Melodie & Rhythmus

Aktuelle Ausgabe


Ab dem 29. September am Kiosk, im Bahnhofsbuchhandel und im Abo.

M&R Oktober/November/Dezember 2017

Inhaltsverzeichnis Ausgabe durchblättern Bestellen E-Paper

EDITORIAL

Die Schönheit des Sturms

Kritische Philosophen und Schriftsteller verfassen seit jeher regelrechte Hymnen auf die Revolution. Sie sei das Beste, was die Menschen hervorbringen können, war sich der russische Literaturkritiker Wissarion Belinski schon zu Zeiten Nikolaus I. sicher. Heute ist der Revolutionsbegriff weitgehend entleert oder ideologisch verformt. Kaum ein faschistischer Putsch, der nicht als »Revolution« verklärt wird. weiterlesen

MAGAZIN

TastaturDringend benötigter Gegenentwurf
Das Linksunten-Verbot als unverhoffte Werbung für das politische Darknet

Zwei Internetadressen umfasst eine aktuelle Verbotsaktion des Bundesministeriums des Innern: die bekannte Webseite linksunten.indymedia.org und eine höchst kryptische Adresse namens fhcnogcfx4zcq2e7.onion. Denn was bislang nur wenige wussten: Die gemeinschaftlich erstellte Nachrichtenseite verfügt über eine Art alternative Zugangstür im Darknet. weiterlesen
Foto: EPA / DPA / Warren Toda

Boykott des Festivals Pop-Kultur in Berlin
Deutsche Politiker und Medien erheben schwere Vorwürfe gegen beteiligte Musiker

Die Absagen von neun internationalen Bands und Solo-Künstlern beim diesjährigen Pop-Kultur-Festival, das vom 23. bis 25. August in der Berliner Kulturbrauerei stattfand, sorgten für einen handfesten Skandal. Die Musiker hatten ihre Auftritte gecancelt, nachdem bekannt worden war, dass die Israelische Botschaft als offizieller Partner der vom Musicboard des Berliner Senats organisierten Veranstaltung fungierte. weiterlesen

KUNST & KÜNSTLER

Jahrgang 46
Wie es war: Gina Pietsch erzählt ihr Leben – also aus der Geschichte vor, während und nach der DDR

Irgendwann vor den Novemberwirren des Jahres 1989 zerstritt sich Gina Pietsch mit ihrem guten Freund Franz Josef Degenhardt. Oder er mit ihr? Jedenfalls stellte der Liedermacher, Poet, Romancier mehr klagend als fragend fest: »Du trägst wohl auch so ein Gorbi-Hemd?« weiterlesen

Randy NewmanHauptsache Lachen
Singer-Songwriter-Legende Randy Newman schlägt endlich wieder zu – wie eh und je mit beissendem Humor

Nach neun Jahren legt Randy Newman mit »Dark Matter« endlich ein neues Album vor. Stilvoll bewegt sich der 73-jährige US-Amerikaner zwischen Pop und Blues. Mal vereinigen sich Pianoklänge mit Orchesterarrangements, mal gesellt sich ein Chor dazu. Die Musik wird perfekt durch Newmans Stimme ergänzt, der ein theatralisches Lamento innewohnt. weiterlesen
Foto: Pamela Springsteen

Titelthema Revolution

Auf den Kopf gestellt
Die Reflexion von Revolutionen in Kunst und Kultur

Im Jahre 1842 notierte der 24-jährige Karl Marx, Immanuel Kants Philosophie sei mit Recht als »deutsche Theorie der Französischen Revolution« zu betrachten. Der Leser heute mag sich fragen, ob der damalige Mitarbeiter der Kölner Rheinischen Zeitung etwas überspannt war. weiterlesen

Das revolutionäre Auge
Der sowjetische Regisseur Dsiga Wertow verstand das Medium Film als Werkzeug des dialektischen Materialismus

