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Editorial:

Ob neurechter Kulturrassismus, neokonservative Kriegsideologie, Paläokonservatismus, rechtspopulistische Heimattümelei, Neonazismus – die Front des Rechtstrends in der westlichen Welt und Osteuropa wird breiter. Leider sind immer auch Popmusiker als Propagandisten für Unsägliches zur Stelle. Die Popularität von Phänomenen wie Pro-Pegida-Hip-Hop, Rock Against Communism (die Bewegung erlebt ihren zweiten Frühling) und National Socialist Black Metal ist ein Anzeichen dafür, dass der große Traum der Rechten, kulturelle Hegemonie zu erlangen, eines Tages Realität werden könnte. weiterlesen

MAGAZIN

Für den »kleinen Mann«
Der Kulturpolitische Horizont der FPÖ reicht nicht über Kürzungen und Ressentiments hinaus
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Die österreichische Bundespräsidentenwahl nahm ein glimpfliches Ende: Der in erster Linie von den Grünen unterstützte Alexander Van der Bellen konnte den deutsch-nationalen Burschenschafter Norbert Hofer von der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ) besiegen. Im längsten Wahlkampf der österreichischen Geschichte wurde auch ein früherer Dauerbrenner des FPÖ-Feindbildrepertoires aus der Rumpelkammer geholt – der Kampf gegen eine »linke Kulturschickeria«, die sich als Teil eines »Establishments« für Van der Bellen engagierte. Mutmaßlich nur, um ihre eigenen Pfründe, sprich Subventionen, geschützt zu wissen. weiterlesen
Foto: Alexander Schwarzl / DPA-Bildfunk

»Losgelöst von allen Wurzeln …«
Esther Bejarano und Moshe Zuckermann wanderten zwischen den Jüdischen Welten – Vor ausverkauften Häusern in Hamburg und Berlin

Er war aus Tel Aviv eingeflogen, sie aus Hamburg angereist. Anlass war eine ganz besondere, erstmalige Begegnung zweier Generationen jüdischer Linker: Am 20. Oktober trafen sich die Musikerin Esther Bejarano, Jahrgang 1924, und der Historiker Moshe Zuckermann, Jahrgang 1949, in Berlin. »Losgelöst von allen Wurzeln …« lautete der Titel der zwei Gesprächsveranstaltungen, zu denen M&R das ehemalige Mitglied im Mädchenorchester von Auschwitz, den Sohn von Shoah-Überlebenden und – für die Moderation – deren gemeinsamen langjährigen Freund, den Schauspieler Rolf Becker, eingeladen hatte. weiterlesen

MUSIK & KÜNSTLER

merzbow150Im Mahlstrom der Klangzeit
Merzbows künstlerische Erfahrung lebt von der Vergänglichkeit

Faszination Merzbow: Seit 1979 bewegt sich das Noise-Projekt des Japaners Masami Akita im Feld des klanglich Rätselhaften. M&R sprach mit Akita über sein neues Projekt, erweiterte Perspektiven und Potenziale seiner Kunst. weiterlesen
Foto: Wolfgang Lienbacher

Vernetzung gegen rechts
Konstantin Wecker und Heinz Ratz rufen eine »Kulturelle Eingreiftruppe« ins Leben
Konstantin Wecker
Zehn Jahre nach ihrer gemeinsamen Antifa-Tour wollen Konstantin Wecker und Heinz Ratz wieder verstärkt gegen rechts aktiv werden. Auf brennende Flüchtlingsunterkünfte und ein auch in der sogenannten Mitte der Gesellschaft zunehmend rassistisches Klima antworten die beiden Liedermacher mit einem »Büro für Offensivkultur«. weiterlesen
Foto: Maximilian Lottmann

Große Vielfalt
Youssou N’Dour begibt sich auf musikalische Reise durch seine Heimat

