Melodie & Rhythmus

Musik schießt keine Tore, aber …

28.08.2013 08:04

… kann schon mal den Weltmeistertitel kosten!
Essay: Stephan Michme, Foto: Thelen

Es war der Sommer aller Fußballfans. Es war der Sommer, der selbst hartgesottene Kritiker der deutschen Fußballnationalmannschaft dazu brachte, sich Schwarz-Rot-Goldene Fähnchen ans Auto zu pömpeln und gemeinsam mit Hunderten, ach was schreib ich, mit Tausenden »public zu viewen«. Es war der »beste Fußballsommer jemals«, wie nicht wenige Langzeitfußballfans behaupten, »so etwas kommt nie wieder«, »nie wieder werden wir den Fußball so feiern«. Frauen waren mehr denn je dabei, unsere Mannschaft spielte plötzlich mutig – der Boden war bereitet. Wir hatten Poldi, Schweini, einen Lehmann im Tor und einen irre fairen, unerwartet sportlichen, sehr entspannten Titanen Kahn auf der Ersatzbank. Die wunderbaren Sportfreunde Stiller hatten ein nur wenig peinliches Fußball-Mitsingliedchen verfasst, dazu noch eine ganze Platte rund um den Ball, die 11 Freunde, das magische Spiel (siehe Seite 52). Es war alles so perfekt.

Doch was ging dann schief. Wer hatte nur Schuld am 0:2 gegen die Italiener? Es gibt eine klare Antwort. Es kann nur die eine Antwort geben. Der Schuldige ist Gerald Asamoah! Dieser eher für seine kämpferische als filigrane und taktisch kluge Spielweise bekannte Fußballer war es, der als offizieller Mannschafts-DJ einige Songs, darunter auch Xavier Naidoos »Dieser Weg«, aussuchte und dem Bundestrainer Klinsmann vorlegte. Jürgen Klinsmann soll dann angeblich genau diesen Motivationsschmachtfetzen des »WimmerInders«, wie Xavier völlig zu Unrecht und indiskutabel von einigen Neidern verhohnepiepelt wird, ausgesucht haben.

Das konnte nicht gut gehen. »Dieser Weg« ist ganz sicher ein nettes Stückchen popmusikalischen Flickens im deutschen Radioklangteppich und auch der Text kann einen aufbauen, zum Beispiel wenn die Frau weggerannt ist. Für den ganz alltäglichen Kleinkram eben. Dafür reicht »Dieser Weg« bestimmt. Sogar bis ins WM-Halbfinale hat es gereicht. Aber eben nicht weiter.

Stephan Michme, geboren am 4. März 1972 in Magdeburg, spielt Fußball bei der Alte-Herren-Mannschaft des Magdeburger SV Börde 1949. Er dürfte den meisten allerdings als Sänger der Rockgruppe Scycs bekannt sein, die mit »Next November « 1998 Platz 14 der deutschen Charts erreichte. Mittlerweile arbeitet er solo, sein Album »Bis hier her und bald weiter« ist im vorigen Jahr erschienen. Stephan ist Mitbetreiber des Plattenlabels Heartdisco und Radio- und TV-Moderator bei MDR Sachsen-Anhalt.

Den kompletten Artikel lesen in der Melodie&Rhythmus 5/2013, erhältlich ab dem 30. August 2013 am Kiosk, im Bahnhofsbuchhandel oder im Abonnement. Die Ausgabe können Sie auch im M&R-Shop bestellen.

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