Melodie & Rhythmus

Die Welt zu einem weniger schlechten Ort machen

26.08.2014 14:52

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Foto: Andrés Lofiego

Gefängnismusik von Rompiendo Sistemas aus Argentinien
Christian Stache

In einem kleinen feucht-muffigen Raum im Komplex Nummer 48 des Gefängnisses José León Suárez in San Martín, einem Vorort der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires, drängen sich rund ein Dutzend Inhaftierte und einige Akademiker. Als der letzte zur Tür hereinkommt, beginnen die ersten bereits, ihre Gitarren zu stimmen, sich am Schlagzeug warm zu trommeln und Songverse zu rezitieren.

Die Probe beginnt. »Der Brasilianer«, wie Fabiano Pereira aufgrund seiner Herkunft im typischen Straßenslang von seinen Bandkollegen liebevoll genannt wird, rappt im Centro de Estudios Universitarios de la Unidad Penitenciaria Nº 48, dem Universitätszentrum des Gefängniskomplexes Nummer 48 (CUSAM), über die »ansiada libertad« – die »herbeigesehnte Freiheit«. Davon kann die argentinische Band Rompiendo Sistemas (dt. »Systeme zerstörend«), die neuerdings unter dem Namen Rimas de Alto Calibre (»Reime von großem Kaliber«) firmiert, ein Liedchen singen. Die Mehrheit der achtköpfigen Gruppe sind Häftlinge des Gefängnisses José León Suárez, die anderen sind Mitarbeiter der Universidad Nacional de San Martín (UNSAM).

Als Lautaro Merzari, José Lavallen und Juan Pablo de Mendonça 2009 im CUSAM einen Workshop zu »Formen der lateinamerikanischen Volkspoesie« anboten, hatten sie zunächst keine weiterführenden Projekte im Sinn. Der Kurs stieß auf reges Interesse unter den Häftlingen. »Schon nach kurzer Zeit«, berichtet Merzarzi, »verwandelte sich das Seminar in ein Treffen, bei dem komponiert, gereimt und geschrieben wurde.« Es entwickelte sich »so etwas wie eine Band, deren Mitglieder eigene Stücke schrieben und sich musikalisch verschiedener Genres bedienten«, ergänzt Lavallen. Anfangs verwendeten sie nur ihre eigenen Instrumente. Nach und nach wurden weitere Künstler hinzugebeten.

Den kompletten Artikel lesen Sie in der M&R 5/2014, erhältlich ab dem 29. August 2014 am Kiosk, im Bahnhofsbuchhandel oder im Abonnement. Die Ausgabe können Sie auch im M&R-Shop bestellen.

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