Melodie & Rhythmus

»Wir spielen Musik für die Arbeiterklasse«

22.02.2016 14:34
Foto: Roger Degerman

Foto: Roger Degerman

Fragebogen: The Baboon Show

Einfach mal über andere Dinge reden als über das neueste Album und die jüngste Tournee. M&R stellt Künstlern existenzielle Fragen, zielt auf Bekenntnisse und Geständnisse und führt sie auf politische und kulturelle Terrains, auf denen sie sich gewöhnlich nicht oder selten bewegen. Aber nicht nur das: Herum- und Herausreden gilt nicht! Wir nötigen zu knappen und klaren Statements. Für M&R sprach Stefanie Gengenbach mit Håkan Sörle von der schwedischen Punkband The Baboon Show.

MUSIK IST DANN ERFOLGREICH, WENN …
sie dir Gänsehaut am ganzen Körper bereitet. Wenn du spüren kannst, dass die Band hinter dem steht, was sie singt.

MENSCHEN, DIE WIR NICHT ALS UNSERE FANS HABEN WOLLEN, SAGEN, DASS …
Sozialismus scheiße ist. Einmal kam ein schwedischer Hörer zu uns und sagte: »Echt, ich mag eure Musik. Aber eure Lyrics hasse ich!«

»PUNK IS NOT DEAD« …
Absolut! Es gibt so viele gute Bands, wie könnte Punk da tot sein?

IM STUDIO …
hängen wir Bilder von Rechtsradikalen an die Wände, um vor den Aufnahmen so wütend wie möglich zu sein.

WÜTEND MACHT UNS AUCH …
Ungerechtigkeit und Egoismus. Das heißt, wir sind wütend auf den Kapitalismus. Er ist ein organisiertes Verbrechen.

DER KAPITALISMUS …
tötet Menschen. Die Bourgeoisie schreibt viele Bücher darüber, wie viele Menschen im Kommunismus gestorben sind. Ich würde gerne einmal etwas darüber lesen, wie viele Menschen der Kapitalismus über die Jahre auf dem Gewissen hat – vor allem in sogenannten Friedenszeiten.

WIR WÜRDEN NIE …
habgierig sein oder uns unsolidarisch verhalten. Wir werden unser Leben lang Sozialisten sein, und die rote Fahne ist unser bester Freund.

WIR SIND SOLIDARISCH MIT …
solidarischen Menschen. Wir zählen uns selbst zur Arbeiterklasse und spielen Musik für die Arbeiterklasse – und nicht für die Herrschenden. Die sollen ihre eigene Musik machen.

WIDERSTAND ZU LEISTEN, BEDEUTET FÜR MUSIKER …
sich zu kümmern. Wenn du keinen Hass spürst, weißt du auch nichts über die Liebe.

IN DER ZUKUNFT WIRD MUSIK …
hoffentlich besser sein als heute. Aber das wird vom System abhängen. Wenn es Unterstützung vom Staat und von den Menschen gibt, wird es auch in Zukunft eine Musik der Arbeiterklasse geben. Wenn nicht, haben nur noch Bonzen die Zeit und die Möglichkeit, Musik zu machen – und dann wird die Musik ganz schön schlecht sein!

DASS ES AN DER SCHWEDISCH-DÄNISCHEN GRENZE ZUM ERSTEN MAL SEIT 1954 WIEDER KONTROLLEN GIBT, IST …
merkwürdig und natürlich schlecht. Das große Arschloch sind hier die USA, weil sie alle sogenannten Rebellen (inklusive den IS) unterstützt haben, um die syrische Regierung zu stürzen. Ohne die USA gäbe es keine Flüchtlinge. Wir bedanken uns bei Russland und bei der syrischen Armee dafür, dass sie diese Arschlöcher bekämpfen.

SIE SIND IN KUBA AUFGETRETEN. AM MEISTEN BEEINDRUCKT HAT …
dass es keine Klassen gibt – und dadurch auch kaum Gewalt oder Hass in der Bevölkerung. Dass es in der Gesellschaft nicht nur um Konsum geht, ist auch sehr angenehm. Eines Tages werde ich als politischer Flüchtling von Europa nach Kuba ziehen.

The Baboon Show The World Is Bigger Than You
Kidnap
www.thebaboonshow.de

Den Fragebogen lesen Sie in der Melodie und Rhythmus 2/2016, erhältlich ab dem 26. Februar 2016 am Kiosk, im Bahnhofsbuchhandel oder im Abonnement. Die Ausgabe können Sie auch im M&R-Shop bestellen.

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