Er ist nicht nur einer der bekanntesten Musiker Afrikas, sondern auch Politiker und prominenter Kulturschaffender in seiner Heimat Senegal. Nach einer längeren Pause ist Youssou N’Dour nun wieder ins Tonstudio zurückgekehrt. M&R sprach mit ihm über das neue Album »Africa Rekk« und seine politischen Ziele. weiterlesen

TITELTHEMA RECHTE TÖNE

Die neue Pop-Rechte
Eine gründlich modernisierte Rechte entwickelt eine eigene Populärkultur und findet Anschluss an den verrohten Bürgerlichen Common Sense

Die Rechte von heute bewegt sich hautnah am Puls der Zeit: Sie lockt mit »hipper« Popmusik, ihre Helden rappen über die »Reconquista der Heimat«, spielen Punkrock für Patrioten oder Folkpop gegen Migranten und Linke. Sie präsentiert sich attraktiv im Web 2.0, betreibt YouTube-Kanäle und Video-Blogs, auf denen modisch gekleidete Aktivisten ebenso selbstverständlich über Turnschuhe plaudern wie über die »Lügen der Multikultis«. weiterlesen

Der große Austausch
identitaereberlinDie Identitären profilieren sich als Jugendabteilung der Neuen Rechten – Durch gnadenlose Plünderung linker Kultur und neoliberale Manipulationsstrategien

Professionell abgemischte Beats, temporeicher, wütender Rap: »In jeder gottverdammten Scheißstadt / Sehn wir was passiert: / Der große Austausch / Doch wir stehen ja noch hier / Wir werden unsere Fahne tragend / In den Heldenkampf marschieren / Reconquista der Heimat in jedem Stadtbezirk«, heißt es in dem Ende Mai 2016 veröffentlichten Track »Europa« von Komplott, einem Mitglied der Gruppe Kontrakultur Halle. weiterlesen
Foto: christian-ditsch.de

Unheil verheißende Konstellationen
Zum Verhältnis von Faschismus und Kulturindustrie

Der Kapitalismus bedurfte der bürgerlichen Gesellschaft zu seiner historischen Heraufkunft. Er wurde zu deren Produktionsweise bzw. sie erfuhr in ihm die konkrete Manifestation ihres Wesens. Der Faschismus ist ein Erzeugnis der kapitalistischen bürgerlichen Gesellschaft. Da sie mit dem Kapitalismus immanent verbunden ist, besteht zwangsläufig auch eine (zumindest potenzielle) Verbindung zwischen Faschismus und Kapitalismus. Auf dieser Erkenntnis fußte Max Horkheimers bekanntes Postulat: »Wer aber vom Kapitalismus nicht reden will, sollte auch vom Faschismus schweigen.« weiterlesen

STANDPUNKTE

Im Zug der wechselnden Zeiten
Internationalismus in Musik und Wort: Daniel Viglietti und Rolf Becker blicken zurück nach vorne

Ein Teil dieser Geschichte handelt davon, wie Wort und Musik in Beziehung zueinander treten; der andere, wie daraus Kunst entsteht. Entscheidend sind immer die Beteiligten, die allerdings von der Zeit abhängig sind, die über die Wirkung ihrer Kunst entscheidet. Das subjektive Wollen trifft auf das objektiv Machbare – ein kompliziertes Thema, von dem zwei Männer, der Liedermacher Daniel Viglietti und der Schauspieler Rolf Becker, mehr als nur ein Lied singen können. weiterlesen

rebellionRebellion als Massenbetrug
Der Mainstream der linken Subkultur gibt sich radikal, ist aber völlig konformistisch. Umso leichter haben es Rechte, sich als Opposition zu inszenieren

Der Spätkapitalismus weiß Protest clever zu entschärfen. Er verkleidet Herrschaft mit repressiver Toleranz. Emanzipative Impulse werden vereinnahmt und integriert: Imperialistische Kriege werden heute im Namen von unterdrückten Frauen und Schwulen geführt; Unternehmer nutzen antirassistische Slogans à la »Refugees Welcome«, um Flüchtlinge als Lohndrücker zu rekrutieren. weiterlesen
Fotos (Montage): Boris Niehaus; 1just.de / CC BY NC ND.3.0; William Minke

