Melodie & Rhythmus

Wie unsere Lieblingsbands …

30.12.2014 11:44

THE WIRE
Foto: Picture-Alliance/Mary Evans Picture Library

TV-Serials schweißen Musik und Film zu einem Pop-Kosmos zusammen
Martin Mutschler

titelSeit »Mad Men« und »Breaking Bad« sind US-amerikanische Serien und Mehrteiler wieder einmal in aller Munde. Ein Trend, der sich an den verschiedensten Themen versucht – einem todkranken Lehrer, der Crystal Meth im großen Stil produziert, dem Alltag einer Adelsfamilie auf ihrem englischen Landsitz oder den Überlebenden einer postapokalyptischen Zombie-Welt. Spätestens seit Rainer Werner Fassbinder in der BRD Anfang der 80er »Berlin, Alexanderplatz« drehte, gilt die Erzählform auch hierzulande als etabliert. Das ritualisierte Schauen zu einer bestimmten Sendezeit à la »Tatort« wird durch das Internet und DVD-Boxen überflüssig: Wer von einem Plot gepackt wird, kann je nach Lust und Laune ganze Staffeln am Stück schauen.

Kritiker loben an diesem Format den großen erzählerischen Bogen, dem es gelingen kann, ganze Gesellschaftspanoramen zu entwerfen. So wurde die komplexe Handlung von »The Wire« (2002–2008) – eine der vielen vorbildlichen Serien des Bezahl-Senders HBO – nicht nur einmal mit Dostojewskis Romanen verglichen. Wie bei den großen russischen Romanciers zeige auch hier ein allwissender Erzähler seinen epischen Atem. Die (moralische) Wertung wird dabei in Teilen an den Zuschauer abgegeben.

Die Musik, die in diesen Serien verwendet wird, reicht von originalen Soundtracks zu Sammlungen, die Klassisches und Abwegiges kompilieren oder neue Hits erst schaffen. Sie treten in Kontakt mit dem Plot und seinen Figuren und sind dabei in der Lage, Sinnbilder für ganze Epochen und Kulturen zu werden. So zeigte die Serie »Treme« (vom »The Wire«-Autor David Simon) New Orleans nach dem Hurrikan Katrina und was die Stadt durch den verheerenden Sturm verloren hatte – die Musik jedoch bezeugte, dass die kulturelle Tradition der Stadt ungebrochen war.

Den kompletten Artikel lesen Sie in der M&R 1/2015, erhältlich ab dem 5. Januar 2015 am Kiosk, im Bahnhofsbuchhandel oder im Abonnement. Die Ausgabe können Sie auch im M&R-Shop bestellen.

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