Melodie & Rhythmus

Sinfonie in der Todeszone

28.06.2016 14:22
Fotos (Monatage): armadaFILM / Susann Witt-Stahl

Fotos (Monatage): armadaFILM / Susann Witt-Stahl

Der Musiker Mark Chaet hat die »Partitur« des Ukrainekrieges geschrieben

Interview: Susann Witt-Stahl

Der ukrainische Violinist, Komponist und Arrangeur Mark Chaet hat seine Heimat vor 22 Jahren verlassen. Im April 2015 kehrte er mit einem Filmteam zurück in den von der Kiewer Regierung kontrollierten Osten der Ukraine, wechselte die Fronten und fuhr weiter in die nicht anerkannte Volksrepublik Donezk (DNR) – ins Zentrum des Bürgerkrieges. Von der Jugendmusikschule in seinem Geburtsort Kramatorsk in der Ukraine bis zum Konservatorium in Donezk, wo er das Fach Geige studiert hatte: Begleitet von der schaurigen Melodie der Artilleriegeschütze besuchte Mark Chaet die wichtigsten Stationen seines künstlerischen Werdegangs und interviewte Freunde und ehemalige Kollegen. M&R sprach mit ihm über seine Eindrücke und Erlebnisse während und nach den Dreharbeiten.

Sie sind gerade von der Uraufführung Ihrer neuen Sinfonie in der Donezker Philharmonie zurückgekehrt. Warum haben Sie ausgerechnet die DNR, die »Todeszone«, wie einer Ihrer Kollegen sagte, als Ort dafür gewählt?

Die Entscheidung fiel im Nachgang der Arbeit an »Die Partitur des Krieges«. Die Erfahrungen in der Ukraine haben uns tief berührt. Als Komponist kann ich meine Gedanken und Gefühle am besten in Form der Musik ausdrücken. Das Werk ist den Menschen in Donezk gewidmet. Für mich war es wie nach Hause zu kommen und sehr bewegend, meine Sinfonie mit dem Orchester der Philharmonie zu hören. Ich habe ja früher selber dort gespielt und nun viele ehemalige Kollegen wiedergetroffen.

Wie waren die Reaktionen?

Die Aufführung war gut besucht. Nachdem die letzten Töne verklungen waren, gab es stehende Ovationen. Viele Menschen hatten Tränen in den Augen. Die Bevölkerung der DNR sehnt sich nach Aufmerksamkeit von außen. Sie fühlt sich verlassen.

Die Partitur des Krieges. Leben zwischen den Fronten
armadaFILM
www.die-partitur-des-krieges.de

Das komplette Interview lesen Sie in der Melodie und Rhythmus 4/2016, erhältlich ab dem 1. Juli 2016 am Kiosk, im Bahnhofsbuchhandel oder im Abonnement. Die Ausgabe können Sie auch im M&R-Shop bestellen.

Ähnliche Artikel:

Anzeigen



In eigener Sache

Wenn die Kraft fehlt
Weshalb der Verlag 8. Mai das Kulturmagazin Melodie & Rhythmus einstellt

Leider müssen wir heute eine schmerzliche Niederlage eingestehen: Das Magazin für Gegenkultur Melodie & Rhythmus (M&R) kann nicht weiter erscheinen. Das hat verschiedene Gründe, sie sind aber vor allem in unserer Schwäche und in der der Linken insgesamt zu sehen. weiterlesen

*****************

»Man hat sich im ›Grand Hotel Abgrund‹ eingerichtet«
Zum Niedergang des linken Kulturjournalismus – und was jetzt zu tun ist. Ein Gespräch mit Susann Witt-Stahl

Ausgerechnet vor einem heißen Herbst mit Antikriegs- und Sozialprotesten wird M&R auf Eis gelegt – ist das nicht ein besonders schlechter Zeitpunkt?
Ja, natürlich. … weiterlesen

TOP 10: OKTOBER 2022

Liederbestenliste

Aktuelle Ausgabe bestellen*

1. per Mail: abo@melodieundrhythmus.com
2. per Telefon: 030/ 53 63 55 37
3. per Telefax: 030/ 53 63 55 51
4. per Post: Verlag 8. Mai GmbH, Torstr. 6, 10119 Berlin
5. im M&R-Shop

*Preis 6,90 Euro inkl. 5% MwSt. zzgl. Versand 1,80 Euro

Ältere Ausgaben im M&R-Shop nachbestellen.
M&R Shop
logo-373x100

Facebookhttps://www.facebook.com/melodieundrhythmus20Twitter20rss

Jetzt abonnieren

Jetzt abonnieren
flashback