Melodie & Rhythmus

Der Mensch als Schnitzel und Kotelett

10.03.2020 14:57
Foto: Pixbay / Uwe Ruhrmann

Foto: Pixbay / Uwe Ruhrmann

Bitterböse Dystopie über die Auswüchse der Entfremdung von der Natur und die Verdinglichung des Menschen in der kapitalistischen Gesellschaft

Interview: Renata Britvec

Agustina Bazterrica gilt als eine der erfolgreichsten zeitgenössischen Schriftstellerinnen Argentiniens. Neben Essays, Interviews und Kritiken veröffentlicht die 1974 in Buenos Aires geborene Autorin Kurzgeschichten und kuratiert die Literatur-Veranstaltungsreihe »Siga al Conejo Blanco« (Folge dem weißen Hasen). Mehrfach wurden Werke von ihr ausgezeichnet. Für ihren im Januar auf Deutsch erschienenen zweiten Roman »Wie die Schweine« − eine düstere Vision einer kapitalistischen Welt, in der es keine Tiere mehr gibt und stattdessen Menschen für den Fleischkonsum gezüchtet und geschlachtet werden − bekam sie den »Premio Clarín«, einen der wichtigsten Literaturpreise ihres Landes. M&R sprach mit der Autorin über die Idee, Bedeutung und Rezeption des Werks.

Frau Bazterrica, in »Wie die Schweine« greifen Sie Themen wie Arten­sterben, Armut, vor allem aber Fleischkonsum auf, der in Argentinien eine große Rolle spielt: Laut Angaben der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung lag der Pro-Kopf-Verbrauch 2019 bei 90 Kilogramm. Wie haben die Leser auf Ihre kritische Auseinandersetzung mit dem Thema reagiert?

Im Allgemeinen sehr positiv. Manche Menschen erzählten mir allerdings auch, dass sie sich am liebsten übergeben hätten; andere brachten ihr Exemplar in die Buchhandlung zurück. Es gab also krasse Reaktionen, gleichzeitig haben viele Leute den Roman weiterempfohlen. Einige schreiben mir in den sozialen Medien, dass das Buch sie dazu gebracht habe, sich selbst zu hinterfragen und mit allen ihren Freunden darüber reden zu wollen. Das Beste für mich ist aber: Der Roman wird mittlerweile an Schulen und Universitäten behandelt. Ich habe mit Schülern darüber geredet. Das war eine großartige Erfahrung. Viele hat das Buch dazu gebracht, sich mit der Fleischproduktion, dem ökologischen Problem, der Ernährung etc., aber auch mit Patriarchat und Feminismus auseinanderzusetzen.

Sie haben sich entschieden, vegetarisch zu leben. Inwieweit hängt dieser Schritt mit Ihrem Roman zusammen?

Ich bin nach vielen Gesprächen mit meinem Bruder Gonzalo Bazterrica, dem ich das Buch gewidmet habe, Vegetarierin geworden. …

Agustina Bazterrica
Wie die Schweine
Suhrkamp Verlag

Das komplette Interview erscheint in der Melodie & Rhythmus 2/2020, erhältlich ab dem 13. März 2020 am Kiosk, im Bahnhofsbuchhandel oder im Abonnement. Die Ausgabe können Sie auch im M&R-Shop bestellen.

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