt – ist das nicht ein besonders schlechter Zeitpunkt?
Ja, natürlich. … weiterlesen

TOP 10: OKTOBER 2022

Liederbestenliste

Aktuelle Ausgabe bestellen*

1. per Mail: abo@melodieundrhythmus.com
2. per Telefon: 030/ 53 63 55 37
3. per Telefax: 030/ 53 63 55 51
4. per Post: Verlag 8. Mai GmbH, Torstr. 6, 10119 Berlin
5. im M&R-Shop

*Preis 6,90 Euro inkl. 5% MwSt. zzgl. Versand 1,80 Euro

Ältere Ausgaben im M&R-Shop nachbestellen.
M&R Shop
logo-373x100

Facebookhttps://www.facebook.com/melodieundrhythmus20Twitter20rss

Jetzt abonnieren

Jetzt abonnieren
flashback