Melodie & Rhythmus

Cheerleader der Veränderung

28.10.2015 15:49
Foto: Ralph Goldmann

Foto: Ralph Goldmann

Lange Jahre war es still um die Jungs von Boysetsfire – jetzt legen sie nach

David Lang

Boysetsfire sind das, was man unter einer Institution versteht. Seit 21 Jahren ist die politische Post-Hardcore-Formation aus Delaware am Werken und zeigt sich mit der Veröffentlichung ihrer neuen Platte kein bisschen müde. M&R sprach mit ihrem Bassisten Robert Ehrenbrand.

Lange Jahre war es still um die Jungs von Boysetsfire. Ihre neue LP sehen sie als helleren Gegenpart zum düsteren Vorgänger- und Comebackalbum »While a Nation Sleeps …«. Das zeige sich lyrisch, musikalisch und im überwiegend in Weiß gehaltenen Artwork. Aufbruchsstimmung sei das zentrale Thema des Albums, meint Robert Ehrenbrand. »Das heißt nicht, dass wir nicht heavy Songs spielen auf der Platte, sondern, die Emotion ist positiver.« Gleichzeitig ziehen sich politische Motive durch: »Rebellion ist in Boysetsfire eingebaut. Vom ersten Tag an war eine der Grundprämissen der Band, sich niemals den Mund verbieten zu lassen«. Das hat mitunter zu brenzligen Situationen geführt. Als »Tomorrow Come Today« in die hegemoniale Kriegsstimmung nach den Anschlägen vom 11. September 2001 hinein veröffentlicht wurde, begleiteten Bombendrohungen ihre Tour in den USA.

Kein Saitengewichse, sondern Gemeinschaftsgefühl

Der aktuellen Veröffentlichung ging ein Musterbeispiel an Fannähe voran. Boysetsfire organisierten im August in Köln die erste Auflage ihres Family First Festivals, wo gemeinsam mit Größen wie Chuck Ragan und Funeral for a Friend der Zusammenhalt gefeiert wurde. Ehrenbrand bringt das Anliegen auf den Punkt: »Kein Saitengewichse, sondern Gemeinschaftsgefühl.« Selbständiger und unabhängiger sind sie geworden: »Wir waren viele Jahre lang nur Boysetsfire-Beschäftigte. Nach der Auflösung merkten wir sehr schnell, dass wir nicht ohne einander können. Wir haben uns intensiv damit auseinandergesetzt, was wir für uns gern ändern würden. Das heißt, dass wir allein entscheiden, was wir tun und wann wir‘s tun. Das heißt, dass wir niemals ein Meeting haben müssen mit irgendeinem Plattenlabelfritzen, der zu uns sagt: ›Hey Jungs, jetzt wär‘s mal wieder Zeit!‹, oder einem Radiodeppen, der sagt: ›Eine geeignete Single hör ich noch nicht, geht doch lieber nochmal ins Studio.‹ Wir haben unser eigenes Label, wir buchen unsere eigenen Touren. Das bedeutet, du musst dir neben der Band ein anderes Standbein suchen – denn wenn du weniger tourst, musst du ja trotzdem deine Miete zahlen.«

Boysetsfire s/t
End Hits Records
www.boysetsfire.net

Den kompletten Artikel lesen Sie in der Melodie und Rhythmus 6/2015, erhältlich ab dem 30. Oktober 2015 am Kiosk, im Bahnhofsbuchhandel oder im Abonnement. Die Ausgabe können Sie auch im M&R-Shop bestellen.

Anzeigen

1.700 Abos jetzt

Stellenausschreibung

Wir suchen für die Redaktion der Kulturzeitschrift Melodie & Rhythmus – Magazin für Gegenkultur zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine / einen

Kulturredakteurin
/Kulturredakteur

in Voll- oder Teilzeit


Solidarität mit M&R

DIDF-Jugend unterstützt M&R

Liebe Leserinnen und Leser, Aktive und Herausgeberinnen und Herausgeber
der jungen Welt und der M&R,

ich bin Johanna aus dem SDS der HAW, der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Hamburg. Ich melde mich aus aktuellem Anlass zu Wort, um für die Wiederaufnahme der Melodie & Rhytmus zu sprechen.

weiterlesen
1.700 Abos jetzt
logo-373x100
Facebookhttps://www.facebook.com/melodieundrhythmus20Twitter20rss

Aktuelles

Kulturzeitschrift Melodie & Rhythmus erscheint weiter
Mit einer Crowdfunding-Kampagne schaffen Lesende, Künstler und Verlag Voraussetzungen für die nächsten Ausgaben
29.06.2018
Dein M&R-Abo fehlt!
Neuer Kurs: 1.400 Abonnenten bis zum 14. Juli!
jW, 23.06.2018
Instrument im Kampf gegen Kriege
Bereits 554 Abos für Melodie & Rhythmus – Solikonzert am 22. Juni in der Berliner Wabe
jW, 12.05.2018
Die Waffe der Kritik braucht ein Magazin … Die Waffe der Ideologiekritik braucht ein Magazin
jW, 14.04.2018
Gegen den Massenbetrug Die Waffe der Ideologiekritik braucht ein Magazin
jW, 31.03.2018
Melodie & Rhythmus retten – 1.000 Abos jetzt! jW, 31.03.2018
Sterben Musikzeitschriften aus? Krise und Umbruch
„Musikforum“, „Melodie & Rhythmus“ und die „Österreichische Musikzeitschrift“ - drei traditionsreiche Magazine werden sicher oder möglicherweise eingestellt. Sterben Musikzeitschriften aus? Und liegt die Rettung im Internet? Jan Ritterstaedt hat sich umgehört.
SWR, 22.02.2018

Auslaufmodell Gegenkultur? Zum drohenden Ende von Melodie & Rhythmus
Interview von Deutschlandfunk Kultur mit M&R-Chefredakteurin Susann Witt-Stahl
21.02.2018, mp3

Wundertäter gesucht
Wie Melodie & Rhythmus als Magazin für Gegenkultur doch noch fortgeführt werden könnte
27.01.2018

Treibstoff für große Anstrengungen
Aufgeben – das ginge gar nicht in Zeiten des aufhaltsamen Aufstiegs der AfD und anderer rechter Demagogen, meinen fast alle, denen M&R etwas bedeutet.
27.01.2018

Auf Eis gelegt
Die Produktion von Melodie & Rhythmus, Magazin für Gegenkultur, wird vorerst eingestellt. Einnahmen reichen nicht, um hohe inhaltliche Ansprüche auf Dauer zu finanzieren.
06.01.2018

Zur Ästhetik der Großen Weigerung
Warum eine Gegenkultur auf historisch-materialistischer Basis alternativlos ist
06.01.2018

Pressemitteilung:
Zeitschrift Melodie & Rhythmus vor dem Aus?, 05.01.2018
Anzeige junge Welt
flashback

Melden Sie sich für unseren Newsletter an

Aktuelle Ausgabe bestellen*

1. per Mail: abo@melodieundrhythmus.com
2. per Telefon: 030/ 53 63 55 37
3. per Telefax: 030/ 53 63 55 51
4. per Post: Verlag 8. Mai GmbH, Torstr. 6, 10119 Berlin
5. im M&R-Shop

*Preis 6,90 Euro inkl. 7% MwSt. zzgl. Versand 1,80 Euro

Ältere Ausgaben im M&R-Shop nachbestellen.
M&R Shop