Melodie & Rhythmus

Ästhetik der Herrschaftsfreiheit

10.09.2019 14:47
Hans Lüdemann Foto: Volker Beushausen

Hans Lüdemann
Foto: Volker Beushausen

Deutsche Jazzer diskutieren über die politische Dimension ihrer Musik

Hat Jazz hierzulande seine kritische Haltung verloren? Diese Frage soll beim 16. Darmstädter Jazzforum vom 3. bis 5. Oktober 2019 unter dem Motto »Positionen! Jazz und Politik« diskutiert werden. Eingeladen sind Musikwissenschaftler wie Harald Kisiedu, der über »The Art of Resistance: Überlegungen zur An- bzw. Abwesenheit des Politischen im zeitgenössischen Jazz« referieren wird.

Zu den Akteuren gehören auch Künstler wie Hans Lüdemann. Für den Pianisten und Komponisten wäre Jazz ein ideales Medium gegen den rechten Zeitgeist. »Wenn Musik herrschaftsfrei sein kann, dann der Jazz. Seine Spielpraxis ist, verglichen mit anderer Tonkunst, eine besonders demokratische«, sagt er im Gespräch mit M&R. Zwar wohnten dem Jazz schon immer antiemanzipatorische Tendenzen inne, aber heutzutage leide das Genre mehr als früher unter dem künstlerischen Ausverkauf durch Vermarktung auf der einen und Akademisierung auf der anderen Seite. Lüdemann fordert, dass die deutsche Szene sich selbst aus dieser Misere befreie: »Wir müssen ein Netzwerk von Spielstädten aufbauen, die unabhängig sind vom akademischen Betrieb und den rein an Kommerz orientierten Jazzklubs, wo es mehr auf den Getränkeverkauf ankommt.«
Die Konferenz wird im Literaturhaus Darmstadt stattfinden; dazu gibt es Konzerte, Ausstellungen und Workshops an verschiedenen Veranstaltungsorten in der Stadt.

red

jazzinstitut.de/positionen

Der komplette Beitrag erscheint in der Melodie & Rhythmus 4/2019, erhältlich ab dem 13. September 2019 am Kiosk, im Bahnhofsbuchhandel oder im Abonnement. Die Ausgabe können Sie auch im M&R-Shop bestellen.

Anzeigen

680x120MRCover

Ab Freitag im Handel:

Stellenausschreibung

Die Verlag 8. Mai GmbH sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt einen

Kulturredakteur (m/w/d)

in Voll- oder Teilzeit.
Liederbestenliste
logo-373x100
Facebookhttps://www.facebook.com/melodieundrhythmus20Twitter20rss

Verkaufsstelle finden

Kiosk finden

Aktuelle Ausgabe bestellen*

1. per Mail: abo@melodieundrhythmus.com
2. per Telefon: 030/ 53 63 55 37
3. per Telefax: 030/ 53 63 55 51
4. per Post: Verlag 8. Mai GmbH, Torstr. 6, 10119 Berlin
5. im M&R-Shop

*Preis 6,90 Euro inkl. 7% MwSt. zzgl. Versand 1,80 Euro

Ältere Ausgaben im M&R-Shop nachbestellen.
M&R Shop
Jetzt abonnieren
Anzeige M&R-Tasse

Berichte von der Künstler-Konferenz

123314 Linke Hochkultur
Das war die Künstlerkonferenz der Zeitschrift Melodie & Rhythmus am vergangenen Sonnabend in Berlin
jW, 15.06.2019
Großartiges schaffen
Die Organisation der M&R-Künstlerkonferenz in Berlin war eine immense Kraftanstrengung
jW, 15.06.2019
»Nie wieder schweigen«
Rechtsruck, widerständige Kunst, Erinnerungskultur: jW-Bericht von der Künstlerkonferenz von Melodie & Rhythmus am Samstag im Heimathafen Berlin-Neukölln
jW, 11.06.2019
M&R-Künstlerkonferenz eröffnet
Eindrücke vom Auftakt im Berliner »Heimathafen Neukölln«
jW, 08.06.2019
»Wehe dem, der mit einfachen Worten die Wahrheit sagt!«
Am Vormittag der Melodie & Rhythmus-Künstlerkonferenz wurde über Rechtsruck und Medienmacht diskutiert
jW, 08.06.2019
Kunst als Ware und Nicht-Ware
Der zweite Teil der Künstlerkonferenz von Melodie & Rhythmus drehte sich um Konformes und Widerständiges in der Kunst
jW, 08.06.2019
»Nie wieder Schweigen!«
Das vierte und letzte Podium der Künstlerkonferenz befasste sich mit Erinnerungskultur.
jW, 08.06.2019
flashback