Melodie & Rhythmus

Bereitschaft zur Unterwerfung

28.06.2016 14:16
Foto: Laika Verlag

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Thomas Metscher über neoliberale Ideologie und die totalen Kulturverhältnisse der imperialistischen Gesellschaft

Interview: John Lütten

Angeblich ist die Zeit der großen Ideologien vorüber, und der Westen hat einen aufgeklärten, »postideologischen« Zustand erreicht. Das sieht der marxistische Kulturtheoretiker Thomas Metscher jedoch ganz anders. Zusammen mit Werner Seppmann und Erich Hahn hat der emeritierte Professor für Literaturwissenschaft und Ästhetik das Buch »Kritik des gesellschaftlichen Bewusstseins. Über Marxismus und Ideologie« veröffentlicht, in dem er materialistische Ideologie- und Kulturtheorie behandelt. Mit M&R sprach er über die Ideologie des Neoliberalismus und die Möglichkeit künstlerischer Opposition.

Im Klappentext Ihres Buches halten Sie fest: »Wir leben in einem ideologischen Zeitalter.« Aber es heißt doch immer, wir würden in »postideologischen« Zeiten leben …

Ja, aber solche Befunde halte ich für »recht steilen Unfug«, wie Thomas Mann sagte. Ideologie wird dabei bloß als »Denksystem« oder »Erzählung« verstanden, und es bleibt unklar, was gemeint ist. Wir vertreten einen dialektischen Ideologiebegriff, der an Marx und Engels anschließt: In der Ideologie findet eine Verkehrung statt, in der den Menschen ihre eigene Vergesellschaftung verdreht erscheint. Sie ist nicht nur falsches Bewusstsein, sondern entspringt der gesellschaftlichen Praxis, gründet also auf realen Momenten der Gesellschaft.

Erich Hahn/Thomas Metscher/ Werner Seppmann Kritik des gesellschaftlichen Bewusstseins. Über Marxismus und Ideologie
Laika Verlag
ISBN: 978-3-944233-61-1, Erscheint Juni 2016, 24,90€, 360 Seiten

Das komplette Interview lesen Sie in der Melodie und Rhythmus 4/2016, erhältlich ab dem 1. Juli 2016 am Kiosk, im Bahnhofsbuchhandel oder im Abonnement. Die Ausgabe können Sie auch im M&R-Shop bestellen.

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