Melodie & Rhythmus

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INHALTSVERZEICHNIS

EDITORIAL

Parasitenforschung

Wenn die Krisen des Kapitalismus akkumulieren, wird sein Regime brutaler. »I can’t breathe« – dieser Hilfeschrei von George Floyd und anderen Opfern rassistischer Polizeigewalt könnte in der andauernden Covid-19-Pandemie perspektivisch vom Weckruf an die unterdrückten Minderheiten in den USA zum Fanal für die Verdammten der ganzen Erde werden. Schließlich haben die ökonomischen Supereliten aus der Coronatragödie noch dreister Profit geschlagen als aus der Bankenkrise 2007; laut Forbes-Magazin besitzen die 25 reichsten Kapitalisten der Welt mittlerweile insgesamt 255 Milliarden Dollar mehr als vorher. weiterlesen

Magazin

»Mehr als eine Schande«
Rolf Becker darf im Albert Schweitzer Haus in Wien keine Gedichte von Erich Fried vortragen

Unter dem Titel »Texte gegen Krieg und Entfremdung« sollte der Schauspieler Rolf Becker auf Einladung des Vereins Dar al Janub im Albert Schweitzer Haus einen Erich-Fried-Abend gestalten. Die vom evangelischen Diakoniewerk verwaltete Einrichtung im Zentrum von Wien sei offen für Menschen unterschiedlicher Weltanschauungen, heißt es auf der Website des Zentrums. Doch nachdem die Lesung wegen des Coronalockdowns nicht wie geplant im April stattfinden konnte, wird dem Veranstalter plötzlich ein Ersatztermin verweigert. weiterlesen
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00021»Das Widerständige ist systemrelevant«
Konstantin Wecker ist in der Pandemiekrise mit politischen Aktionen und Initiativen für Künstlerkollegen in die Offensive gegangen

Für den Liedermacher und Komponisten ist Resignation keine Option. Vor allem spart er nicht an Kritik am Coronakrisenmanagement der Politik. Beispielsweise, was die staatlichen Hilfspakete anbelangt: »Die Milliardensummen für die Lufthansa, die Autoindustrie, sogar reiche Offshoreunternehmen – das alles müssen, wie schon in der großen Finanzkrise 2008, die Steuerzahler aufbringen«, so Wecker im Gespräch mit M&R. weiterlesen
Foto: Picture Alliance / Eventpress

KUNST & KÜNSTLER

Ende des Schweigens
Der chilenische Regisseur Patricio Guzmán über seinen neuen Film »Die Kordillere der Träume« und die neue linke Protestbewegung in seinem Land

Patricio Guzmán gilt als Großmeister des politischen Dokumentarfilms. In den Jahren 1972 bis 1979 drehte er seine berühmte Trilogie »Die Schlacht um Chile« über die dramatischen Ereignisse vor und nach der Wahl Salvador Allendes, den Militärputsch 1973 und die Folgen. Nachdem Pinochet an die Macht gelangt war, wurde Guzmán verhaftet; später lebte er im Exil zunächst in Kuba, danach in Spanien und Frankreich. Bis heute widmet er einen Großteil seines vielfach preisgekrönten Filmschaffens der Aufarbeitung der Diktaturzeit in seiner Heimat und den Traumata, die sie hinterlassen hat. M&R sprach mit Guzmán anlässlich des Kinostarts von »Die Kordillere der Träume« über die Entstehung seines neuen Films, die Kraft der Poesie und die Hoffnungen, die er in die gegenwärtigen Massenproteste in Chile setzt. weiterlesen

»Verändert die Welt, indem ihr bessere Kunst macht!«
Der Komponist Frederic Rzewski über seine politischen Werke, besondere Begegnungen und sein Wirken in der DDR
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Er gehört seit Jahrzehnten zu den bedeutendsten linken Vertretern der Neuen Musik. 1938 in Massachusetts (USA) geboren, galt Frederic Rzewski während seiner Wanderjahre zu Beginn der 1960er in Europa als hochbegabter Pianist; ab den frühen 70ern wurde er auch als politischer Komponist bekannt. M&R sprach mit Frederic Rzewski über sein wohl berühmtestes Stück »The People United Will Never Be Defeated!« und andere Werke, seine Zeit in der DDR und fragte ihn nach seiner Botschaft an die Künstler in der Coronakrise. weiterlesen
Foto: Camille Blake

Zwischen Lungenentzündung und Raucherlunge
DOTA entdecken die Möglichkeiten für fortschrittliche Veränderungen in Krisenzeiten

Sobald die durch Corona bedingten Beschränkungen gelockert werden, wollen DOTA auf Deutschland-Tournee gehen, um ihr viertes Studioalbum »Kaléko« vorzustellen. Dafür haben sie Werke der Dichterin Mascha Kaléko (1907–1975) vertont – mit prominenten Duettpartnern wie Hannes Wader und Konstantin Wecker. M&R sprach mit der Sängerin und Frontfrau Dota Kehr über Probleme und Chancen in den gegenwärtigen Krisen, über Solidarität und die Kämpfe, die jetzt geführt werden müssen. weiterlesen

