Melodie & Rhythmus

Øya Festival, Oslo 2014 – Scream until you like it!

26.08.2014 20:21

QueensOfTheStoneAge

Anspruch, Vielfalt, Toleranz

In seiner 15 jährigen Geschichte hat das Øya Festival (sprich: Öhh-Ja ) nicht nur den kommunizierten Anspruch das grünste Musikfestival des Planeten zu sein. Man setzt ihn auch durch. Dazu gehört ein Beschaffungsplan mit Umweltkriterien, Bio-Lebensmitteln, und einer Materialrecyclingquote von rund 60 Prozent. Andere Macher zum Handeln inspirieren und zeigen, dass es Alternativen geben kann! In diesem Jahr zog das angesagteste Festival Norwegens aus Platzgründen um. In den Tøyenpark. Dieser liegt im Zentrum von Oslo und ist größer als die alte Stätte, so dass es genug Platz für die ca. 20.000 Besucher gab, um neben 3 Openair Bühnen erstmalig eine komplett neue, 7.000 Besucher fassende Zeltbühne aufzustellen. Nordische Nächte sind im Sommer bekannter Weise sehr lichtintensiv und für spektakuläre Lichtshows dann eher kontraproduktiv. Neben der neuen Location, hatte das Øya wieder ein vielfältiges, geschmackssicher Line up zusammengestellt. Als Headliner sorgten u.a. Outkast, Queens of the Stone Age, The National, die Local Heroes Röyksopp & Robyn, Thomas Dybdahl sowie die Stil-Ikone des Pop, Bryan Ferry für (mal mehr, mal weniger laute ) Begeisterungsschreie auf dem Areal, das auch das Munch Museum beheimat. Popmusic meets Arts. Für die Generation „Selfie“ auch eine Gelegenheit, sich mit dem berühmtesten Bild Munch´s zu verewigen.
Mit den erwähnten ca. 20.000 Besuchern pro Tag und 83 Shows auf dem Festivalgelände blieb das ØYA dabei, ein angenehm überschaubares Festival zu sein, das außer der Garde ertklassiger internationaler Headliner, viel Spielraum den nationalen Künstlern einräumte. Als sehr angenehmer Nebeneffekt ist zu vermerken, für das Publikum gab es kein Anstehen an den Toiletten, hochwertiges Essen, Sauberkeit durch ständiges Müllsammeln, die skandinavische Gelassenheit, die selbstverständliche Familienfreundlichkeit, vielleicht auch der Stadt-Festivalcharakter ohne Camping. All diese Dinge trugen dazu bei, das ØYA zu einem äußerst entspanntes Happening werden zu lassen, die wunderbare Kullisse Oslos inklusive. Und nicht zuletzt durch das Tatwerk von 2100 freiwilligen Helfern wurde diese Umsetzung möglich. Wer für die Planung eines Kurzurlaubs 2015 noch einen Tip haben möchte: 11.08. – 15.08., Oslo, ØYA 2015!

Text: Thomas König, Fotos: Øya Festival


 
 
Outcast (US)
Hey Ya !!! Nach 5 Jahren Pause, pünktlich zum 20. Jubiläum ihres Erfolgsalbums „Southernplayalisticadillacmuzik“ wieder gemeinsam auf der Bühne: Big Boi und Andre 3000. Das Konzertereignis auf dem Øya.

Queens Of The Stone Age (US)
Queens Of The Stone Age ist die wohl konsequente moderne Hardrock-Band in diesem Jahrhundert. Josh Homme die Konstante der Band und einer der besten Hard- Rock- Song Schreiber. Auf dem Oya begeisterten sie mit ihrem aktuellen Album „Like Clockwork“.

The National (US)
Mit „Trouble Will Find Me“ schufen Matt Beringer & Co im vergangen Jahr das emotional und melodisch vielschichtigste Album ihrer bisherigen Laufbahn. Trotz oder gerade wegen Berninger´s permanent alkoholisierter und autistisch wirkender Bühnenpräsenz und seiner obligtatorischen Sangeseinlage inmitten des Publikums, eines der Øya – Highlights.

Janelle Monae (US)
Nach ihren Øya – Auftritten 2008 und 2011 eine der Osloer Publikumslieblinge. Bei ihrer Psychedelic Funk- Pop-Show brodelte der Tøyenpark und sie ist auf dem sicheren Weg ein neuer R&B Superstars zu werden.

Röyksopp&Robyn (NOR)
Aus einem gemeinsamen Song auf dem Oya 2009 entstand nun ein exklusives Konzert. Norwegens Popexport in Sachen elektronischer Musik, Svein Berge und Torbjørn Brundtland aka Röyksopp interpretierten grandios inszeniert mit Robyn deren und ihre eigenen Songs.

Gojira (FR)
Eine der wohl aufregendsten Death- Metal Bands Europas kommt aus Frankreich. Sie live zu erleben hinterließ nicht nur bei der Metal Gemeinde offene Münder und löste eine Welle der Begeisterung aus. Was Drummer Mario Duplantier an seinem Set zauberte war Perfektion von einem anderen Stern.

Rival Sons (US)
Das kalifornische Quartett schuf eines der besten Rock Alben diesen Sommers. Ihre Stil- Mix von Led Zeppelin, Black Crowes bis zu Band Company fand im Toyenpark viel Annerkennung. Frontmann Jay Buchanan ähnelt nicht nur stimmlich seinem Vorbild Robert Plant.

Thomas Dybdahl (NOR)
Er ist seit Anfang der 2000er Jahre zweifelsfrei einer der besten Sänger und Songschreiber Norwegens. Seine von ihm perfektionierte Kombination aus unterschiedlichen Sounds mit der Intimität seiner Lieder, macht ihn auch zu einem international gefragten Künstler.

Jungle (GB)
Jungle sind das „Next Big Thing“ aus Großbritannien. Ihre Identität halten sie (noch ) weitestgehend aus der Öffentlichkeit fern. Ihr Sound könnte man mit einem Mix aus „Faithless meets Jimmy Sommerville“ beschreiben 7.000 Zuschauer feierten die Band in einem Zelt an einem heißen Nachmittag euphorisch.

Bryan Ferry (GB)
Als die Stil-Ikone der Popmusik der 80iger, gut gelaunt und gesanglich in Top Form bei strömenden Regen u.a. seine Schmacht-Klassiker live präsentierte, agierte selbstverständlich das komplette Auditorium bei „More Than This“ und „Avalon“ als Chor und pfiff selbst das Outro von „Jealous Guy“ ton-sicher laut mit.

I Was A King (NOR)
In Norwegen sind sie keine Unbekannten mehr und bekamen einen Auftritt auf der Hauptbühne. Auf vier Alben und erfolgreiche Kollaborationen u.a. mit Roby Hitchcock und Sufian Stevens können sie verweisen. Mit ihrem aktuellen Album „Isle of Yours“ wird die Band von Frode Strømstad und Annelise Frøkedal in den kommenden Wochen auch im restlichen Europa punkten.

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