Melodie & Rhythmus

M&R November/Dezember 2016


Ab 28. Oktober am Kiosk, im Bahnhofsbuchhandel und im Abo.

cover-6-2016Das »Quit playing games with my heart!«-Geschmachte der Teenie-Bands belächeln wir. Die gekünstelte »Authentizität« der Schlager-Interpreten, die angeblich eine »Botschaft« haben, oder auch die unvermeidliche »White Christmas«-Seligkeit, die in diesen Tagen wieder grassiert, reizen zum Lästern, manchmal sogar zum Schenkelklopfen. Aber das Phänomen Kitsch allein mit ironischer Distanz abzutun – das wäre zu einfach: Die gesellschaftlichen Verhältnisse, die ihn hervorbringen, ebenso seine Produzenten, die aus ihm gewaltige Profite ziehen, »are playing games« mit den real existierenden, aber verdrängten Ängsten, Nöten und unterdrückten Sehnsüchten der Menschen. Ausgabe bestellen

Die durch Roy Blacks »Ganz in Weiß« oder zuckersüße Walzertraum-Revuen im ZDF nicht nur bei Senioren massenhaft ausgelösten emotionalen Eruptionen sind Reflexe auf die Erinnerung an die Versagung eines wahrhaft erfüllten Lebens, gar Glücks. Im Bann forcierter Konkurrenz und wachsender Vereinzelung in der neoliberalen Gesellschaft verhilft uns oftmals einzig noch der Kitsch zur Katharsis – ohne Sanktionen fürchten zu müssen. weiterlesen

MAGAZIN

06 | Studie über Streaming-Nutzer, Linke Literaturmesse in Nürnberg
07 | Initiative gegen Clubsterben, Erinnerung an Víctor Jara und Dean Reed
08 | Die Hamburger Elbphilharmonie kurz vor der Eröffnung
09 | Ein Kommentar zum Ende der Festival-Saison, R.I.P.

MUSIK & KÜNSTLER {#1}

10 | Sleaford Mods: Auf der Seite der »Angeschissenen«
12 | Ian Hunter: Fels in der Brandung
13 | Nick Cave: Glück als Racheakt
15 | Das Kapital: Explosiv
16 | Tom Chaplin
17 | Christian Löffler: Mehr als Tanzmusik

TITELTHEMA TRIVIALITÄT & KITSCH

21 | Verschiebung der Grenzen zwischen Kitsch und Kunst
22 | Männerwelten im Nachkriegsschlager
24 | Sehnsucht nach Gemeinschaft. Interview mit Wolfgang Braungart
26 | Die Beatlemania als künstliches Delirium
28 | Vom Sound der Rebellion zum Wall of Sound
30 | Inszenierung des bürgerlichen Subjekts
32 | André Rieu: »Der Schmalzerkönig«
34 | Camp: Extravaganz als Marketingtool
36 | Das Comeback des Schlagers in Deutschland
37 | Boygroups: Sauber, süß, sympathisch
38 | Ein Internet-Label verarbeitet Klangabfall zu Kitsch
39 | Garage-Punk feierte radikale Trivialität

MUSIK & KÜNSTLER {#2}

40 | Sting: Im endlosen Ozean
41 | Insomnium: Zeitlos
43 | Karussell: Es dreht sich weiter und weiter …
44 | M&R-Fragebogen: Kiosk
45 | Herb Alpert: Klassiker und neue Töne
46 | Newcomer Jonny Bix Bongers: Scharfe Kante
47 | Newcomer: Elijah Hook, Arbitraire, Oriion, Lion Sphere
48 | Album des Monats: Conor Oberst – Ruminations
49 | Rezensionen

STANDPUNKTE

63 | Kolumne aus Buenos Aires: Kampf um den Underground
64 | Pro & Contra: Smartphones auf Live-Konzerten
66 | Feature: Nazi-Kitsch und seine Grenzen
70 | Geschäftsmodell »Popstar-Studium«

