Melodie & Rhythmus

Leserbriefe

22.02.2016 15:37

Leserbriefe

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Liebe Redaktion,

ich habe gerade die M&R vom September/Oktober 2015 vor mir liegen [»DDR-Musiken«] und möchte Jana Frielinghaus‘ Artikel »Jule wäscht sich nie« über Kindermusik im Osten etwas ergänzen. Ich bin Berliner, Jahrgang 64, Vater zweier Kinder, Erzieher a.D. Als nach der Wende meine Tochter zur Welt kam, wollte ich ihr eine CD kaufen, aber ich kannte nichts von dem Zeug, das es im Musikgeschäft gab. Meine Tochter kannte aus der Kita Rolf Zuckowski. Gemocht habe ich das nicht, aber ich wusste nicht genau, warum. Dann begann ich zu recherchieren: Was gab es in meiner Kindheit an Musik? Da ich mir den westdeutschen Mist nicht länger anhören wollte, begann ich zur Gitarre zu singen. Das Lied vom kleinen Teddybär, der Friedenstaube, Jule, Clementine … Es wurden schnell immer mehr Lieder, die ich mochte und die ich gerne weitergeben konnte.

Parallel wuchs meine Sammlung an Büchern und Tonträgern, die wichtig für die musikalische Erziehung und Geschmacksbildung von Kindern sind. Dazu gehören die liebevoll eingespielten Kinderlieder mit dem Rundfunk-Kinderchor wie auch Opern und Klassik für Kinder (Kurt Schwaens »König Midas«, Horst Sandig) oder Jazz (in der Schola-Reihe). Es gab politisch Kluges (Brecht für Kinder), durchaus auch Innovatives und Flottes, z.B. Siegfrieds »Liederkiste«, Frank Schöbels »Komm, wir malen eine Sonne« … So liebevoll und zeitlos schön gemacht! Sicherlich waren das oft auch Nischenprodukte, die man so nicht im Laden fand. Nach der Wende für nicht gut befunden und weggeworfen. Es gibt auch Musikbücher, die in der DDR unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten geschrieben wurden. »Teddy, Teddy, tanze« oder »Sputnik, Sputnik, kreise« sind Bücher für die Arbeit im Kindergarten – systematisch mit Altersangabe, Tonumfang und an die Lebens- wirklichkeit der Kinder orientiert.

Inzwischen gibt es einige Sterne am Musikhimmel für Kinder. Dazu gehören Wir Kinder vom Kleistpark oder die Band Die Fünf. Einige wenige DDR-Musiker fi ndet man auch heute noch im Kaufhausregal, wie Reinhard Lakomy. Fakt ist: Wer gute Musik für Kinder sucht, kann lange su- chen. In der DDR war die Orientierung am Markt praktisch unwichtig. Kosten waren nicht das Thema. Das hat für Qualität gesorgt. Am ehesten fi nden Interessierte manche Perle im Antiquariat. Eine Suche, die sich lohnt!

Mit freundlichen Grüßen,
Hilmar Misch

Leserbrief in stark gekürzter und bearbeiteter Fassung

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Gespräch mit Susann Witt-Stahl. Über Gegenkultur, Ideologiekritik und notwendige neue Impulse für den Kulturjournalismus
Aus: junge Welt vom 25.03.2017, Wochenendbeilage

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Kritischer Musikjournalismus in ideologisch angespannter Zeit.

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