Melodie & Rhythmus

Die Absurdität des Krieges zeigen

19.03.2019 14:26
Foto: Nihad Nino Pušija

Foto: Nihad Nino Pušija

0042

Nihad Nino Pušija will das Marginalisierte abbilden, Zusammenhänge sichtbar machen und Hintergründe beleuchten

Interview: John Lütten

Nihad Nino Pušija, 1965 in Sarajevo geboren, arbeitet seit 1986 als Fotograf. Seine Bilder wurden in Büchern, Magazinen und Katalogen publiziert und waren in diversen Ausstellungen zu sehen, unter anderem im Roma-Pavillon auf der Biennale. Er war 1992 als Fotograf im Bosnien-Krieg im Einsatz, bevor er über die Balkanroute nach Berlin floh, wo er seitdem lebt.

Sie haben den Bosnien-Krieg dokumentiert, Sie beschäftigen sich aber auch mit Architektur, dem Leben in Berlin, der Club-Szene und Aktfotografie. Krieg, Sex und Großstädte – das reizt Sie wohl?

[Grinst.] Einiges davon gehört zum Job, wenn man als Fotograf arbeitet. Und mit ein paar der Themen, etwa mit dem Club-Leben, habe ich mich eher in den 90er- und 00er-Jahren auseinandergesetzt; die Bilder sind also älter. Später, als ich dann auch geheiratet habe, wurden die Themen andere. Das Marginale und die Marginalisierten – das ist es, was mich eigentlich interessiert.

In dem Fotoband »Down There Where the Spirit Meets the Bone« finden sich viele Arbeiten dazu, unkommentiert. Ist der also auch biografisch?

Absolut! Als er veröffentlicht wurde, habe ich mich richtig nackt gefühlt. Da sehen die Leute ja, wie man tickt, wie man denkt und fühlt, wie man die Welt betrachtet. Der Band ist als Kunstwerk konzipiert: Die Bilder haben eine Verbindung und kommunizieren miteinander, egal ob sie nun Bundeswehr-Soldaten oder Drag Queens zeigen. Man kann ihn von vorne nach hinten und andersherum lesen.

Sie selbst stammen aus Sarajevo, haben in London gelebt und den Bosnien-Krieg erlebt. In Berlin wollten Sie ursprünglich nur zwei Wochen bleiben, jetzt sind Sie seit über 25 Jahren hier. Wo ist Ihre Heimat?

»Heimat ist, wo du deine Jacke hast«, sagt man bei uns. …

In der gedruckten Ausgabe:
0001
Fotoreportage von Nihad Nino Pušija: Entzauberter Krieg
Militär und Waffengewalt jenseits von Propaganda und Sensation

Nihad Nino Pušija/Matthias Reichelt/Lith Bahlmann (Hg.)
Down There Where the Spirit Meets the Bone
Lehmstedt Verlag
fotofabrika.de

Das komplette Interview erscheint in der Melodie & Rhythmus 2/2019, erhältlich ab dem 22. März 2019 am Kiosk, im Bahnhofsbuchhandel oder im Abonnement. Die Ausgabe können Sie auch im M&R-Shop bestellen.

Ähnliche Artikel:

Anzeigen

680x120MRCover

Ab Freitag im Handel:

Stellenausschreibung

Die Verlag 8. Mai GmbH sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt einen

Kulturredakteur (m/w/d)

in Voll- oder Teilzeit.
Liederbestenliste
logo-373x100
Facebookhttps://www.facebook.com/melodieundrhythmus20Twitter20rss

Verkaufsstelle finden

Kiosk finden

Aktuelle Ausgabe bestellen*

1. per Mail: abo@melodieundrhythmus.com
2. per Telefon: 030/ 53 63 55 37
3. per Telefax: 030/ 53 63 55 51
4. per Post: Verlag 8. Mai GmbH, Torstr. 6, 10119 Berlin
5. im M&R-Shop

*Preis 6,90 Euro inkl. 7% MwSt. zzgl. Versand 1,80 Euro

Ältere Ausgaben im M&R-Shop nachbestellen.
M&R Shop
Jetzt abonnieren
Anzeige M&R-Tasse

Berichte von der Künstler-Konferenz

123314 Linke Hochkultur
Das war die Künstlerkonferenz der Zeitschrift Melodie & Rhythmus am vergangenen Sonnabend in Berlin
jW, 15.06.2019
Großartiges schaffen
Die Organisation der M&R-Künstlerkonferenz in Berlin war eine immense Kraftanstrengung
jW, 15.06.2019
»Nie wieder schweigen«
Rechtsruck, widerständige Kunst, Erinnerungskultur: jW-Bericht von der Künstlerkonferenz von Melodie & Rhythmus am Samstag im Heimathafen Berlin-Neukölln
jW, 11.06.2019
M&R-Künstlerkonferenz eröffnet
Eindrücke vom Auftakt im Berliner »Heimathafen Neukölln«
jW, 08.06.2019
»Wehe dem, der mit einfachen Worten die Wahrheit sagt!«
Am Vormittag der Melodie & Rhythmus-Künstlerkonferenz wurde über Rechtsruck und Medienmacht diskutiert
jW, 08.06.2019
Kunst als Ware und Nicht-Ware
Der zweite Teil der Künstlerkonferenz von Melodie & Rhythmus drehte sich um Konformes und Widerständiges in der Kunst
jW, 08.06.2019
»Nie wieder Schweigen!«
Das vierte und letzte Podium der Künstlerkonferenz befasste sich mit Erinnerungskultur.
jW, 08.06.2019
flashback