Melodie & Rhythmus

400 Jahre Erniedrigung

23.06.2020 14:14
Fotos (Montage): Reuters/Julia Rendleman, Brian Snyder, Eduardo Munoz, Lindsey Wasson

Fotos (Montage): Reuters/Julia Rendleman, Brian Snyder, Eduardo Munoz, Lindsey Wasson

US-amerikanische Künstler und Intellektuelle zum Massenaufstand gegen Polizeigewalt und Rassismus

Matthias Rude

Die Reaktionen der US-Regierung auf die Proteste gegen rassistische Polizeigewalt nach dem Mord an George Floyd offenbaren den desolaten Zustand der »ältesten Demokratie der Welt«. Angesichts des Vorgehens der Exekutive gegen Medienvertreter muss man sich etwa fragen, wie es um die Pressefreiheit im Land bestellt ist. Präsident Trump, der linke Gruppen für den Aufruhr verantwortlich macht, kündigte an, die Antifa als Terrororganisation einstufen zu lassen, und drohte mit dem Einsatz des Militärs.

Sind die USA schon ein »gescheiterter Staat«? David Rovics, Singer-Songwriter und politischer Aktivist aus Portland, ist offenbar dieser Meinung: Der Titel seines neuen Albums lautet »Notes from a Failed State«. Am 31. Mai verbrachte er den ganzen Tag damit, im Big Red Studio in Corbett, Oregon, seine neuesten Songs aufzunehmen. »I’m left with no reason to wonder, as I watch Minneapolis burn«, singt er – dass die Demonstrationen eskaliert sind, hat ihn nicht überrascht. Er stellt die Geschehnisse in einen größeren gesellschaftlichen Zusammenhang: »Are -people still lynched in America – and do the poor still die of disease/ Are the prisons still full of debtors, do bodies still hang from the trees/ Do the workers still live by the highways, still struggle to come up with rent/ Do families still get evicted, when the last of their credit is spent.« Der Fall Floyd sei nur der Funke gewesen, an dem die Unruhen sich entzündet hätten – ihr Nährboden waren, so Rovics gegenüber M&R, »der wirtschaftliche Zusammenbruch, die vielen Verwerfungen, die durch die Pandemie aufgedeckt wurden, die Wohnungsnot und Obdachlosigkeit, die unzureichende medizinische Versorgung, das fehlende öffentliche Gesundheitssystem«.

Ebenfalls am 31. Mai veröffentlichte der bekannte afroamerikanische Regisseur Spike Lee einen eineinhalbminütigen Kurzfilm mit dem Titel »3 Brothers«, der zuerst auf CNN im Rahmen einer Sendung mit dem Titel »I Can’t Breath: Black Men Living and Dying in America« zu sehen war, bevor das Werk über Twitter verbreitet wurde. …

Der komplette Beitrag erscheint in der Melodie & Rhythmus 2/2020, erhältlich ab dem 26. Juni 2020 am Kiosk, im Bahnhofsbuchhandel oder im Abonnement. Die Ausgabe können Sie auch im M&R-Shop bestellen.

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