Melodie & Rhythmus

Gegen den Terror der Bosse und Nazis

28.06.2016 14:44
Denkmal für den Antifaschisten Pavlos Fyssas am Ort seiner Ermordung Foto: Orestis Panagiotou/EPA/DPA - Bildfunk

Denkmal für den Antifaschisten Pavlos Fyssas am Ort seiner Ermordung
FOTO: Orestis Panagiotou/EPA/DPA – Bildfunk

Der griechische Rapper Totem über den Mord an Pavlos Fyssas und die darauf folgende Spaltung der Hip-Hop-Szene

Interview: Katerina Nianiou, Nikos Nianios & Thanasis Spanidis

Petros Pountidis alias Totem stammt aus Piräus. Die vor den Toren Athens liegende Stadt ist ein wichtiges Industriezentrum in Griechenland, ihr Hafen der größte Seehafen des Landes und einer der größten im Mittelmeer. Totem ist aktiv in der Kommunistischen Partei KKE und in der klassenkämpferischen Gewerkschaftsfront PAME. 2013 wurde sein Freund Pavlos Fyssas, bekannt als der linke Rapper Killah P, von einem Neonazi erstochen. M&R bat ihn zum Gespräch.

Sie sind Mitglied der Hip-Hop-Band PsyClinic TactiX. Erzählen Sie uns von diesem Projekt. Was inspiriert Sie?

Unsere Gruppe wurde 2008 von Damned1 und Monachikos gegründet. Inzwischen sind außer mir noch DJ Enthro und KooZ dabei. Wenn man sagen kann, dass wir durch etwas Bestimmtes inspiriert werden, dann sind es unser alltägliches Leben, unsere Arbeit und unser Kampf. Für uns alle gilt, dass wir Musik vom Standpunkt der Arbeiterklasse machen. DJ Enthro und ich beispielsweise sind im Schiffbau beschäftigt. Das ist Schwerstarbeit, aber auch einer der traditionsreichsten Berufszweige, was die Kämpfe der Arbeiterklasse und der Gewerkschaften in Griechenland anbelangt. In erster Linie arbeiten wir also, und dann bleibt manchmal noch etwas Zeit für die Musik. Aber wenn wir dann mal ein Lied schreiben, dann geht es zu 99 Prozent um irgendwas aus unserem Alltag und nur zu ein Prozent um Grundlegenderes.

Sind Sie Arbeiter, Künstler oder Politiker?

Keine Frage, ich bin zuerst und vor allem Arbeiter. Danach steht in der Reihenfolge der Gewerkschafter, und zum Schluss bin ich, durchgeschwitzt vom Arbeitstag, auch noch Rapper. Künstler bin ich sicher nicht. Gleichzeitig bin ich bemüht, auch noch Kommunist zu sein. Diesen Status versuche ich mir durch mein Handeln am Arbeitsplatz, meine Aktivitäten bei Mobilisierungen meiner Klasse, bei Tarifverhandlungen, durch den Inhalt einiger meiner Lieder und natürlich durch meinen Einsatz in der Kommunistischen Partei zu verdienen – letzten Endes durch all das, was ich bin. Ich bin sicher kein Politiker im klassischen Sinne, aber trotzdem ein zutiefst politisches Wesen. Letztlich ist alles Politik: Auch wenn ich heute sterbe, ist das politisch, weil ich kein Geld für meine Beerdigung haben werde.

Pavlos Fyssas aka Killah P, der 2013 von dem Faschisten Giorgos Roupakias ermordet wurde, war Ihr Freund. Sie haben auch zusammengearbeitet.

Ich kannte Pavlos seit Mitte der 90er, als er in einer Werkstatt arbeitete …

Das komplette Interview lesen Sie in der Melodie und Rhythmus 4/2016, erhältlich ab dem 1. Juli 2016 am Kiosk, im Bahnhofsbuchhandel oder im Abonnement. Die Ausgabe können Sie auch im M&R-Shop bestellen.

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