Melodie & Rhythmus

»In all unseren Gedanken und Träumen«

10.09.2019 14:32
Foto: Neue Visionen Filmverleih

Foto: Neue Visionen Filmverleih

Eine tragikomische Verarbeitung der jüdischen Erfahrung

Interview: Susann Witt-Stahl

Sie ist die »flippigste« 90-Jährige Berlins. »Frau Stern« − Anatol Schusters Spielfilm über die leidenschaftliche Kettenraucherin und ihre stets auf skurrile Weise scheiternden Selbstmordversuche erzählt in Teilen auch die Geschichte der Hauptdarstellerin Ahuva Sommerfeld, die kurz nach der Premiere verstorben ist. Tochter Nirit Sommerfeld, die ebenfalls in dem Film mitwirkte, hat sie bis zum Schluss begleitet. M&R sprach mit der Schauspielerin über ihre Mutter, Frau Stern und ihren Umgang mit dem Holocaust, der ihr Leben prägte.

Wie viel reale Lebensgeschichte der Hauptdarstellerin steckt in »Frau Stern«?

Die Rolle ist meiner Mutter auf den Leib geschrieben: Sie lebte auch in Berlin-Neukölln, wo sie mit 75 Jahren hingezogen war, weil es ihr in dem Münchner Vorort, in dem sie über 40 Jahre gewohnt hatte, zu langweilig geworden war. Sie freundete sich in ihrem Kiez tatsächlich mit einem syrischen Lebensmittelhändler, einem türkischen Späti-Betreiber (den sie im Film nach einer Knarre fragt) und dem Friseur an, der sie regelmäßig zu Hause besuchte. Er kam aus dem Freundeskreis ihrer Enkelinnen, zu denen sie ein sehr enges Verhältnis hatte. Sie liebte es, mit jungen Leuten abzuhängen, auch mal einen Joint zu rauchen. Sie war eine eigensinnige, humorvolle Nonkonformistin – großzügig und liebenswert. Schuster hat aber auch einige wichtige fiktive Elemente hinzugefügt.

Welche?

Anders als Frau Stern war Ahuva keine Holocaustüberlebende, sondern eine in Jerusalem − damals noch in Palästina − geborene Jüdin, die erst durch ihren Mann und meinen deutsch-jüdischen Vater Rolf nach Deutschland kam. Und sie wurde während der Dreharbeiten »erst« 81.

Frau Stern
Regie: Anatol Schuster
Neue Visionen

Das komplette Interview erscheint in der Melodie & Rhythmus 4/2019, erhältlich ab dem 13. September 2019 am Kiosk, im Bahnhofsbuchhandel oder im Abonnement. Die Ausgabe können Sie auch im M&R-Shop bestellen.

Anzeigen

XXV. Internationalen Rosa-Luxemburg-Konferenz 2020

Ab Freitag im Handel:

TOP 10: Dezember 2019

Liederbestenliste

Stellenausschreibung

Die Verlag 8. Mai GmbH sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt Verstärkung (m/w/d) für die Anzeigenabteilung (Vollzeit/Teilzeit)
logo-373x100
Facebookhttps://www.facebook.com/melodieundrhythmus20Twitter20rss

Verkaufsstelle finden

Kiosk finden

Aktuelle Ausgabe bestellen*

1. per Mail: abo@melodieundrhythmus.com
2. per Telefon: 030/ 53 63 55 37
3. per Telefax: 030/ 53 63 55 51
4. per Post: Verlag 8. Mai GmbH, Torstr. 6, 10119 Berlin
5. im M&R-Shop

*Preis 6,90 Euro inkl. 7% MwSt. zzgl. Versand 1,80 Euro

Ältere Ausgaben im M&R-Shop nachbestellen.
M&R Shop
Jetzt abonnieren
Anzeige junge Welt

Berichte von der Künstler-Konferenz

123314 Linke Hochkultur
Das war die Künstlerkonferenz der Zeitschrift Melodie & Rhythmus am vergangenen Sonnabend in Berlin
jW, 15.06.2019
Großartiges schaffen
Die Organisation der M&R-Künstlerkonferenz in Berlin war eine immense Kraftanstrengung
jW, 15.06.2019
»Nie wieder schweigen«
Rechtsruck, widerständige Kunst, Erinnerungskultur: jW-Bericht von der Künstlerkonferenz von Melodie & Rhythmus am Samstag im Heimathafen Berlin-Neukölln
jW, 11.06.2019
M&R-Künstlerkonferenz eröffnet
Eindrücke vom Auftakt im Berliner »Heimathafen Neukölln«
jW, 08.06.2019
»Wehe dem, der mit einfachen Worten die Wahrheit sagt!«
Am Vormittag der Melodie & Rhythmus-Künstlerkonferenz wurde über Rechtsruck und Medienmacht diskutiert
jW, 08.06.2019
Kunst als Ware und Nicht-Ware
Der zweite Teil der Künstlerkonferenz von Melodie & Rhythmus drehte sich um Konformes und Widerständiges in der Kunst
jW, 08.06.2019
»Nie wieder Schweigen!«
Das vierte und letzte Podium der Künstlerkonferenz befasste sich mit Erinnerungskultur.
jW, 08.06.2019
flashback