SPEZIAL

73 | US-Wahlkampf: Waffenlobby und Musikindustrie ziehen an einem Strang
74 | Russische Musikkultur seit dem Ende der UdSSR
76 | AIDS-Awareness: 25 Jahre nach dem Tod von Freddie Mercury
78 | Analyse: Jimi Hendrix – »Hey Joe«
79 | Legendäre Orte: Apollo Theater, New York
80 | Die Spielekonsole »Wii« als Musikinstrument
81 | Neuköllner Oper Berlin: »Tosca G8«

FILM & LITERATUR

83 | Zum 100. Geburtstag von Kirk Douglas: »Spartacus« und das Ende der McCarthy-Ära
84 | Rezensionen Filme
85 | Deutsche Pop Zustände. Interview mit Dietmar Post
86 | Freudomarxismus. Interview mit Moshe Zuckermann
87 | Rezensionen Bücher

LIVE

91 | Mashrou’ Leila, Dillon
92 | Terry Riley
93 | »Punk Rock Pins and Pin-Ups«
94 | Reportage: Am anderen Ende der Welt – Musiktheater in Ecuador
96 | Konzertpräsentationen
98 | Leserbriefe

Anzeigen

Che: Die ersten Jahre

flashback
logo-373x100
Facebookhttps://www.facebook.com/melodieundrhythmus20Twitter20rss

Jetzt am Kiosk!

Anzeige Rosa-Luxemburg-Konferenz

Melden Sie sich für unseren Newsletter an

M&R Aktuell

zuckermann

Deutsche Abgründe


Ein kleiner Schritt für Frankfurts Bürgermeister, ein großer Sprung für deutsche Normalisierer: Uwe Becker (CDU) demonstriert neues-altes Selbstbewusstsein und erklärt jüdische und andere Israelkritiker kurzerhand für »nicht willkommen« in seiner Stadt. Zu den unerwünschten Personen gehört der israelische Historiker und Sohn von Holocaust-Überlebenden Moshe Zuckermann, der in Frankfurt aufgewachsen ist. M&R bat ihn um eine Replik.

»Entscheidend ist, welche Haltung wir einnehmen«


Gespräch mit Susann Witt-Stahl. Über Gegenkultur, Ideologiekritik und notwendige neue Impulse für den Kulturjournalismus
Aus: junge Welt vom 25.03.2017, Wochenendbeilage

Aktuelle Ausgabe bestellen*

1. per Mail: abo@melodieundrhythmus.com
2. per Telefon: 030/ 53 63 55 37
3. per Telefax: 030/ 53 63 55 51
4. per Post: Verlag 8. Mai GmbH, Torstr. 6, 10119 Berlin
5. im M&R-Shop

*Preis 6,90 Euro inkl. 7% MwSt. zzgl. Versand 1,80 Euro

Ältere Ausgaben im M&R-Shop nachbestellen.
M&R Shop

M&R im Interview

Gespräch mit Susann Witt-Stahl:
Kritischer Musikjournalismus in ideologisch angespannter Zeit.

Interview lesen
 
Gespräch mit Susann Witt-Stahl:
Über die neu ­gestaltete Musikzeitschrift Melodie und Rhythmus, Walter Ulbricht und Iron Maiden, Rock’n’Roll und Krieg, marxistische Ästhetik und Neoliberalismus, Straßen-Rap und Adorno.

Interview lesen
 
"Wir frönen nicht irgendeiner Nostalgie"
Ein politisches Musikmagazin mit DDR-Wurzeln erfindet sich neu: Melodie & Rhythmus (M&R) hat seinen Look und seine Inhalte überarbeitet. medienmilch.de sprach mit der Chefredakteurin Susann Witt-Stahl über die Details: Interview lesen
 
• Wie sich Musik und Politik vereinbaren lassen, behandelt das Magazin “Melodie & Rhythmus” in seiner aktuellen Ausgabe. Radio F.R.E.I. hat mit der Chefredakteurin Susann Witt-Stahl gesprochen.
Radiointerview anhören