Melodie & Rhythmus

EDITORIAL

21.02.2010 09:32

Liebe Leserinnen und Leser,

melodie&rhythmus wird es weiterhin geben. Aber wir machen nicht einfach weiter wie bisher: Zum einen erscheint jeden zweiten Monat eine Ausgabe.
Zum anderen entwickeln wir unser inhaltliches Konzept weiter. In welche Richtung – das soll dieses Heft zeigen.

Jede Ausgabe wird von der Strecke »Musik und Gesellschaft« geprägt. Diesmal beschäftigen wir uns mit dem Thema »Musik und Politik«: Reinhard Jellen zeigt anhand der Geschichte der Soul-Musik exemplarisch auf, dass Alltagsthemen hochpolitisch sind. Ausgerechnet Konstantin Wecker sinniert über Leidenschaft, Chaos als Urkraft und fortschrittliche Ekstase: Liedermacher sind nicht nur auf Musik und Politik zu reduzieren. Wie gesellschaftliche Verhältnisse auf Musik einwirken, beschreibt Hollow Skai am Beispiel der Gründung von Ton Steine Scherben. Das Schwerpunktthema beeinflusst auch die anderen Bereiche. In der Titelgeschichte skizzieren wir die Entwicklung der Rocklegende Silly. Im großen m&r-Gespräch erklären Silly, warum ihre neue CD politisch ist.

melodie&rhythmus wurde 1957 gegründet und ist damit die älteste Musikzeitschrift im deutschsprachigen Raum. Künftig wollen wir aus unserem reichhaltigen journalistischen Archiv Artikel auswählen, die Bezüge zur Gegenwart ermöglichen. So finden Sie in diesem Heft einen genialen Beitrag des Fernseh-Kommentators Karl-Eduard von Schnitzler, der 1962 scharf und offen die real existierende sozialistische Schlagerkultur beschimpft. Kritik an der Plattenkritik gab es schon 1963, mit ähnlichen Bezügen wie heute: Kritiker schreiben einfach die Waschzettel der Plattenfirmen ab und scheuen sich vor einer eigenen Meinung. Probleme, mit denen auch wir uns herumschlagen müssen. Unser Lösungsansatz liegt nicht in einer kollektiven Besprechung von Neuerscheinungen, sondern in der Stärkung der journalistischen Leistung und Meinungsfreude. Daran arbeiten wir allerdings noch.

Neu ist auch, dass wir Ihnen in jeder Ausgabe eine Fotoreportage anbieten. Diesmal ist der Besuch von Louis Armstrong in der DDR vor 45 Jahren Thema. In der neuen Rubrik »Legendäre Orte« der Musikgeschichte in Ost und West stellen wir die Trabrennbahn in Berlin-Weißensee vor. Aber nicht alles ist neu. Musikproduktion im deutschsprachigen Raum bleibt unser Schwerpunkt, der Ostrock nimmt eine besondere Stellung ein. Wir halten Herkunft und Geschichte dieser Zeitschrift für eine besondere Stärke.

Sie sehen, wir sind im Aufbruch. Dieses Heft ist voller Neuerungen, gleichzeitig unreif, unvollständig, widersprüchlich – eben eine Baustelle. Die nächste Ausgabe wagt sich an den Schwerpunkt »Musik & Sex«. Bis dahin freuen wir uns auf Ihre Anregung und Kritik!

Nicole Kirchner
Dietmar Koschmieder

Anzeigen

1.700 Abos jetzt

Solidarität mit M&R

DIDF-Jugend unterstützt M&R

Liebe Leserinnen und Leser, Aktive und Herausgeberinnen und Herausgeber
der jungen Welt und der M&R,

ich bin Johanna aus dem SDS der HAW, der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Hamburg. Ich melde mich aus aktuellem Anlass zu Wort, um für die Wiederaufnahme der Melodie & Rhytmus zu sprechen.

weiterlesen
1.700 Abos jetzt
logo-373x100
Facebookhttps://www.facebook.com/melodieundrhythmus20Twitter20rss

Aktuelles

Kulturzeitschrift Melodie & Rhythmus erscheint weiter
Mit einer Crowdfunding-Kampagne schaffen Lesende, Künstler und Verlag Voraussetzungen für die nächsten Ausgaben
29.06.2018
Dein M&R-Abo fehlt!
Neuer Kurs: 1.400 Abonnenten bis zum 14. Juli!
jW, 23.06.2018
Instrument im Kampf gegen Kriege
Bereits 554 Abos für Melodie & Rhythmus – Solikonzert am 22. Juni in der Berliner Wabe
jW, 12.05.2018
Die Waffe der Kritik braucht ein Magazin … Die Waffe der Ideologiekritik braucht ein Magazin
jW, 14.04.2018
Gegen den Massenbetrug Die Waffe der Ideologiekritik braucht ein Magazin
jW, 31.03.2018
Melodie & Rhythmus retten – 1.000 Abos jetzt! jW, 31.03.2018
Sterben Musikzeitschriften aus? Krise und Umbruch
„Musikforum“, „Melodie & Rhythmus“ und die „Österreichische Musikzeitschrift“ - drei traditionsreiche Magazine werden sicher oder möglicherweise eingestellt. Sterben Musikzeitschriften aus? Und liegt die Rettung im Internet? Jan Ritterstaedt hat sich umgehört.
SWR, 22.02.2018

Auslaufmodell Gegenkultur? Zum drohenden Ende von Melodie & Rhythmus
Interview von Deutschlandfunk Kultur mit M&R-Chefredakteurin Susann Witt-Stahl
21.02.2018, mp3

Wundertäter gesucht
Wie Melodie & Rhythmus als Magazin für Gegenkultur doch noch fortgeführt werden könnte
27.01.2018

Treibstoff für große Anstrengungen
Aufgeben – das ginge gar nicht in Zeiten des aufhaltsamen Aufstiegs der AfD und anderer rechter Demagogen, meinen fast alle, denen M&R etwas bedeutet.
27.01.2018

Auf Eis gelegt
Die Produktion von Melodie & Rhythmus, Magazin für Gegenkultur, wird vorerst eingestellt. Einnahmen reichen nicht, um hohe inhaltliche Ansprüche auf Dauer zu finanzieren.
06.01.2018

Zur Ästhetik der Großen Weigerung
Warum eine Gegenkultur auf historisch-materialistischer Basis alternativlos ist
06.01.2018

Pressemitteilung:
Zeitschrift Melodie & Rhythmus vor dem Aus?, 05.01.2018
Anzeige junge Welt
flashback

Melden Sie sich für unseren Newsletter an

Aktuelle Ausgabe bestellen*

1. per Mail: abo@melodieundrhythmus.com
2. per Telefon: 030/ 53 63 55 37
3. per Telefax: 030/ 53 63 55 51
4. per Post: Verlag 8. Mai GmbH, Torstr. 6, 10119 Berlin
5. im M&R-Shop

*Preis 6,90 Euro inkl. 7% MwSt. zzgl. Versand 1,80 Euro

Ältere Ausgaben im M&R-Shop nachbestellen.
M&R Shop