Von allen Künsten ist die Filmkunst für uns die wichtigste«, bekundete Lenin 1922. Sein besonderes Interesse basierte dabei nicht auf persönlichem Geschmack, sondern speiste sich aus der Erkenntnis, dass Kinovorführungen das Potenzial boten, die proletarischen Massen anzusprechen. In bewegten und dramatischen Bildern sollte das neue Medium revolutionäre Ideen in eine Gesellschaft hineintragen, in der ein Großteil der Menschen weder lesen noch schreiben konnte. weiterlesen

»Flavor to the People«
Konterrevolution und Banalisierung

Die 13 Meter hohe Che-Guevara-Statue in der argentinischen Metropole Rosario soll abgerissen werden. Das fordert jedenfalls die neoliberale Denkfabrik Fundación Bases, die rechte Akademiker 2004 in der Geburtsstadt des Revolutionärs gegründet haben. weiterlesen

Werke

Lernender & lehrender Revolutionär
Ein Bildband mit bislang unveröffentlichten Fotos zeigt Che Guevara von einer bisher wenig beleuchteten Seite
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Ernesto Guevara, Kampfname »Che«, ist nicht nur eine Ikone des antikolonialen Kampfes. Bis heute gilt er auch antikapitalistischen Bewegungen weltweit als Leitfigur und Hoffnungsträger. Anlässlich des 50. Jahrestages seiner Ermordung am 9. Oktober 1967 veröffentlicht die Freundschaftsvereinigung Schweiz-Cuba aus Zürich in Kooperation mit der Zeitung der Kommunistischen Partei Kubas Granma ein Buch mit bislang unveröffentlichten Fotos des Revolutionärs. M&R sprach mit dem Herausgeber des Bildbandes, René Lechleiter, über die Entstehung des Projekts, den wahren Che Guevara und seine politische Bedeutung für die Gegenwart. weiterlesen
Foto: Centro de Documentación del periodico Granma

Albtraum Perestroika
Geli Korschews verstörende Gemälde der postsowjetischen Gesellschaft

Ein einbeiniger Vogelmensch – das war das erste Fabelwesen, das Geli Michailowitsch Korschew auf Bitten seines Enkels zeichnete. Für den russischen Maler (1925–2012) bildete es den Auftakt zu einer 40 Werke umfassenden Serie von Monstern und Mutanten, die er in den 80er- und 90er-Jahren schuf und auf den Fantasienamen »Tjurliki« taufte. weiterlesen

Kritik & Reflexion

BecherSpielarten der Sehnsucht
Johannes R. Becher wird als Dichter der großen Gefühle entdeckt

Am Anfang stand die Arbeit an einem Liederabend zum 125. Geburtstag Johannes R. Bechers«, blickt der Chansonnier, Kabarettist und Schauspieler Johannes Kirchberg zurück. »Ich habe versucht, anhand seiner Biografie Texte zu finden, die mir für eine Vertonung geeignet erschienen. weiterlesen
Foto: JW-Archiv

Schreiben an vorderster Front
Eine Ausstellung über die vielschichtige Freundschaft von Walter Benjamin und Bertolt Brecht

Es ist eine besondere Beziehung, der die Berliner Akademie der Künste diesen Herbst in einer Ausstellung gedenkt: M&R sprach mit Erdmut Wizisla, Leiter des Brecht-Archivs und Kurator der Ausstellung, über eine, wie er sagt, »reiche, komplizierte, ein bisschen verrückte Freundschaft«. weiterlesen

Politische Kultur & Zeitgeist

Gegen die »US-Schurken«
Nordkoreanischer Agitprop gegen die imperialistischen Aggressionen der USA

Nordkorea gerät regelmäßig in alarmistische Schlagzeilen. Um Kunst geht es dabei so gut wie nie. Bestimmte Werke aber ziehen die Aufmerksamkeit der westlichen Massen medien geradezu auf sich. »Martialische Propaganda: Kim Jong-un will USA vernichten«, titelte etwa das Springer-Blatt Bild im August. weiterlesen

Tobender Zorn
Jüdische Intellektuelle halten mit ihrer schonungslosen Ideologiekritik deutschen Israelsolidarisierern den Spiegel vor. Der – zugegeben hässliche – Anblick löst allerlei regressive Reflexe aus

