Melodie & Rhythmus

Überflieger

23.06.2015 14:57
Foto: Maik Kleinert

Foto: Maik Kleinert

Der Flugplatz bei Roitzschjora – wo einst Jagdmaschinen der Luftwaffe abhoben, verleiht heute das With-Full-Force-Festival Metal- und Hardcore-Fans Flügel

Ken Merten

Das Flugplatzgelände bei Roitzschjora, einem Nest nahe Delitzsch und Leipzig, umweht 362 Tage im Jahr das für die sächsische Provinz typische Ambiente morbider Trostlosigkeit. Historisch vollzog sich hier der aristotelische Dreischritt: 1936 bis 1938 erbaut, dann vom paramilitärischen Nationalsozialistischen Fliegerkorps für Flugübungen genutzt. Später wurde ein Fliegerhorst eingerichtet mit ab 1944 Focke-Wulf- und im letzten Kriegsjahr auch Messerschmitt-Jagdfliegern der NS-Luftwaffe. Nach der Niederlage Hitlerdeutschlands fand die Massenorganisation Gesellschaft für Sport und Technik Verwendung für das Gelände. Danach diente es der Roten Armee und Nationalen Volksarmee als Standort ihrer Reserve und Helikopterlandeplatz. Seit dem Ende des Kalten Krieges wird es vom Fliegerklub Roitzschjora e. V. betreut.

Vor Ort findet sich einer jener Baggerseen, die wie braune Regenpfützen die Leipziger Peripherie sprenkeln. In den dichten Waldrand traut sich nur, wer Gefahr laufen will, vom Rand der Welt zu stürzen. Auf der plattgewalzten Stoppelwiese wird immer wieder neu, aber lieblos in parallel verlaufenen Linien Gras gesät. Mehr Mühe macht man sich nicht. Außer ein paar Segelfliegern und Fuchs und Hase kommt hier eh niemand vorbei.

Den kompletten Artikel lesen Sie in der Melodie und Rhythmus 4/2015, erhältlich ab dem 26. Juni 2015 am Kiosk, im Bahnhofsbuchhandel oder im Abonnement. Die Ausgabe können Sie auch im M&R-Shop bestellen.

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