Melodie & Rhythmus

Am Rand der Verzweiflung

23.06.2020 14:22
Fotos: Michael Christopher Brown

Fotos: Michael Christopher Brown

Michael Christopher Brown dokumentiert den Alltag in dem Elendsviertel Skid Row in Los Angeles während der Covid-19-Pandemie

Interview: Bastian Tebarth

00006Michael Christopher Brown, geboren 1978 in Skagit Valley, einer Farmergemeinschaft im US-Bundesstaat Washington, ist freischaffender Fotograf. Er hat unter anderem in China, Ägypten, Palästina, in der Demokratischen Republik Kongo und in der Zentralafrikanischen Republik gearbeitet. 2011 war er als Kriegsberichterstatter in Libyen – dort erlitt er mehrere schwere Verletzungen; seine Kollegen Tim Hetherington and Chris Hondros wurden getötet (Michael Mann hat Browns Einsatz in der HBO-Filmproduktion »Witness: Libya« von 2012 dokumentiert). 2016 begleitete er in Kuba den Trauerzug für Fidel Castro – die Bilder sind in dem Fotoband »Yo Soy Fidel« erschienen. Bis 2017 war Brown Mitglied der berühmten Fotografenagentur Magnum Photos, seine Arbeiten wurden mehrfach ausgezeichnet. Er veröffentlicht regelmäßig in National Geographic und im New York Times Magazine.

Sie sind als Fotograf bekannt geworden, der vorwiegend in Krisengebieten arbeitet. Wie kam es dazu, dass Sie Ende 2019 angefangen haben, sich mit dem sozialen Elend in Ihrer unmittelbaren Nachbarschaft zu beschäftigen?

Als ich vor ein paar Jahren nach Los Angeles zog, begann ich, mehr Zeit in den USA zu verbringen, vor allem nachdem 2019 meine Tochter geboren worden war. Skid Row ist eine Gegend, die mich vom ersten Tag an angezogen hat. Aus irgendeinem Grund fühle ich eine tiefe Verbindung zu diesem Viertel. Die Atmosphäre dort erinnert mich an Orte in Übersee, an denen ich zuvor gearbeitet habe, wo das Gemeinschaftsleben auf der Straße stattfindet. Skid Row hat einen rauen, authentischen Charakter und eine Art magischen Spirit.

Skid Row ist ja ein Distrikt in Downtown L.A., in dem seit den 1930er-Jahren hauptsächlich Arme, Obdachlose und Ausgestoßene konzentriert werden. Er wird oftmals als eine Stadt in der Stadt beschrieben, in der eigene Regeln herrschen. Seit den 1970er-Jahren wird er als »Sicherheitszone« ausgewiesen: Die Bewohner verlassen Skid Row nicht – im Gegenzug werden sie nicht vertrieben. Der Ausnahmezustand ist sozusagen institutionalisiert.

Ja, es ist eine Stadt in einer Stadt oder eher ein Dorf in der Stadt. Die Menschen, ob obdachlos oder nicht, bekommen in Skid Row das, was sie suchen. Sie können hier gratis oder für sehr wenig Geld ihre Bedürfnisse befriedigen – egal, ob es um Essen, Obdach, Medikamente, Kleidung, religiöse Belange oder Drogen geht. …

Link:
michaelchristopherbrown.com

In der gedruckten Ausgabe:
00005
Fotoreportage von Michael Christopher Brown: Krisenregion Downtown L.A.
Ein US-amerikanischen Getto in der Pandemie

Das komplette Interview und die Fotoreportage erscheinen in der Melodie & Rhythmus 2/2020, erhältlich ab dem 26. Juni 2020 am Kiosk, im Bahnhofsbuchhandel oder im Abonnement. Die Ausgabe können Sie auch im M&R-Shop bestellen.

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