Oft wird die Frage gestellt, warum israelische Intellektuelle und Aktivisten nach Deutschland reisen, um ihre kritische Sicht des Zustands in ihrem Land und des Nahostkonflikts einem nicht israelischen Publikum darzulegen. Die Antwort darauf ist denkbar einfach: Weil sie um ihr Land besorgt sind. weiterlesen

Revolutionäres Bewußtsein
60 Jahre Melodie & Rhythmus – Zeitzeugen erinnern sich

Wenn Sie, liebe Leser, hier und da zu dieser Zeitschrift greifen, dann wissen Sie: Die Melodie & Rhythmus (M&R) ist ein Fels in der Brandung im Wandel der Zeit. Im November 1957 – fast gleichzeitig mit dem Popmagazin Bravo – als »Fachblatt für Tanz- und Unterhaltungsmusik« gegründet, überstand sie viele Redaktions-, Verlags- und sogar einen Systemwechsel. weiterlesen

Standpunkte

PartiturDie Sinne als Träger einer humanen Perspektive
Kolumne von Nicolaus A. Huber

Ich erinnere mich: Zur Zeit des Umsturzes in Nicaragua reiste der Musiker Carlos Mejía Godoy mit seiner Band nach Dortmund in die Westfalenhalle. Es waren Revolutionäre im Kampf. Als sie die Bühne betraten, fingen die Kommunisten im Saal an zu brüllen: »Hoch die internationale Solidarität!« weiterlesen
Foto: Bärenreiter-Verlag

Warten auf den großen Knall
Rechtsruck der Revolten oder revolutionäre Perspektiven?

Boris Kagarlitzki, Marxistischer Soziologe und Direktor des Instituts für Erforschung der Globalisierung und soziale Bewegungen in Moskau, und Kai Ehlers, Buchautor, Journalist und Mitbegründer des kommunistischen Bundes, über die Möglichkeiten einer befreiten Gesellschaft trotz fehlenden revolutionären Kollektivsubjekts weiterlesen
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Che: Die ersten Jahre

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M&R Aktuell

zuckermann

Deutsche Abgründe


Ein kleiner Schritt für Frankfurts Bürgermeister, ein großer Sprung für deutsche Normalisierer: Uwe Becker (CDU) demonstriert neues-altes Selbstbewusstsein und erklärt jüdische und andere Israelkritiker kurzerhand für »nicht willkommen« in seiner Stadt. Zu den unerwünschten Personen gehört der israelische Historiker und Sohn von Holocaust-Überlebenden Moshe Zuckermann, der in Frankfurt aufgewachsen ist. M&R bat ihn um eine Replik.

»Entscheidend ist, welche Haltung wir einnehmen«


Gespräch mit Susann Witt-Stahl. Über Gegenkultur, Ideologiekritik und notwendige neue Impulse für den Kulturjournalismus
Aus: junge Welt vom 25.03.2017, Wochenendbeilage

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M&R im Interview

Gespräch mit Susann Witt-Stahl:
Kritischer Musikjournalismus in ideologisch angespannter Zeit.

Interview lesen
 
Gespräch mit Susann Witt-Stahl:
Über die neu ­gestaltete Musikzeitschrift Melodie und Rhythmus, Walter Ulbricht und Iron Maiden, Rock’n’Roll und Krieg, marxistische Ästhetik und Neoliberalismus, Straßen-Rap und Adorno.

Interview lesen
 
"Wir frönen nicht irgendeiner Nostalgie"
Ein politisches Musikmagazin mit DDR-Wurzeln erfindet sich neu: Melodie & Rhythmus (M&R) hat seinen Look und seine Inhalte überarbeitet. medienmilch.de sprach mit der Chefredakteurin Susann Witt-Stahl über die Details: Interview lesen
 
• Wie sich Musik und Politik vereinbaren lassen, behandelt das Magazin “Melodie & Rhythmus” in seiner aktuellen Ausgabe. Radio F.R.E.I. hat mit der Chefredakteurin Susann Witt-Stahl gesprochen.
Radiointerview anhören