SPEZIAL

Canciones para Fidel
Lieder für Fidel: Wie dem verstorbenen Revolutionär musikalisch gedacht wird

Fidel Castro Ruz ging am 25. November 90-jährig von uns, und vielen schwante, dass es zukünftig noch schwerer werden würde, Menschheitsideale zu leben. Er war über die Jahrzehnte zu so etwas wie einer moralischen Instanz geworden. weiterlesen

Keine Luft zum Atmen
Der Filme- und Theatermacher Tunçay Kul Aoglu über die wachsende Repression gegen Kulturschaffende in der Türkei – nicht erst seit dem Putschversuch gegen Staatschef Erdogan
tuerkei
Recep Tayyip Erdogan ist kein großer Freund der Bühnenkunst. Bereits 2012 polterte er, die Theater seien das Domizil arroganter, alkoholabhängiger Schauspieler, die den konservativen Teil der Bevölkerung verunglimpften. Was lag da näher, als konsequent für die Einhaltung »sittlicher Prinzipien« einzutreten? weiterlesen
Foto: Ute Langkafel / Maifoto

FILM & LITERATUR

Seine Zeit kommt erst
Die Literaturwissenschaftlerin Christa Grimm zum Peter-Weiss-Jahr

Zum 100. Geburtstag von Peter Weiss erschien im Suhrkamp-Verlag eine Neuausgabe seines Hauptwerks »Die Ästhetik des Widerstands«. Die Literaturwissenschaftlerin Christa Grimm, seit 1969 an der Universität Leipzig tätig, beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit Peter Weiss und hat gemeinsam mit Jürgen Krätzer und Christoph Hein eine Ausgabe der Literaturzeitschrift die horen mit dem Titel »Der Wundbrand der Wachheit« herausgegeben. M&R bat sie um eine Bilanz des Peter-Weiss-Jahres. weiterlesen
Foto: Dietbert Kessler/wikipedia.org/public domain

LIVE

»Wir waren wütend …«
Der Dichter Tim Wells über Anfänge und politische Bedeutung der Ranting Poetry

timwells»Die meisten Menschen ignorieren Dichtung, weil die meiste Dichtung die Menschen ignoriert«, brachte der englische Poet Adrian Mitchell einmal ein gravierendes Problem auf den Punkt. Ändern wollten dies in den frühen 1980er-Jahren »Ranting Poets« wie Tim Wells, der mit scharfsinnigem Witz Tiraden über die Situation junger Arbeiter im Thatcher-England verfasste und Angriffslust in lautstarke Verse verpackte. M&R traf den Dichter und Gründer des Poetry-Magazins Rising in London. weiterlesen
Foto: Anne Ida Forest

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M&R im Interview

Gespräch mit Susann Witt-Stahl:
Kritischer Musikjournalismus in ideologisch angespannter Zeit.

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Gespräch mit Susann Witt-Stahl:
Über die neu ­gestaltete Musikzeitschrift Melodie und Rhythmus, Walter Ulbricht und Iron Maiden, Rock’n’Roll und Krieg, marxistische Ästhetik und Neoliberalismus, Straßen-Rap und Adorno.

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"Wir frönen nicht irgendeiner Nostalgie"
Ein politisches Musikmagazin mit DDR-Wurzeln erfindet sich neu: Melodie & Rhythmus (M&R) hat seinen Look und seine Inhalte überarbeitet. medienmilch.de sprach mit der Chefredakteurin Susann Witt-Stahl über die Details: Interview lesen
 
• Wie sich Musik und Politik vereinbaren lassen, behandelt das Magazin “Melodie & Rhythmus” in seiner aktuellen Ausgabe. Radio F.R.E.I. hat mit der Chefredakteurin Susann Witt-Stahl gesprochen.
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