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Im Zug der wechselnden Zeiten

26.12.2016 14:00
Rolf Becker und Daniel Viglietti besuchen die Gedenkstätte für die vom Militär Ermordeten in Montevideo Foto: Sucursal Pluna

Rolf Becker und Daniel Viglietti besuchen die Gedenkstätte für die vom Militär Ermordeten in Montevideo
Foto: Sucursal Pluna

Internationalismus in Musik und Wort: Daniel Viglietti und Rolf Becker blicken zurück nach vorne

Gerd Schumann

Ein Teil dieser Geschichte handelt davon, wie Wort und Musik in Beziehung zueinander treten; der andere, wie daraus Kunst entsteht. Entscheidend sind immer die Beteiligten, die allerdings von der Zeit abhängig sind, die über die Wirkung ihrer Kunst entscheidet. Das subjektive Wollen trifft auf das objektiv Machbare – ein kompliziertes Thema, von dem zwei Männer, der Liedermacher Daniel Viglietti und der Schauspieler Rolf Becker, mehr als nur ein Lied singen können.

Teil eins: Köln

Alles begann, nachdem Daniel Viglietti 1973 die Todesgefahr und also Uruguay hinter sich gelassen hatte. Im Jahr zuvor war er wegen angeblicher Kontakte zur Stadtguerilla Tupamaros verhaftet worden, in erster Linie aber doch wegen seiner Rolle als Protagonist des »Neuen Liedes« Canto Popular und des Nueva Canción, der den musikalischen Aufbruch Südamerikas symbolisierte. »Sein Werk ist geprägt von radikalen sozialen Inhalten, seine Texte unterstützen die Volkskämpfe im Süden«, wertete der Autor Ulli Fausten. Und die Frankfurter Rundschau schrieb, Viglietti sei – »als singender Volksheld des Widerstandes gegen die Diktatur gefeiert, eingesperrt, gefoltert« – auf eine Ebene mit Pablo Neruda zu stellen.

Über Monate schon hatten die Generäle damals – viele von ihnen in den USA trainiert – das lange als »Musterdemokratie« etikettierte Land in ihren Griff genommen, immer mehr Macht erlangt, ohne Erbarmen zugeschlagen und schließlich am 27. Juni 1973 das Parlament aufgelöst. Kurz davor konnte noch Vigliettis Freiheit erkämpft werden. »Gerade noch herausgekommen«, resümiert Rolf Becker. Die Terrorwelle würde Uruguay bald zum Land mit der größten Dichte an politischen Gefangenen machen, doch noch konnten Interventionen von außen, konnten Prominente wie Jean-Paul Sartre, François Mitterrand, Julio Cortázar oder Oscar Niemeyer, etwas bewirken. Auch im Fall Viglietti.

Daniel Viglietti wird am 25. Februar im Rahmen der Feierlichtkeiten zum 70. Geburtstag der Tageszeitung junge Welt im Kino International in Berlin ein Konzert geben. Rolf Becker wird moderieren und Texte rezitieren.
Karten und nähere Informationen unter: www.jungewelt.de/jw70

Den kompletten Artikel lesen Sie in der Melodie und Rhythmus 1/2017, erhältlich ab dem 30. Dezember 2016 am Kiosk, im Bahnhofsbuchhandel oder im Abonnement. Die Ausgabe können Sie auch im M&R-Shop bestellen.

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