TITELTHEMA: ELITE

Exklusiv und abgehoben
Anmerkungen zur Elitenideologie der Bourgeoisie

In der Bibel gibt es eine quasi linguistische Szene, in der die Magd im Palast dem Petrus zuhört und ihn als Jünger des verhafteten Jesus outet: »Er ist auch einer von denen, seine Sprache verrät ihn.« – »An ihrer Sprache sollt Ihr sie erkennen« ist der Titel eines Aufsatzes aus dem Jahr 1938 von Hans Jacob zum Sprachgebrauch der Nazis: »Zur Wachsamkeit gehört auch, falsche Sprache zu entdecken und zu entlarven. weiterlesen

An der Kette des Marktes
Kunst – Vom natürlichen Bedürfnis zur Parallelwährung und kulturellen Grundlage kapitalistischer Machtausübung

In der herrschenden Kunstwissenschaft kriselt es seit Längerem. Ihre ohnehin seit Anbeginn porösen Grundlagen bröckeln zusehends, der unaufhaltsam fortschreitende geistige Verfall kann nur noch mühsam kaschiert werden. Die dazu nötige »heiße Luft« produziert unter Volldampf ein Klüngel aus marktkonformen Künstlern, Großsammlern, Millionen bewegenden Auktionshäusern und Galerien, Museumskuratoren, fest angestellten Lohnschreibern und Universitätsdozenten. weiterlesen

»Sie haben Name, Anschrift und Gesicht«
Kapitalisten scheuen das Bühnenscheinwerferlicht – besonders wenn es ihre finstere NS-Vergangenheit beleuchtet

Ein Aufschrei hallte im Finanzkrisenjahr 2008 durch die bürgerlichen Feuilletons der Republik. Die Zeit fürchtete sogar einen »Umsturz auf Probe« – vor allem, dass ein Albtraum wahr werde und zur Abwechslung auch wieder Lohnabhängige und einige aus dem verschwindend kleinen Häuflein marxistischer Künstler wieder das aufnehmen könnten, was Bank- und Konzernmanager unentwegt und immer brutaler von oben führen: den Klassenkampf. weiterlesen

Müßiggang, Hochmut und Gleichgültigkeit
Zur Literatur der Privilegierten und Reichen

Ich weiß nicht, ob die heutigen Eliten in Deutschland überhaupt noch lesen. Mit dem Bildungsbürgertum ist es ja nicht mehr allzu weit her. Die deutsche Oberschicht ist, wenn man jetzt nicht die verborgen-verschwiegene Welt der wenigen Superreichen damit meint, ziemlich heterogen, ja polymorph – sie reicht von Spitzenpolitikern über CEOs mittlerer oder großer Firmen bis hin zu Heidi Klum, Helene Fischer, Thomas Müller und irgendwelchen Hip-Hoppern. weiterlesen

WERKE

Krisenregion Downtown L.A. Ein US-amerikanisches Getto in der Pandemie
Fotoreportage von Michael Christopher Brown
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Foto: Michael Christopher Brown

KRITIK & REFLEXION

Zwischen Gentrifizierung und Gegenkultur
Live China Music spiegelt die Indieszene der Volksrepublik

Die ersten beiden ausländischen Popgruppen, die in China auftreten durften, waren Wham! und BAP. Sie und viele japanische Hair-Metal-Bands inspirierten junge Musiker, eigene Projekte zu gründen. Heute ist die alternative Szene vielfältiger – von Hip-Hop über Britpop bis Postpunk und Shoegaze findet man alles. weiterlesen

Vom deutschen Ärgernis zur Farce
Historisch-materialistische Betrachtungen zum Fall Richard Wagner

Moshe Zuckermann hat einen ideologiekritischen Wagner-Band vorgelegt, der erstaunliche Ambivalenzen enthält. M&R sprach mit ihm über Wagners Mythen und seinen Antisemitismus, die reaktionären und revolutionären Momente in seinem Werk sowie die vom Streben nach deutscher Normalisierung und Instrumentalisierung des Shoahgedenkens kontaminierte Rezeption heute. weiterlesen

00066Zwischen Abgrund und Aufbruch
Streamt sich das Theater aus der Krise? Strategien im Onlinekampf gegen Corona

Noch gibt es Hoffnung, dass Theater, Opern und Konzerthallen im September wieder öffnen werden. Noch proben die, die es können, einfach weiter. Andere sind bereits verzweifelt. Häuser, die der Begegnung gewidmet sind, stehen leer. Orte der lebendigen Arbeit sind stillgestellt. Die Coronakrise trifft die kleinen Unternehmen des privaten Kulturbetriebs, die freiberuflichen und soloselbstständigen Künstler, die Kunstvereine und die Selbstständigen im Veranstaltungsbetrieb besonders hart. weiterlesen
Foto: DPA / Britta Pedersen

