Melodie & Rhythmus

Das revolutionäre Auge

26.09.2017 14:50
Dsiga Wertow in den 1920ern Foto: Courtesy Evrett Collection

Dsiga Wertow in den 1920ern
Foto: Courtesy Evrett Collection

Der sowjetische Regisseur Dsiga Wertow verstand das Medium Film als Werkzeug des dialektischen Materialismus

Dror Dayan

Von allen Künsten ist die Filmkunst für uns die wichtigste«, bekundete Lenin 1922. Sein besonderes Interesse basierte dabei nicht auf persönlichem Geschmack, sondern speiste sich aus der Erkenntnis, dass Kinovorführungen das Potenzial boten, die proletarischen Massen anzusprechen. In bewegten und dramatischen Bildern sollte das neue Medium revolutionäre Ideen in eine Gesellschaft hineintragen, in der ein Großteil der Menschen weder lesen noch schreiben konnte. In seinen »Richtlinien für die Kinos im Lande« stellte Lenin zudem fest, es bedürfe eines gewissen Gleichgewichts zwischen Unterhaltungskino und Filmen »aus dem Leben der Menschen aller Länder« – also Dokumentationen -, und betonte, ein Schwerpunkt solle auf Vorführungen in bäuerlichen Regionen sowie im Osten liegen, wo die Filmkunst noch als besonderes Novum gelte und eine effizientere Form der Aufklärung biete.

…

Den kompletten Artikel lesen Sie in der Melodie & Rhythmus 4/2017, erhältlich ab dem 29. September 2017 am Kiosk, im Bahnhofsbuchhandel oder im Abonnement. Die Ausgabe können Sie auch im M&R-Shop bestellen.

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