Melodie & Rhythmus

Unbewältigter Weltenbrand

11.06.2019 13:29
Foto: Picture-Alliance / RIA Nowosti

Foto: Picture-Alliance / RIA Nowosti

Fußnoten zur Ästhetisierung und Verarbeitung des Zweiten Weltkrieges in Kunst und Kultur

Er begann am 1. September vor 80 Jahren, verwüstete vor allem Europa und zeitigte ungezählte Verbrechen gegen die Menschlichkeit und ein Menschheitsverbrechen von monströsem Ausmaß. Sein Kanonendonner hat die Zivilisation so sehr erschüttert, dass er die Musen nachhaltig zum Schweigen brachte. Gelungene Kunstwerke über den Weltenbrand als größte Tragödie des 20. Jahrhunderts, das gilt besonders für die Malerei, sind vergleichsweise wenig entstanden in Anbetracht der Unmengen von Kitsch und kulturindustriell gefertigten Mythen, die das postfaschistische Deutschland hervorbrachte − ein Zeichen, dass er sich wiederholen kann, bevor er bewältigt wird.

»Für das Grauen sorgen die Russen«

60 Jahre moralische Aufrüstung
Arnold Schölzel

Kriege enden nicht mit ihrem Ende. Schon gar nicht, wenn sie direkt in einen Kalten Krieg münden. Mit dem entstand die Bundesrepublik Deutschland. 1961 erklärte Spiegel-Herausgeber Rudolf Augstein in einem lichten Moment deren Raison d’Être unter dem Titel »Waffen statt Politik« folgendermaßen: »Die neue deutsche Armee wurde nicht gegründet, um den Bonner Staat zu schützen, sondern der neue Staat wurde gegründet, um eine Armee gegen die Sowjets ins Feld zu stellen.« …

Neuer Realismus zwischen den Fronten

Bildende Kunst nach dem faschistischen Albtraum
Andreas Wessel

Krieg ist ein klassisches Thema der bildenden Kunst. Sei es als Siegerkunst zur Herrschaftslegitimation, als Propaganda zum Anwerben von Kanonenfutter oder als humanistische Antikriegsaufklärung. Aber wie gestaltete sich die Verarbeitung der Verbrechen und Schrecken des Zweiten Weltkrieges durch deutsche Künstler unmittelbar nach seinem Ende? Kurz gesagt: gar nicht. …

Süßer Rausch

Swing im Gleichschritt mit der Wehrmacht und dem deutschen Militarismus
Susann Witt-Stahl

Meist sehr launig präsentierte und mit allerlei heiteren Anekdoten angereicherte Dokumentationen über die Ära des Swing werden seit den 90er-Jahren in Massen produziert. Große Kulturindustrie-Labels vermarkten den kommerziellen Jazz-Stil aus den USA mit aufwändig gestalteten CD- oder DVD-Kompilationen als klingendes Symbol der westlichen Alliierten, der Befreiung von der Nazi-Herrschaft und als Antidot zum Militarismus. Oft mit der Behauptung, dass es im NS-Staat ein Swing-Tanz-Verbot gegeben habe − ein Mythos: Bis auf äußerst wenige, regional begrenzte Ausnahmen war es jedem Gastwirt selbst überlassen zu entscheiden, ob in seinem Lokal Swing gespielt und getanzt werden durfte. …

Die kompletten Beiträge erscheint in der Melodie & Rhythmus 3/2019, erhältlich ab dem 14. Juni 2019 am Kiosk, im Bahnhofsbuchhandel oder im Abonnement. Die Ausgabe können Sie auch im M&R-Shop bestellen.

Anzeigen

Jetzt abonnieren

logo-373x100
Facebookhttps://www.facebook.com/melodieundrhythmus20Twitter20rss

Verkaufsstelle finden

Kiosk finden

Aktuelle Ausgabe bestellen*

1. per Mail: abo@melodieundrhythmus.com
2. per Telefon: 030/ 53 63 55 37
3. per Telefax: 030/ 53 63 55 51
4. per Post: Verlag 8. Mai GmbH, Torstr. 6, 10119 Berlin
5. im M&R-Shop

*Preis 6,90 Euro inkl. 7% MwSt. zzgl. Versand 1,80 Euro

Ältere Ausgaben im M&R-Shop nachbestellen.
M&R Shop
Jetzt abonnieren
Anzeige M&R-Tasse

Berichte von der Künstler-Konferenz

123314 Linke Hochkultur
Das war die Künstlerkonferenz der Zeitschrift Melodie & Rhythmus am vergangenen Sonnabend in Berlin
jW, 15.06.2019
Großartiges schaffen
Die Organisation der M&R-Künstlerkonferenz in Berlin war eine immense Kraftanstrengung
jW, 15.06.2019
»Nie wieder schweigen«
Rechtsruck, widerständige Kunst, Erinnerungskultur: jW-Bericht von der Künstlerkonferenz von Melodie & Rhythmus am Samstag im Heimathafen Berlin-Neukölln
jW, 11.06.2019
M&R-Künstlerkonferenz eröffnet
Eindrücke vom Auftakt im Berliner »Heimathafen Neukölln«
jW, 08.06.2019
»Wehe dem, der mit einfachen Worten die Wahrheit sagt!«
Am Vormittag der Melodie & Rhythmus-Künstlerkonferenz wurde über Rechtsruck und Medienmacht diskutiert
jW, 08.06.2019
Kunst als Ware und Nicht-Ware
Der zweite Teil der Künstlerkonferenz von Melodie & Rhythmus drehte sich um Konformes und Widerständiges in der Kunst
jW, 08.06.2019
»Nie wieder Schweigen!«
Das vierte und letzte Podium der Künstlerkonferenz befasste sich mit Erinnerungskultur.
jW, 08.06.2019
flashback