Melodie & Rhythmus

»Viel geredet wurde nicht«

11.12.2018 14:23
Foto: Xenia Hausner

Foto: Xenia Hausner

Die Aufarbeitung der NS-Zeit beschäftigt Peter Simonischek nicht nur in seinen Filmrollen

Interview: Maximilian Haase

Mit »Toni Erdmann« avancierte der Schauspieler Peter Simonischek zum Publikumsliebling. Auf kritische Stoffe verzichtet der Österreicher dennoch nicht. In seinem neuen Film »Der Dolmetscher« spielt der 72-Jährige den Sohn eines SS-Offiziers, der auf den Nachkommen (Jiří Menzel) von Opfern seines Vaters trifft. Die beiden begeben sich auf einen erinnerungskulturellen Roadtrip in die Slowakei. M&R sprach mit Simonischek über den Zweiten Weltkrieg, die NS-Aufarbeitung in seiner Familie und das Schweigen der Österreicher.

»Der Dolmetscher« ist nach »Toni Erdmann« erneut eine Tragikomödie. Liegt Ihnen das Genre besonders?

Erst konnte ich mir darunter nicht viel vorstellen. Aber die Slowaken können diesen melancholischen Humor sehr gut bedienen – und dabei das heikle Thema des Umgangs mit der NS-Vergangenheit anpacken und aufarbeiten.

Auch in der Slowakei gab es Kollaborateure, wie den Protagonisten im Film klar wird. Wussten Sie um die slowakische Erinnerungskultur?

Nein, ich kannte nur Martin Pollacks Buch »Der Tote im Bunker«. Aber bei den Österreichern ist die Auseinandersetzung noch viel brisanter und wichtiger. Nach zehn Jahren Besatzung nahmen sie die Erzählung gern an, das erste Opfer der Nazis gewesen zu sein. Dabei haben es viele bewenden lassen. Obwohl man die Bilder vom Heldenplatz kennt – wie begeistert ein Gros der Bevölkerung gejubelt hat.

…

Der Dolmetscher
Regie: Martin Šulík
Film Kino Text

Das komplette Interview erscheint in der Melodie & Rhythmus 1/2019, erhältlich ab dem 14. Dezember 2018 am Kiosk, im Bahnhofsbuchhandel oder im Abonnement. Die Ausgabe können Sie auch im M&R-Shop bestellen.

Anzeigen

Ältere M&R-Newsletter

M&R-Newsletter 3/2026

Blutgemeinschaft

M&R-Newsletter 2/2026

Eine Klasse für sich

M&R-Newsletter 1/2026

Der Fährmann

M&R-Newsletter 4/2025

Zerstörung der Menschlichkeit

M&R-Newsletter 3/2025

In der Spaßblase

M&R-Newsletter 2/2025

Rettung der Vergangenheit

M&R-Newsletter 1/2025

Eiserne Staatsräson

Berechtigte Mahnungen

M&R-Newsletter 4/2024

Triumph der Reaktion

M&R-Newsletter 3/2024

Repressives Dogma

M&R-Newsletter 2/2024

»Eine neue Flamme«

M&R-Newsletter 1/2024

Verordneter Philosemitismus

M&R-Newsletter 4/2023

Wiederschlechtmachung

M&R-Newsletter 3/2023

Ideologische Supermacht
»Komm auf die dunkle Seite!«

M&R-Newsletter 2/2023

Kriegsstifter und Friedenshetzer
Lachend in den dritten Weltkrieg?

M&R-Newsletter 1/2023

Sag mir wo die Blumen sind
Nie wieder Frieden

Aus dem M&R-Archiv

Auf Ostfrontlinie gebracht
Nationalistische Parolen, Geschichtsklitterung, Hassexzesse, sogar Begeisterung für den totalen Krieg – einer wachsenden Zahl von Künstlern und Intellektuellen ist offenbar jedes Mittel recht, um sich der neuen Volksgemeinschaft gegen Russland anzudienen. weiterlesen

Melden Sie sich für unseren Newsletter an

logo-373x100

Facebookhttps://www.facebook.com/melodieundrhythmus20Twitter20rss
flashback