Melodie & Rhythmus

Dschörmän Tällerwischn praudli prisänts

28.08.2010 08:55

Erinnerungen an den Rockpalast, sortiert nach West und Ost
Text: Thomas Wagner & Jürgen Winkler

Der Rockpalast dämmert als geduldete Nische im Dritten Programm des WDR vor sich hin, mit Sendezeiten zwischen 00:30 und 01:55 Uhr. Wer aber den Rockpalast in seinen Glanzzeiten erlebte, wird die Marathonsitzungen vor dem Fernseher nicht vergessen. Zwei deutsch-deutsche Veteranen der prähistorischen Fernsehzeit erinnern sich.

Aufregend ist anders
Text: Thomas Wagner (Kamp-Lintfort/NRW)
Als ich dem Rockpalast Anfang der 1980er Jahre zuerst begegnete, konnte ich mit der dort präsentierten Musik recht wenig anfangen. Okay, das war Rockmusik, und die hatte ich gerade für mich zu entdecken begonnen. Doch frisch oder aufregend klang das, was ich dort zu hören und zu sehen bekam, bis auf wenige Ausnahmen erst einmal nicht. Der Sound des Rock hatte die Alltagskultur längst durchdrungen. »Yellow Submarine« kannte ich aus der Sesamstraße, lange Haare begannen gesellschaftlich akzeptiert zu werden, und im Englischunterricht waren selbst konservative Lehrer dazu übergegangen, Liedtexte von den zu ihrer Zeit angesagten Bands zu besprechen. …

Gott, ist das aufregend!
Text: Jürgen Winkler (Leipzig)

Der Jüngling saß aufrecht vorm Fernsehgerät. Auf dem Tisch lagen ein Zettel, ein Kugelschreiber und ein Stapel ORWO-Bänder. Das Radio war eingeschaltet, das B100 schnurrte in Reichweite. Stocksteif und hochkonzentriert starrte er seit Stunden auf den stumm geschalteten Fernseher. Der Stereoton kam vom NDR, der auf seinen UKW-Frequenzen zeitgleich zum Fernsehbild sendete. Jeder Song wurde mitgeschnitten, jeder Songtitel protokolliert und später in Schönschrift in eine Kladde übertragen, auf der in farbigen Lettern geschrieben stand: »Disco music is a social disease!« …

Die beiden kompletten Beiträge von Jürgen Winkler und Thomas Wagner lesen Sie in der melodie&rhythmus 4/2010, erhältlich ab dem 7. September am Kiosk oder im Abonnement.

Anzeigen

Ältere M&R-Newsletter

M&R-Newsletter 3/2026

Blutgemeinschaft

M&R-Newsletter 2/2026

Eine Klasse für sich

M&R-Newsletter 1/2026

Der Fährmann

M&R-Newsletter 4/2025

Zerstörung der Menschlichkeit

M&R-Newsletter 3/2025

In der Spaßblase

M&R-Newsletter 2/2025

Rettung der Vergangenheit

M&R-Newsletter 1/2025

Eiserne Staatsräson

Berechtigte Mahnungen

M&R-Newsletter 4/2024

Triumph der Reaktion

M&R-Newsletter 3/2024

Repressives Dogma

M&R-Newsletter 2/2024

»Eine neue Flamme«

M&R-Newsletter 1/2024

Verordneter Philosemitismus

M&R-Newsletter 4/2023

Wiederschlechtmachung

M&R-Newsletter 3/2023

Ideologische Supermacht
»Komm auf die dunkle Seite!«

M&R-Newsletter 2/2023

Kriegsstifter und Friedenshetzer
Lachend in den dritten Weltkrieg?

M&R-Newsletter 1/2023

Sag mir wo die Blumen sind
Nie wieder Frieden

Aus dem M&R-Archiv

Auf Ostfrontlinie gebracht
Nationalistische Parolen, Geschichtsklitterung, Hassexzesse, sogar Begeisterung für den totalen Krieg – einer wachsenden Zahl von Künstlern und Intellektuellen ist offenbar jedes Mittel recht, um sich der neuen Volksgemeinschaft gegen Russland anzudienen. weiterlesen

Melden Sie sich für unseren Newsletter an

logo-373x100

Facebookhttps://www.facebook.com/melodieundrhythmus20Twitter20rss
flashback