POLITISCHE KULTUR & ZEITGEIST

400 Jahre Erniedrigung
US-amerikanische Künstler und Intellektuelle zum Massenaufstand gegen Polizeigewalt und Rassismus

Die Reaktionen der US-Regierung auf die Proteste gegen rassistische Polizeigewalt nach dem Mord an George Floyd offenbaren den desolaten Zustand der »ältesten Demokratie der Welt«. Angesichts des Vorgehens der Exekutive gegen Medienvertreter muss man sich etwa fragen, wie es um die Pressefreiheit im Land bestellt ist. Präsident Trump, der linke Gruppen für den Aufruhr verantwortlich macht, kündigte an, die Antifa als Terrororganisation einstufen zu lassen, und drohte mit dem Einsatz des Militärs. weiterlesen

»Listen, Yankee!«
Vor 60 Jahren reiste der US-amerikanische Soziologie Charles Wright Mills nach Kuba. Das Buch, das er nach seiner Rückkehr schrieb, wurde ein Bestseller

Manche Reisen können das Leben eines Menschen umkrempeln. Dem bis dahin schon weit in der Welt herumgekommenen US-amerikanischen Soziologen Charles Wright Mills (1916–1962) passierte das 1960 auf Kuba. Dabei hatte er sich nur kurz auf die Reise vorbereitet, und sie dauerte nur vom 8. bis zum 24. August. Allerdings hatte er besondere Begleiter und Gesprächspartner – dreieinhalb Tage verbrachte er mit Fidel Castro, fünf, vielleicht sogar sechs mit René Vallejo, Arzt, Comandante und Leiter der Agrarreform in der Provinz Oriente. weiterlesen

Gegen den Strom schwimmen
Das Medienkollektiv Redfish begleitet die Kämpfe linker Aktivisten auf der ganzen Welt

Während in Chile Millionen von Menschen auf die Straße gehen, um gegen die neoliberale Ausplünderung des Landes zu demonstrieren, könnte man im gentrifizierten Berlin-Mitte ganz entspannt einen überteuerten Kaffee trinken gehen und die Welt einfach Welt sein lassen. Das Kollektiv der dort angesiedelten Medienproduktionsfirma Redfish denkt aber nicht daran; es ist ständig unterwegs und stürzt sich in Krisengebieten nicht selten direkt ins blutige Geschehen: Redfish-Journalisten berichten beispielweise aus den Straßen Santiago de Chiles über die gewalttätigen Übergriffe von Piñeras Polizei gegen linke Demonstranten, oder sie besuchen Flüchtlingslager wie Moria auf der griechischen Insel Lesbos und zeigen die himmelschreiende Not der Menschen. weiterlesen
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Zeit für weltweite Solidarität
Feature: Künstler aus dem globalen Süden zur Coronapandemie

Die Pandemiekrise hat viele Menschen in den reichen Industrieländern in existenzielle Nöte gestützt und wird ihr Leben nachhaltig verändern. Dabei rücken die Tragödien, die sich im globalen Süden abspielen, häufig in den Hintergrund. Dass Frauen in urpatriarchale Verhältnisse zurückkatapultiert werden, sogar ganze Völker von Auslöschung bedroht sind, ist Anlass genug für eine Erweiterung unseres Horizonts – M&R lässt Künstler aus Brasilien, Sudan und Ägypten zu Wort kommen. … weiterlesen

STANDPUNKTE

Erbarmungslose Polizei im Dienst des Kapitals
Kolumne von Diana Johnstone

Im Norden der USA liegt Minnesota – einer der fortschrittlichsten Bundesstaaten, dem wiederholt eine besonders hohe Lebensqualität bescheinigt worden ist. Hier wurde mit Keith Ellison der erste schwarze Muslim in den US-Kongress gewählt, ihm folgte eine Migrantin aus Somalia, Ilhan Omar. Wahrscheinlich gibt es kaum eine weniger rassistische Stadt in den Vereinigten Staaten als Minneapolis. weiterlesen

00068Die Causa Mbembe: Die deutsche Sicht
Ein Kommentar von Arnold Schölzel

Felix Klein vergrößert stetig seine Trophäensammlung. Der »Beauftragte der Bundesregierung für jüdisches Leben und den Kampf gegen Antisemitismus« trieb 2019 zunächst einen Beschluss des Bundestages voran, der die Bewegung Boycott, Divestment and Sanctions (BDS) als »antisemitisch« einstufte. weiterlesen
Foto: christian-ditsch.de

Eine verschleierte Welt
Gespräch mit Michael Hartmann über Macht, Ideologie und Manipulationsstrategien der ökonomischen Eliten

Der Sozialwissenschaftler Michael Hartmann ist der wohl bekannteste Elitenforscher der Bundesrepublik. M&R lud ihn zu einem gemeinsamen Exkurs über das Verhältnis zwischen Elite und herrschender Klasse, deren Verschleierungsideologien, richtige und falsche Elitenkritik ein. Das Gespräch führten Susann Witt-Stahl und John Lütten. weiterlesen

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Unblock Cuba

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Vorschau: M&R 1/2021

Titelthema: USA

Die älteste bürgerliche Demokratie der Welt steckt in einer tiefen Identitätskrise. Die sozialen und wirtschaftlichen Verheerungen der Coronapandemie haben die gesellschaftlichen Widersprüche verschärft und besonders die ärmere Bevölkerung schwer getroffen.

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