Melodie & Rhythmus

Im Auftrag Washingtons

28.06.2016 14:43
Havanna, 25. März 2016, während der Rede von US-Präsident Barack Obama: Jurangel (25) vor Flaggen Foto: Ueslei Marcelino / Reuters

Havanna, 25. März 2016, während der Rede von US-Präsident Barack Obama: Jurangel (25) vor Flaggen
Foto: Ueslei Marcelino / Reuters

Zum Beispiel Los Aldeanos: Wie die USA versuchten, Kubas Hip-Hop-Szene für den Sturz der Regierung zu missbrauchen

Volker Hermsdorf *

Sie wollten nur Musik machen. Nicht irgendeine, sondern Rebellenmusik. In einem Land, in dem das Wort »Rebel lion« – wie sie meinen – zu oft missbraucht wird, sollte ihre Musik ausdrücken, was die junge Generation bewegt. Als Bian Rodríguez Galá und Aldo Rodríguez Baquero im Februar 2003 das Hip-Hop-Duo Los Aldeanos gründeten, wollten sie aufrütteln, protestieren und provozieren. Das gelang ihnen von Anfang an. Texte wie »Meine Arbeit lohnt sich nicht / Ich sehe keine Perspektive / Keine Zukunft hier für mich« trafen die Stimmung vieler Jugendlicher.

»Die politische Diskussion wird von Rappern beeinflusst«, ließ Aldo Rodríguez selbstbewusst verlautbaren. Ätzende Kritik an Bürokratie, Bequemlichkeit und Korruption verunsicherte und verärgerte manchen Kulturfunktionär. Die Musiker bekamen Stress mit Behörden, hatten aber auch Erfolg. Noch im Jahr ihrer Gründung wurde ihnen für den Song »A veces sueño« (Manchmal träume ich) der Preis »Rap Plaza« verliehen, danach folgte eine Auszeichnung nach der anderen.

Einschlägige Klubs

Während damals fast jeder in Havannas Jugendszene, in den einschlägigen Klubs und am Treff an der Ecke 23. Straße / Calle G Los Aldeanos, Danay Suárez, Papá Humbertico, das Duo Obsesión und die anderen Raperos kannte, nahmen die Medien außerhalb der Karibikinsel zunächst nur wenig Notiz von der für Kuba noch relativ neuen Musikrichtung und deren Interpreten. Als möglichen Grund dafür vermutet die Soziologieprofessorin Sujatha Fernandes vom Queens College, einer staatlichen Universität in New York: »Die kubanische Hip-Hop-Bewegung stellt sich nicht gegen die Castro-Regierung, sondern sieht sich in der Tradition der Revolution.

* Volker Hermsdorf, Autor der Bücher »Die kubanische Revolution«, »Amboss oder Hammer. Gespräche über Kuba« und »Kuba – Aufbruch oder Abbruch?«

Den kompletten Artikel lesen Sie in der Melodie und Rhythmus 4/2016, erhältlich ab dem 1. Juli 2016 am Kiosk, im Bahnhofsbuchhandel oder im Abonnement. Die Ausgabe können Sie auch im M&R-Shop bestellen.

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