Melodie & Rhythmus

Verraten, verkauft, zu Tode gemartert

10.09.2019 14:27
Jörg Ratgeb: »Auferstehung Christi«, rechter Außenflügel des Herrenberger Hochaltars, Öl auf Holz, 1518–1520, 270×147 cm Foto: gemeinfrei

Jörg Ratgeb: »Auferstehung Christi«, rechter Außenflügel des Herrenberger Hochaltars, Öl auf Holz, 1518–1520, 270×147 cm
Foto: gemeinfrei

Mit der Niederschlagung des deutschen Bauernaufstandes endete auch ein expressiver Realismus in der Kunst

Andreas Wessel

Mit der inszenierten Hinrichtung kannte sich das Mittelalter aus, stand sie doch im Mittelpunkt ihrer identitätsstiftenden religiösen Ideologie. In die Gestaltung öffentlicher Hinrichtungsplätze und die das Ereignis umrahmenden repräsentativen Aufmärsche und Präsentationen waren oft Architekten und Künstler eingebunden, ein volksfestartiges Ausklingen der Inszenierung war durchaus erwünscht.

Wir wissen nicht genau, wann der Maler Jörg Ratgeb in Pforzheim den Tod fand – ob im Herbst 1525 oder erst im Frühjahr des Folgejahrs –, aber es ist gewiss, dass dem Schauspiel eine Menge Volk beiwohnte. Es war ja auch eine besonders sehenswerte Inszenierung, da – in der an Grausamkeiten reichen Hinrichtungspraxis der Zeit – eine durchaus seltene Todesart zu bestaunen war: die Vierteilung bei lebendigem Leibe. Meist wurde die Vierteilung nämlich erst nach dem Tod des Delinquenten durchgeführt, wenn auch die vorhergehende Tötung ebenfalls selten ohne Qualen abging. Ratgeb jedoch wurde zuerst von Pferden geschleift und dann von deren vier auseinandergerissen. Was war die besondere Schwere seines Vergehens? …

Der komplette Beitrag erscheint in der Melodie & Rhythmus 4/2019, erhältlich ab dem 13. September 2019 am Kiosk, im Bahnhofsbuchhandel oder im Abonnement. Die Ausgabe können Sie auch im M&R-Shop bestellen.

Ähnliche Artikel:

Anzeigen

XXV. Internationalen Rosa-Luxemburg-Konferenz 2020

Ab Freitag im Handel:

TOP 10: Dezember 2019

Liederbestenliste

Stellenausschreibung

Die Verlag 8. Mai GmbH sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt Verstärkung (m/w/d) für die Anzeigenabteilung (Vollzeit/Teilzeit)
logo-373x100
Facebookhttps://www.facebook.com/melodieundrhythmus20Twitter20rss

Verkaufsstelle finden

Kiosk finden

Aktuelle Ausgabe bestellen*

1. per Mail: abo@melodieundrhythmus.com
2. per Telefon: 030/ 53 63 55 37
3. per Telefax: 030/ 53 63 55 51
4. per Post: Verlag 8. Mai GmbH, Torstr. 6, 10119 Berlin
5. im M&R-Shop

*Preis 6,90 Euro inkl. 7% MwSt. zzgl. Versand 1,80 Euro

Ältere Ausgaben im M&R-Shop nachbestellen.
M&R Shop
Jetzt abonnieren
Anzeige M&R-Tasse

Berichte von der Künstler-Konferenz

123314 Linke Hochkultur
Das war die Künstlerkonferenz der Zeitschrift Melodie & Rhythmus am vergangenen Sonnabend in Berlin
jW, 15.06.2019
Großartiges schaffen
Die Organisation der M&R-Künstlerkonferenz in Berlin war eine immense Kraftanstrengung
jW, 15.06.2019
»Nie wieder schweigen«
Rechtsruck, widerständige Kunst, Erinnerungskultur: jW-Bericht von der Künstlerkonferenz von Melodie & Rhythmus am Samstag im Heimathafen Berlin-Neukölln
jW, 11.06.2019
M&R-Künstlerkonferenz eröffnet
Eindrücke vom Auftakt im Berliner »Heimathafen Neukölln«
jW, 08.06.2019
»Wehe dem, der mit einfachen Worten die Wahrheit sagt!«
Am Vormittag der Melodie & Rhythmus-Künstlerkonferenz wurde über Rechtsruck und Medienmacht diskutiert
jW, 08.06.2019
Kunst als Ware und Nicht-Ware
Der zweite Teil der Künstlerkonferenz von Melodie & Rhythmus drehte sich um Konformes und Widerständiges in der Kunst
jW, 08.06.2019
»Nie wieder Schweigen!«
Das vierte und letzte Podium der Künstlerkonferenz befasste sich mit Erinnerungskultur.
jW, 08.06.2019
flashback